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Dienstag, 21.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Festival

Brechtfestival: Gesellschaftsdebatte mit Sternchen

Am gestrigen Montag hat der künstlerische Leiter Patrick Wengenroth im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm des Brechtfestivals 2019 vorgestellt. Das Programm ist nun online und die Programmzeitung veröffentlicht. Ausgehend von Bertolt Brechts Gedichtzyklus „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27) ist die Beschäftigung mit dem Menschen in der Stadt das thematische Zentrum des Brechtfestivals 2019.

Das „Brechtfestival für Städtebewohner*innen“ begibt sich vom 22.2. bis 3.3.2019 mit einem zeitgemäßen und genreübergreifenden Programm aus Theater, Performance, Literatur, Musik, Vorträgen und Workshops auf die Spuren der Kräfte, die das Antlitz der neuen Städte gestalten. Das Festival legt einen (formalen) Schwerpunkt auf Produktionen, die in ihrer Ästhetik und mit kollektiven Arbeitsweisen Brechts Theatertheorie und -praxis weiterführen. Die feministische Linie des Festivals ist 2019 praktische Anwendung –mit Musiker*innen, Regisseur*innen, Schriftsteller*innen als perspektivgebenden Hauptfiguren. Patrick Wengenroth ist stolz auf das „Sternchen“ für die „Städte-Bewohner*Innen“, wie er betonte.

Festivalleiter Patrick Wengenroth bei der Programmvorstellung seines letzten Brechtfestivals. Ihm sollen Tom Kühnel und Jürgen Kuttner folgen, deren Engagement heute im Kulturausschuss beschlossen werden soll. © DAZ

Die Eröffnung am 22. Februar um 19 Uhr im Martini-Park zeigt das Gastspiel „Auf der Straße“ mit Kare Breece & Ensemble. Darin geht es um die Probleme der Städtebewohner, um Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Schauspieler*innen des Berliner Ensembles zeigen in dem Gastspiel unterschiedliche Perspektiven auf eine gesellschaftliche Debatte. „Wir suchen das Sternchen im Baal“ leitete Wengenroth die Baal-Theaterpremiere auf der Brechtbühne im Gaswerk ein. Wohlgemerkt „Baal“ nicht von, sondern „nachBertolt Brecht“! Inszeniert wird dieses Stück von Mareike Mikat. Die Augsburger Schauspielerin Natalie Hünig verkörpert Baal, alle Männer werden von Frauen gespielt. Ebenfalls am Eröffnungstag ist im Sensemble um 18 und 20.30 Uhr Premiere von „Elektronic City“ von Falk Richter. Regie führt Sebastian Seidel.

Festzuhalten ist der Wunsch der Veranstalter, dass die Städtebewohner*innen vom Brechtfieber erfasst werden. Viele Kooperationspartner und vor allem viele verschiedene Spielorte, zum Beispiel in dem zehntägigen Städteabenteuer „Shitty City“ sind aufgelistet.  Der Schwerpunkt Brecht Festival 2019 beinhaltet auch „Kollektive & erweiterter Theaterbegriff“, das heißt die Fortführung von BBs Theatertheorie und seiner Ästhetik. Über das Musikprogramm und die Lange Brechtnacht informierte Kurator Girisha Fernando, weckte Interesse für ein „Kaleidoskop an progressiver, künstlerisch relevanter Musik“. 

Vor allem aber die Lyrik müsse ein zentrales Moment im BB-Festival sein, betonte Wengenroth und pries „Best of Poetry-Slam“ für „Städtebewohner*innen“ am 26. Februar um 20 Uhr im Parktheater Göggingen an. Natürlich gibt es wieder einen vom Brechtkreis ausgelobten Schulwettbewerb unter der Überschrift „In der Asphaltstadt bin ich daheim“ 

Kein Zweifel, zwischen 22. Februar und 3. März ist in Augsburg an vielen Orten sehr viel geboten und – das betonte Wengenroth, es kommen auch Prominente, er nannte in diesem Zusammenhang die Darsteller in „Unendlicher Spaß“ von David Foster Wallace am Schlusstag des Festivals, 3. März um 18 Uhr im Martini-Park. Dort sind zu erleben: Jasna Fritzi Bauer, Sebastian Blomberg, André Jung, Ursula Lardi, Heiko Pinkowski und Devid Striesow. 

Insgesamt sind innerhalb des Festivals 51 Veranstaltungen an 19 Orten (mit den Blue Spots-Angeboten 29 Orte) zu erleben. 

Webseite: www.brechtfestival.de Instagram: https://www.instaram.com/brechtfestival/

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