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Montag, 27.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Festival

Bankraub? Kindersache!

Morgen startet das Kinderfilmfest mit „Die kleinen Bankräuber“

Von Dominik Sandler

Am morgigen Donnerstag, den 14.10. um 19 Uhr startet im Mephisto das diesjährige Kinderfilmfest mit „Die kleinen Bankräuber“ (DAZ berichtete). Der amüsante Gangsterfilm für Kinder ab sechs Jahren ist eingebettet in die Eröffnungsveranstaltung, bei der auch der junge Hauptdarsteller Gustav Vilsons anwesend sein wird.

Wild entschlossen: Robby und Louisa wollen ihren Eltern unter die Arme greifen – mit doch etwas kriminellen Methoden

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Die Familie des fünfjährigen Robby Abolin ist finanziell am Ende und kann die Zinsen für ihren Kredit nicht mehr bezahlen. Die Bank verweigert ein Aussetzen der Raten und zwingt die Abolins damit zum Verkauf ihrer Wohnung. Doch statt sich dem Schicksal zu fügen, plant Robby zusammen mit seiner nur wenig älteren Schwester Louise den großen Coup, der seiner Familie aus der Patsche helfen soll. „In der Bank ist viel Geld, eine ganze Million, aber die sitzen nur ‚rum und tun nichts – das ist doch ungerecht!“ Klar, dass das Geld in den Händen seiner armen Eltern besser aufgehoben wäre als im Tresor. Er muss es dort nur herausbekommen. Warum Robby keine Angst vor Konsequenzen hat, kann er erklären: „Kinder steckt man nicht ins Gefängnis, das weiß ich genau.“

Ein Bankraub ist nicht nur Erwachsenensache, weder auf Gangster-, noch auf Publikumsseite, das stellt Regisseur Armands Zvirbulis mit seinem Film „Die kleinen Bankräuber“ (76 Minuten) klar. Er inszeniert ein Ganovenabenteuer à la Ocean’s Eleven, welches alle typischen Elemente des Heist-Movie-Genres aufgreift, jenes Filmtyps also, in dem die Sympathie des Publikums den Gangstern gilt: Es gibt jede Menge Falschgeld, Bösewichte mit Anzug und Sonnenbrille, unerwartete Verwicklungen, eine Verfolgungsjagd, sowie einen Showdown, in dem nicht die Besitzer der besseren Waffen, sondern natürlich die Gewitzteren triumphieren.

Abseits der kindgerecht aufbereiteten und mit Slapstick-Humor aufgelockerten Actionszenen lässt der Regisseur seine Protagonisten ihren Bankraub aber auch kritisch reflektieren. „Wenn wir dieses Geld nehmen, dann sind wir nichts anderes als Diebe.“ In einer leider etwas klischeehaften Rollenverteilung findet Robbys kurzentschlossener Charakter in der älteren und vernünftigeren Schwester seinen Gegenpol. Für den erwachsenen Zuschauer schwingt daneben eine Spur Immobilienkrise durchweg mit: „Die Bank hat uns unsere Wohnung weggenommen.“ Zvirbulis legt seiner Hauptperson bisweilen deutliche, aber auch oberflächliche Kritik an einem profitorientierten und unmenschlichen Finanzsektor in den Mund. Und schließlich ist es schade dass die „Misere“, aus der Robby seine Familie befreien will, im Film doch allzu idyllisch daherkommt. Etwas mehr Realismus wäre einem jungen Publikum durchaus zuzumuten gewesen. Denn dass der Verlust der Wohnung im Allgemeinen nicht einen heiteren Landurlaub bei den Großeltern bedeutet, dessen ist sich auch ein Grundschulkind bewusst.

Trotz dieser kleinen Schwächen ist Armands Zvirbulis mit „Die kleinen Bankräuber“ ein unterhaltsamer Genrefilm für die ganze Familie gelungen. Bemerkenswert, dass es die österreichisch-lettische Koproduktion als einziger deutschsprachiger Kinderfilm zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb geschafft hat. Deutsche Produktionen könnten sich davon durchaus noch eine Scheibe abschneiden.

» Die Homepage des Kinderfilmfests

» Das Programmheft zum Download (pdf)

» Die Kino-Zeittafel zum Download (pdf)

Eine weitere Filmkritik zum Kinderfilmfest lesen Sie nebenstehend unter dem Titel „Von Aggression und Zärtlichkeit.“

Der Film:



Die kleinen Bankräuber, Lettland/Österreich 2009, 80 Minuten, empfohlen ab 6 Jahren.



Außer zur Eröffnung am Donnerstag, den 14.10. im Mephisto sind „Die kleinen Bankräuber“ im Thalia zu folgenden Zeiten zu sehen:



Fr, 15.10.: 10.30 + 18.00 Uhr

Sa, 16.10.: 15.15 Uhr

Di, 19.10.: 8.30 Uhr

Mi, 20.10.: 15.30 Uhr

Fr, 22.10.: 8.30 Uhr

So, 24.10.: 15.15 Uhr

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