True Crime aus Augsburg: Ein Mordfall, der bis heute Fragen aufwirft
Ein Ring als verräterische Spur. Ein rätselhafter Brief „vom lieben Gott“. Und ein Totenschädel, geborgen aus dem Lechkanal. Was klingt wie der Stoff eines düsteren Krimis, ist tatsächlich eines der spektakulärsten Verbrechen der Augsburger Geschichte – und steht jetzt im Mittelpunkt eines Podcasts.
Von Bruno Stubenrauch
Am Karfreitag des Jahres 1821 verschwindet im Lechviertel die 55-jährige Näherin Maria Anna Holzmann. Eine unscheinbare Frau, alleinstehend, ohne großes Aufsehen. Ein zweifelhafter Zeuge will sie noch am Morgen in Begleitung einer fremden Frau gesehen haben – danach verliert sich jede Spur. Wochen werden zu Monaten, ohne dass ihr Schicksal geklärt werden kann.
Dann, im Januar 1822, die Wende: Auf dem Dachboden ihres eigenen Hauses wird ein grausiger Fund gemacht. Plötzlich steht eine verstörende Frage im Raum: Hat Maria Anna Holzmann ihr Zuhause womöglich nie verlassen?
Der historische True-Crime-Podcast „BÖSES BLUT“ greift diesen Fall nun auf und erzählt ihn neu – detailreich, atmosphärisch und mit Blick weit über das Verbrechen hinaus. Denn es geht nicht nur um den Mord selbst, sondern auch um die Welt, in der er geschah: um Justiz und Ermittlungsarbeit im 19. Jahrhundert, um soziale Verhältnisse und Lebenswege.
Besonders eindrücklich: die Geschichte des Täters Anton Georg Rauschmaier. Sein Weg führt von einfachen Verhältnissen über die Schlachtfelder des Russlandfeldzugs von 1812 bis hin zum Schafott – ein Lebenslauf, der mehr über seine Zeit erzählt als viele Geschichtsbücher.
Zum Podcast – wer steckt dahinter?
Hinter dem Podcast steht ein kleines, spezialisiertes Team: Autor und Historiker Jan Wiechert, der seit Jahren zu historischen Kriminalfällen recherchiert und als Host durch die Folgen führt. Für den Klang sorgt Musiker und Tontechniker Jan Schellenberger, während Katharina Merz die digitale Präsenz und Social-Media-Arbeit betreut.
Die neue Folge mit dem Titel „Der Karfreitags-Mord“ erscheint am 2. April 2026 auf allen gängigen Podcast-Plattformen.
Dass „BÖSES BLUT“ dabei den Nerv des Publikums trifft, zeigt ein Blick auf die bisherigen Reaktionen: Ein „Projekt mit Suchtpotential“, schreibt der Münchner Merkur. Und das Haller Tagblatt lobt die Mischung aus Spannung und gesellschaftlichem Tiefgang.
Ein fast 200 Jahre alter Mordfall – und doch erstaunlich nah. Wer sich darauf einlässt, wird Augsburg mit anderen Augen sehen.
Link: boesesblut-podcast.de

