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Dienstag, 28.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Offener Brief: Kultur­schaffende fordern Enningers Verbleib als Referent

Wenige Tage vor dem Amtsantritt der neuen Augsburger Stadt­regierung wenden sich zahl­reiche Kultur- und Kunst­schaffende mit einem offenen Brief an den desig­nierten OB Dr. Florian Freund und den neu gewählten Stadtrat. Sie fordern insbe­sondere die Fort­setzung der Arbeit von Jürgen K. Enninger (Grüne) in diesem Amt.

Von Bruno Stubenrauch

Kulturreferent Jürgen K. Enninger (Foto: Stadt Augsburg)

Bereits im März hatten nam­hafte Ver­treter Augs­burger Kultur­ein­rich­tungen sowie regio­nale Künstler ihre Unter­stüt­zung für eine zweite Amts­zeit Enningers bekundet. Nach Medien­berich­ten, wonach die SPD-Politi­kerin Tatjana Dörfler als neue Kultur­refe­rentin gehan­delt wird, haben sich nun Kultur­schaf­fende zusammen­ge­schlos­sen, um in einem offe­nen Brief für Konti­nuität zu werben. Die Ini­tiative wird von der „Ständi­gen Kon­ferenz der Kultur­region Augsburg“ unter­stützt, Rück­mel­dungen werden bis zum 29. April, 12 Uhr erbeten (sybille@galeriesuesskind.de).

Argumente der Unterzeichner

In dem Brief heißt es, Augsburg besitze als Mozart-, Römer-, Fugger-, Brecht- und UNESCO-Welterbe-Stadt eine außer­gewöhn­liche kultu­relle Dichte. Diese Identi­täten müssten „kontinu­ierlich gepflegt, weiter­ent­wickelt und vermittelt werden“. Dafür brauche es ein eigen­ständiges Kultur­referat – eine Instanz, die die verschie­denen Stränge von Hochkultur und Subkultur zusammenführt.

Enninger wird darin bescheinigt, er verfüge über „das besondere Talent, all diese Aspekte gleich­zeitig im Blick zu behalten“. Er stehe für außer­gewöhn­liche Sicht­barkeit der Kulturszene, sei ein verläss­licher Ansprech­partner und habe Augsburg durch seine Vernetzung nachhaltig gestärkt. Besonders bei lang­fristigen Projekten wie dem Römer­museum und dem Staats­theater sei Konti­nuität entscheidend.

Zu spät?

Ob der designierte Oberbürger­meister und der neue Stadtrat dem Anliegen folgen werden, ist offen. Die Personalie Enninger gilt als eine der ersten kultur­politi­schen Ent­schei­dungen der neuen Regierung. Fest steht: Der offene Brief zeigt den starken Rückhalt, den der amtie­rende Kultur­referent in der Augs­burger Kulturszene genießt.


Der offene Brief (pdf, 91 kB)