Tag des offenen Denkmals: 50 Orte in Augsburg laden zum Entdecken ein
Am Sonntag, 13. September 2026, öffnet Augsburg seine verborgenen Schätze: Über 50 Denkmäler, die normalerweise verschlossen bleiben, zeigen, wie eng Baukultur und Stadtgeschichte verwoben sind. Das Motto „NetzWERKE: Denkmäler & Infrastruktur“ macht die Verbindungen hinter den Mauern erlebbar – und der Eintritt ist frei.
Von Bruno Stubenrauch

Im Jakobertor (Bild: DAZ)
Der Tag des offenen Denkmals ist Deutschlands größte Kulturveranstaltung – und in Augsburg wird er in diesem Jahr besonders spannend. Denn hier geht es nicht nur um einzelne Bauwerke, sondern um das große Ganze: um die Netzwerke, die die Stadt seit Jahrhunderten prägen.
Ein Motto mit Tiefe: „NetzWERKE“
„Denkmäler stehen selten für sich allein“, erklärt die Stadt. Sie sind Teil eines Gefüges aus Straßen, Wasserläufen, Sakralbauten und Wohnhäusern. Jede Generation hat ihre Spuren hinterlassen – und genau die können Besucher an diesem Tag entdecken. Ob Handel, Handwerk oder Zusammenleben: Die Infrastruktur Augsburgs war schon immer mehr als nur Steine und Beton.
Ein Highlight ist das historische Wassermanagement-System, das die Stadt seit Jahrhunderten prägt. Besucher können das Wasserwerk am Hochablass besichtigen, die imposanten Wassertürme am Roten Tor besteigen oder im Unteren St.-Jakobs-Wasserturm die Technik von einst bewundern. Auch die Pulvermühlschleuse gibt Einblicke in die Verbindung von Wasserbau und Stadtentwicklung.
Geistliche Netzwerke, Handel, Macht und Bürgersinn
Die Sakralbauten Augsburgs erzählen von religiösen und kulturellen Verflechtungen: St. Anna, der Dom, St. Ulrich und Afra oder die ehemalige Synagoge Kriegshaber stehen für die Vielfalt, die die Stadt über Jahrhunderte geprägt hat. Hier wurde nicht nur gebetet, sondern auch Geschichte geschrieben.
Die Fuggerei, die Fuggerhäuser oder das Schaezlerpalais öffnen ihre Türen und zeigen, wie Handel und Politik Augsburg zu einer der bedeutendsten Städte Europas machten. Die ehemalige Fürstbischöfliche Residenz und das Maximiliansmuseum im Hainhoferhaus ergänzen das Bild einer Stadt, die von Unternehmergeist und Bürgerengagement lebt.
Verteidigung und Erinnerung
Die Stadtbefestigung wird durch das Zeughaus, das Jakobertor, den Fünffingerlesturm oder den Wertachbrucker Tor-Turm erlebbar. Erinnerungsorte wie die Halle 116, die ehemaligen Offizierskasinos der Sheridan- und Somme-Kaserne, der Lern- und Gedenkort Westfriedhof oder der Erinnerungsweg „Le Walk“ machen die jüngere Geschichte greifbar. Auch die römische Vergangenheit kommt nicht zu kurz: Im „Römerlager“ des Zeughauses und im Zentraldepot der Stadtarchäologie gibt es Spuren aus der Antike zu entdecken.
Tag des offenen Denkmals 2026
- Motto: NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur
- Wann: 13. September 2026
- Orte: Über 50 Denkmäler in Augsburg
- Eintritt: frei
- Veranstalter: Stadt Augsburg, Initiativen, Vereine, Ehrenamtliche
Mehr Info:
Das Programmheft liegt kostenfrei in der Bürgerinformation am Rathausplatz aus und ist als PDF (18,1 MB, via augsburg.de) verfügbar. Noch bequemer geht es mit der offiziellen App „Tag des offenen Denkmals®“: Hier können Sie alle Programmpunkte speichern, sich an Erinnerungen erinnern lassen und mit der Routenplanung von Denkmal zu Denkmal navigieren.

Kapelle im Exerzitienhaus Leitershofen (Bild: DAZ)




