Bundesweiter Warntag: Stadt Augsburg testet Warnsysteme
Am Donnerstag, 10. September, ist wieder Warntag in ganz Deutschland. Auch die Stadt Augsburg beteiligt sich um 11 Uhr am bundesweiten Probealarm.
Von Bruno Stubenrauch

Cell Broadcast-Warnmeldung auf Smartphones
„Auch dieses Jahr beteiligen wir uns als Stadt Augsburg wieder gerne am bundesweiten Warntag, denn er ist eine gute Möglichkeit, unsere Infrastruktur zu testen und die Augsburger Bürgerinnen und Bürger für das wichtige Thema zu sensibilisieren“, betont Ordnungsreferent Frank Pintsch. Die Stadt sei für einen Katastrophenfall gut aufgestellt. Trotzdem gelte es, die vorhandenen Konzepte und die bestehende Infrastruktur ständig auf Verbesserungs- und Anpassungsbedarfe hin zu überprüfen.
Heulton bedeutet: Rundfunkgeräte einschalten
Mit einem Heulton von einer Minute Dauer wird um 11 Uhr die Auslösung des Warnsystems zur Warnung der Bevölkerung geprobt. Der Probealarm dient dazu, die Funktionsfähigkeit der vorhandenen Warnsysteme zu überprüfen und die Bevölkerung auf die Bedeutung des Sirenensignals hinzuweisen. Der Heulton soll die Bevölkerung bei schwerwiegenden Gefahren für die öffentliche Sicherheit dazu veranlassen, ihre Rundfunkgeräte einzuschalten und auf Durchsagen zu achten. Eine Entwarnung erfolgt am 10. September um 11.45 Uhr.
Warninfrastruktur ausgebaut
Vor dem Hintergrund der Erfahrungen bei Großschadensereignissen wurde für Augsburg ein umfangreiches Warn- und Informationssystem konzipiert – elektronische Hochleistungssirenen, mobile Lautsprecher und persönliche telefonische Warnung. Dank Förderprogramm des Bayerischen Innenministeriums konnte die Infrastruktur um sieben Dach- und drei Mastsirenen erweitert werden – zehn neue Standorte im Sirenennetz.
Cell Broadcast kaum zu deaktivieren
Durch die Nationale Warnzentrale des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wird zu den bestehenden Warnsystemen und Sirenen auch die Warn-App NINA sowie der sogenannte „Cell Broadcast Alarm“ ausgelöst, also das Versenden von Benachrichtigungen auf Mobilfunkgeräte, die sich in Betrieb befinden und im Netz eingeloggt sind.
Wer sich dem Schrillton auf seinem Handy nicht aussetzen will, hat schlechte Karten. Systemeinstellungen, Stummschaltungen, „Bitte-nicht-stören“-Modus, Deaktivieren der Internetverbindung und meist auch der Flugmodus verhindern die Alarmierung via Cell Broadcast nicht. Es handelt sich nicht um App-Messages oder SMS. Der Alarm wird über einen dedizierten Signalisierungskanal vom Funkmast, bei dem das Handy eingeloggt ist, direkt übertragen, sogar an Geräte ohne SIM-Card.
Cell Broadcast ist tief in die Betriebssysteme moderner Mobilfunkgeräte eingegraben. Wirksam ist nur das komplette Abschalten des Handys und ein Einschalten frühestens 60 Sekunden nach dem Alarmzeitpunkt. Die Nachricht wird vom Netz nicht für einzelne Geräte zwischengespeichert oder erneut zugestellt.