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Mittwoch, 20.10.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Schafitel stellt die WBG in Frage

Die Debatte um die die zunehmende Zahl der Asylbewerber in Augsburg nimmt groteske Züge an.

Von Siegfried Zagler

Architekt Volker Schafitel - Foto: Kleeblatt-Film

Architekt Volker Schafitel - Foto: Kleeblatt-Film


Die Freien Wähler haben im letzten Sozialausschuss einen Antrag gestellt: Die Stadt soll die städtische Wohnungsbaugesellschaft (WBG) beauftragen, im Stadtgebiet verteilt Wohnheime für je 20 bis 30 Asylbewerber zu bauen. Insgesamt sollen in diesen kleineren Wohneinheiten 300 Personen untergebracht werden. Die Kosten sollen durch Mieteinnahmen innerhalb von zehn Jahren sowie eine mögliche spätere Umwandlung zum Beispiel in Studentenwohnungen egalisiert beziehungsweise in die Gewinnzone geführt werden.

Kann die WBG nicht effizient bauen?

„Sozialreferent Max Weinkamm (CSU) sagte, die Verwaltung habe nochmals nach geeigneten Grundstücken gesucht. Fünf seien nun in der engeren Auswahl. Das Liegenschaftsamt soll bis Januar prüfen, welche tatsächlich infrage kommen. Weinkamm ist skeptisch: „Die öffentliche Hand ist nicht in der Lage, so effizient zu bauen, dass sie Profit macht“, so wird Weinkamm von der Augsburger Allgemeinen zitiert. Privatunternehmer könnten bis zu 30 Prozent billiger bauen, so Weinkamm. Dies brachte Volker Schafitel, Frontmann der Freien Wähler Augsburg, auf die Palme. Wenn es zutreffend sei, dass die WBG 30 Prozent teurer baue als private Bauträger, dann stelle sich die Frage, weshalb die Stadt große Bauaufgaben wie

Für Schwarz-Grün: Sozialreferent Max Weinkamm

Sozialreferent Max Weinkamm


die Sanierung der Kongresshalle (22 Millionen), den Bau der Messehalle (18 Millionen), den Bau der Westparkschule (22 Millionen) und besonders den Umbau des CFS, welcher am Ende 40 Millionen kosten werde, der WBG übertrage und dabei eine 30prozentige Vergeudung von Steuergeldern riskiere, so Schafitel in einer scharf formulierten Pressemitteilung. Weiter heißt es im Text: „Die Freien Wähler gingen davon aus – die WBG wurde dem Stadtrat auch als wirtschaftlich hoch effizientes städtisches Unternehmen verkauft – dass mit Beauftragung der WBG der Stadt ein Vorteil entsteht. Dies scheint nach Aussage Weinkamms nicht der Fall zu sein. Für alle weiteren Entscheidungen in Hinblick auf die Tätigkeit der WBG muss dem Oberbürgermeister als Aufsichtsratsvorsitzenden der WBG die Frage gestellt werden, wie es um die wirtschaftliche Effizienz der WBG bestellt ist!“