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Donnerstag, 14.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Faktencheck Grundwasser: Augsburger Messstelle zeigt Normalstand

In übereinstimmenden Berichten der Süd­deu­tschen Zeitung und der Augs­burger Allge­meinen ist von einer „besorg­nis­erre­gen­den“ bzw. „ange­spannten“ Grund­wasser­situation in Bayern die Rede. Das Baye­rische Landesamt für Umwelt (LfU) bestätigt ein Nieder­schlags­defizit von rund einem Drittel im ver­gangenen Winter­halbjahr und einen extrem trockenen April. Doch ein Blick auf die öffent­lichen Messdaten des LfU für eine der wich­tigsten Grund­wassermess­stellen Augsburgs relati­viert das Bild für die Stadt.

Von Bruno Stubenrauch

Grundwasserstand an Augsburgs wichtigster Messstelle: kein Grund zur Sorge (Daten: LfU; Grafik: DAZ)

Die Messstelle 596 in Göggingen gehört zum offi­ziellen staat­lichen Messnetz, wird vom LfU betrieben und gilt als besonders reprä­sen­tativ für das Grundwasser in Augsburg. Der Grund­wasser­spiegel liegt dort etwa zehn Meter unter der Gelände­ober­fläche, die Schwan­kungs­breite beträgt 3,73 Meter. Die öffent­lich zugäng­lichen Daten reichen bis 1974 zurück.

Am 22. April 2026 (dem jüngsten verfüg­baren Messtag) lag der Grund­wasser­stand bei 491,52 Meter über Normal­null. Der Zehn-Jahres-Durch­schnitt für den 22. April beträgt 491,68 Meter; der aktuelle Wert liegt nur 16 Zentimeter darunter – wenig angesichts einer Schwan­kungs­breite von fast zwei Metern für diesen Kalen­dertag. Vier der letzten zehn Werte des 22. April lagen über dem 2026er Pegel, aber auch vier darunter.

Das langjährige Mittel (über alle Tage) liegt bei 491,87 Meter, wobei zu beachten ist, dass im soge­nannten hydro­logischen Winter – zu dem der April gehört – das Grundwasser an der Messstelle 596 im Schnitt ohnehin 34 cm niedriger steht als im Sommer (DAZ berichtete).

Entwarnung für Augsburg

Ein „besorgniserregender“ oder „ange­spannter“ Zustand lässt sich aus diesen Zahlen für Augsburg nicht ableiten. Zwar weisen ober­flächen­nahe Grund­wasser­schichten in Bayern nach LfU-Angaben tat­sächlich vieler­orts niedrige Pegel aus – doch das tiefer liegende, für die lang­fristige Versorgung und das Augs­burger Trinkwasser relevante Grundwasser zeigt hier ein stabiles Bild. Die Mess­stelle 596 steht für genau diese tieferen Verhältnisse.

Was folgt daraus? Die Lage in anderen Regionen Bayerns mag ange­spannt sein. Die Klima­krise bleibt eine große Heraus­forderung. Doch für Augsburg gilt: Die wich­tigste Grund­wasser­mess­stelle der Stadt zeigt keinen alar­mie­renden Trend. Ein pauschales „Bayern versiegt“ trifft auf Augsburg nicht zu.