Augsburger Stadtbäume: Positive Bilanz trotz Klimawandels
Das Amt für Grünordnung verzeichnet für die abgelaufene Pflanzperiode ein deutliches Plus beim städtischen Baumbestand. Mit moderner Digitaltechnik und gezielten Nachpflanzungen stellt die Stadt die Weichen für ein nachhaltiges Stadtgrün.
Von Bruno Stubenrauch
Im Sommer ein wichtiger Schattenspender: Der städtische Einzelbaumbestand in Augsburg wächst kontinuierlich weiter. (Bild: DAZ)Die Stadt Augsburg kann für die Pflanzperiode 2025/2026 eine durchweg positive Bilanz beim städtischen Baumbestand vorlegen. Wie aus dem aktuellen Stadtbaumbericht von Umweltreferent Frank Pintsch hervorgeht, stieg die Zahl der öffentlichen Bäume im Netto-Ergebnis um 266 Exemplare an. Insgesamt standen im Zeitraum von Oktober 2025 bis Mai 2026 441 Fällungen aus Verkehrssicherungsgründen 707 Neupflanzungen gegenüber.
Moderne Software im Einsatz
Der Zuwachs bestätigt den kontinuierlichen Trend der vergangenen Jahre. Seit der Pflanzsaison 2021/2022 hat die Stadt den Bestand an Straßenbegleitgrün und in Grünanlagen kontinuierlich ausgebaut. Neben der rein quantitativen Steigerung setzt das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen (AGNF) verstärkt auf digitale Unterstützung. Die Umstellung auf eine neue Kataster-Software per App erlaubt eine noch präzisere Erfassung des Zustands der aktuell 65.368 städtischen Einzelbäume.
Dass die Zahl der dokumentierten Pflegemaßnahmen zuletzt auf 13.399 angestiegen ist, ist laut Umweltreferat nicht auf Unwetterschäden zurückzuführen, sondern auf das verfeinerte Erfassungssystem. Die erweiterte Begriffssystematik bildet Maßnahmen nun detaillierter ab. Zudem unterscheidet die Software genauer zwischen Maßnahmen und betroffenen Bäumen. Demnach benötigen aktuell weniger als 10.000 Bäume Pflege – das entspricht rund 15 Prozent des städtischen Einzelbaumbestands.
Priorität für Spielplätze und Klimaresilienz
Besondere Priorität genießen bei den anstehenden Arbeiten weiterhin die Bäume auf städtischen Spielplätzen, wo die Verkehrssicherung an erster Stelle steht. Die Steuerung erfolgt dabei über ein automatisierte Fristensystem, welches die bisherige Einteilung in Dringlichkeitsstufen ersetzt. Parallel dazu investiert die Stadt in die Zukunft des Stadtgrüns: Mit dem Projekt SMSA wird ein digitales Gießmanagement wissenschaftlich begleitet, während bei Neupflanzungen vermehrt klimaresiliente Baumarten und Obstbäume zum Einsatz kommen.
Der Blattflächen-Index steigt
Dass neu gepflanzte Jungbäume das Kronenvolumen und die Blattfläche gefällter Altbäume nicht vom ersten Tag an eins zu eins ersetzen können, liegt in der Natur der Sache. Allerdings wird dieser vorübergehende Verlust durch das kontinuierliche Wachstum der verbleibenden rund 65.000 Bestandsbäume im Stadtgebiet laufend kompensiert. Durch die stetige Netto-Überkompensation bei den Neupflanzungen stellt die Stadt sicher, dass die Kurve der gesamten Augsburger Blattfläche auf lange Sicht nach oben zeigt.
Die Vorlage wird am 27. Juli 2026 im Umweltausschuss des Stadtrats beraten.




