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Mittwoch, 04.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Standort Uniklinik: Erhärtet sich der Verdacht auf eine Schein-Debatte?

Die Diskussion um den Neubau der Augsburger Uni­versi­täts­klinik reißt nicht ab. Nach dem gestrigen Bericht in der DAZ, dass die viel beschworene „Ergebnis­offenheit“ bei der Standort­wahl (Ost oder West) faktisch vom Tisch ist, legt nun ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger mit einer Anfrage an OB Eva Weber nach.

Von Bruno Stubenrauch

In der Stadtratssitzung am 26. Februar 2026 hatten die Fraktionen ausführlich über die Bauleit­planung des Milliarden­projekts debattiert. Zentraler Streitpunkt war der Natur- und Artenschutz, der bei einer Bebauung des westlichen Feldes massiv unter Druck geraten würde. Natur­schutz­verbände fordern seit jeher eine echte Prüfung beider Varianten. Die Stadt­regierung unter Ober­bürger­meisterin Eva Weber betonte dabei stets, dass das Verfahren standard­mäßig „ergebnisoffen“ geführt werde.

Blume-Brief sorgt für Zündstoff

7 Tage Postlaufzeit? Blume-Brief vom 23. Februar 2026

Doch diese Dar­stel­lung gerät nun massiv ins Wanken. Ein auf den 23. Feb­ruar 2026 datier­tes Schrei­ben von Wissen­schafts­minister Markus Blume an den BUND Natur­schutz stellt klar: Eine er­geb­nis­offene Prüfung der Stand­orte habe be­reits statt­ge­funden – und zwar mit einem klaren Fokus auf das Bau­feld West.

Für Christian Pettinger ist dies ein poli­ti­scher Aff­ront. „Nur aufgrund der ständig wieder­holten Behaup­tung, die Standort­frage werde im Ver­fahren ergebnis­offen be­trachtet, habe ich dem Start der Bau­leit­planung zu­ge­stimmt“, so der ÖDP-Stadtrat. Er ist sich sicher: Auch viele seiner Kollegen hätten anders ent­schieden, wäre die Fest­legung des Mini­ste­riums bekannt gewesen.

Wusste die Stadtspitze mehr?

Besonders brisant: Der Brief aus München wurde bereits drei Tage vor der ent­schei­den­den Augs­burger Stadt­rats­sitzung verfasst. Pettinger hält es für „hoch­wahr­schein­lich“, dass die Ober­bürger­meisterin oder Bau­referent Steffen Kercher über den Inhalt infor­miert waren. Es sei kolle­gi­ale Praxis, die Stadt­führung bei solch weg­weisenden Schreiben in Kopie zu setzen.

In einer offiziellen Anfrage fordert Pettinger nun Auf­klärung: Wusste die Stadt­spitze bereits während der Sitzung von Blumes Absage an eine erneute Stand­ort­prüfung? Und warum wurde der Stadtrat nicht infor­miert? Zudem verlangt er Einsicht in die Be­wer­tungen der Staats­regie­rung, die zur Vor­ent­scheidung pro „West“ geführt haben.



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Retro-Vibes und Mitspracherecht: In Göggingen entsteht ein Jugendcafé der Extraklasse

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Aux-O-Mat knackt 20.000er-Marke



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