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DAZ-Archiv vom 7. Oktober 2017 • www.daz-augsburg.de

Der Fall Förster: Beginnt die wahre Strafe nach der Haft?

Linus Förster, der ehemalige Landtagsabgeordnete der Augsburger SPD, ist am vergangenen Freitag zu drei Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden. Richter Lenart Hoesch sprach Förster des schweren sexuellen Missbrauchs schlafender und wehrloser Frauen, des Besitzes von Kinderpornos, der Körperverletzung und der versuchten Nötigung für schuldig.

Kommentar von Siegfried Zagler

Das Strafmaß sei angemessen schrieb die Augsburger Allgemeine, während die Stadtzeitung das Urteil als zu milde bewertete. Förster legte inzwischen Rechtsmittel ein. Die anstehende Revision könnte auch zu einer neuen Strafzumessung führen; zu einer kürzeren wie zu einer längeren Haftstrafe. Zwischen der Forderung der Staatsanwaltschaft und der vom Gericht verhängten Haftstrafe liegen 11 Monate Differenz - zugunsten Försters. Irgendwo dazwischen könnte sich nach Auffassung des Gerichts ein gerechtes Strafmaß abbilden, ginge es darum, den Strafzweck als zivilisierte Form der Vergeltung zu betrachten.

Bestünde aber der Zweck der Strafe eher darin, einer generellen Prävention beziehungsweise einer täterbezogenen Prävention Vorschub zu leisten, dann lägen selbst die vier Jahre und neun Monate, die von der Staatsanwaltschaft gefordert wurden, deutlich unter dem Strafmaß, das der Schreiber dieser Zeilen für angemessen hält.


“Theaterpredigt” zum Freischütz

“Kirche und Theater, zwei wichtige Kulturräume der Stadtgesellschaft, haben viele Gemeinsamkeiten: Hier wie dort werden die großen Fragen über Sinn, Zusammenleben und die Rolle des Menschen in der Welt verhandelt. Warum also schließen wir uns nicht zusammen und diskutieren gemeinsam über Bühne und Welt?”

So beginnt eine Pressemitteilung des Augsburger Stadttheaters zu einem neuen Theaterformat, das [...]

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