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Dienstag, 07.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Fuggerstraße: Neustart ohne Musterfläche

Die Augsburger Stadtverwaltung legt dem Stadtrat am 9. Juli einen neuen Grundsatzbeschluss zur Umgestaltung der nördlichen Fuggerstraße vor. Der Entwurf verzichtet auf das bisher geplante, kostspielige Provisorium einer Muster­fläche und setzt auf den Erhalt des Baumbestands. Das Projekt soll über elf Millionen Euro kosten und verschiebt andere Fuß- und Radwegeprojekte.

Von Bruno Stubenrauch

Verhindern einen Baubeginn vor 2029: Parkende Regional­busse in der Fugger­straße, die mangels Fertig­stellung nicht zum Haupt­bahnhof umziehen können (Foto: DAZ)

Die Neugestaltung der nördlichen Fuggerstraße zwischen Königsplatz und Staatstheater steht vor einer grund­legenden Wende. Die Verwaltung hat für die kommende Sitzung des Stadt­ent­wick­lungs­aus­schusses eine neue Beschluss­vor­lage (BSV/26/00123) vor­ge­legt, die das bisherige Konzept deut­lich ver­än­dert. Ziel ist ein Grund­satz­be­schluss, der den di­rek­ten Um­bau des Be­reichs ein­lei­tet und lang­jäh­rige Pla­nungs­blockaden auf­hebt.

Verzicht auf teures Provisorium

Weg­fal­len wird ins­be­son­dere die im März 2025 be­schlos­sene Her­stel­lung einer sogenannten Muster­fläche. Diese sollte ur­sprüng­lich im Maß­stab 1:1 zwi­schen Königsplatz und Holbeinstraße er­rich­tet werden, um Ma­te­ria­lien, Ent­sie­ge­lun­gen und neue Stadt­mö­bel für min­des­tens ein Jahr lang zu er­pro­ben. Die Kos­ten für dieses tem­po­räre Ex­pe­ri­ment, das wegen an­ste­hen­der Lei­tungs­ar­bei­ten spä­ter wie­der kom­plett hät­te zu­rück­ge­baut werden müssen, waren auf rund 350.000 Euro ver­an­schlagt wor­den.

Gegen diese Pla­nung hatte sich be­reits im Kom­mu­nal­wahl­kampf Kri­tik formiert. Vor­würfe rich­te­ten sich gegen den Auf­wand für ein Pro­vi­so­rium, das kei­nen nach­hal­ti­gen Nutzen ge­bracht hätte. Nun folgt die Ver­wal­tung die­sen Be­den­ken und kippt die Test­stre­cke. Baureferent Steffen Kercher be­grün­det den Schwenk in der Vor­lage mit ver­än­der­ten Prä­mis­sen und dem Ziel einer di­rek­ten, schnel­le­ren Re­al­i­sie­rung.

Klimawandel zwingt zum Umdenken

Ein Haupt­grund für die Neu­pla­nung sind ver­än­derte An­for­de­run­gen an den Um­welt­schutz. Die ur­sprüng­li­che Ent­wurfs­pla­nung aus dem Jahr 2014 sah noch vor, die zwei ex­is­tie­ren­den Baum­rei­hen der Al­lee voll­stän­dig zu fäl­len und durch eine vier­rei­hige Neu­pflan­zung zu er­set­zen. Ange­sichts des Kli­ma­wan­dels gilt diese Ra­di­kal­lö­sung heute als un­zeit­ge­mäß; die Be­stands­bäume sol­len nun er­hal­ten und in die neue Struktur in­te­griert werden.

Zudem sol­len die Grün­strei­fen ver­brei­tert und ent­sie­gelt werden, um als ver­duns­tungs­of­fene Flä­chen das Stadt­klima zu ver­bes­sern. Nach dem ge­plan­ten Schwamm­stadt­prin­zip wird das Nie­der­schlags­was­ser der Geh­wege künf­tig di­rekt in diese Grün­zo­nen ge­lei­tet. Um den Wur­zel­raum der alten Bäume zu schonen, ver­zich­tet die Stadt auf die ur­sprüng­lich vor­ge­se­he­nen guss­ei­ser­nen Baum­roste und Plät­ten­be­läge in die­sen Zonen.

Explodierende Kosten und verschobene Projekte

Neben öko­lo­gi­schen Grün­den zwin­gen vor allem fi­nan­zi­elle Zwänge zum Han­deln. Der kom­plette Um­bau wurde im Jahr 2014 auf knapp 10,5 Millionen Euro be­zif­fert; die Bau­preis­stei­ge­run­gen hätten das alte Pro­jekt bis heute auf min­des­tens 18,8 Millionen Euro ver­teu­ert. Die nun an­ge­strebte, be­stands­nahe Va­ri­ante soll die Bauk­os­ten sen­ken und wird auf 11 bis 13 Millionen Euro ge­schätzt, wofür Zu­schüsse der Städ­te­bau­för­de­rung er­war­tet werden.

Ums­trit­ten dürf­te je­doch die Quer­fi­nan­zie­rung des städ­ti­schen Ei­gen­an­teils wer­den. Dieser soll nach ak­tu­el­len Plä­nen aus dem Be­reich für den Aus­bau von Geh- und Rad­we­gen ent­nom­men werden. Die Ver­wal­tung be­stä­tigt in der Vor­lage of­fen, dass dies zur zeit­li­chen Ver­schie­bung an­de­rer Fuß- und Rad­ver­kehrs­pro­jekte im Stadt­ge­biet füh­ren wird. Allein die kom­plet­ten Pla­nungs­kos­ten belau­fen sich vor­ab auf rund 1,15 Millionen Euro.

Baubeginn erst im Jahr 2029

Trotz des Ver­zichts auf die Muster­fläche ist mit einem schnel­len Bau­be­ginn nicht zu rech­nen. Nach dem gro­ben Zeit­plan sol­len die Jahre 2026 und 2027 für Gut­ach­ten, die Pla­nungs­über­ar­bei­tung und die Öf­fent­lich­keits­be­tei­li­gung ge­nutzt werden. Der ei­gent­liche Pro­jekt­be­schluss durch den Stad­trat soll erst im Jahr 2027 er­fol­gen, ge­folgt von der Aus­füh­rungs­pla­nung im Jahr 2028.

Der erste Spaten­stich ist frü­hes­tens für Mitte 2029 vor­ge­sehen. Zwin­gende Vor­aus­set­zung hier­für ist die Ver­la­ge­rung der Re­g­io­nal­busse, die der­zeit noch in der Stra­ßen­mitte par­ken. Diese kön­nen erst nach Fer­tig­stel­lung des neuen Re­g­io­nal­bus­ter­mi­nals am Haupt­bahn­hof um­ge­lei­tet werden, was nach ak­tu­el­lem Stand im Som­mer 2029 der Fall sein soll. Die Bau­ar­bei­ten an der Fuggerstraße sol­len sich an­schlie­ßend mindestens bis in das Jahr 2031 hin­zie­hen. Ob Ober­bürger­meister Dr. Florian Freund die Fugger­allee, eines seiner zentralen Wahlkampf­ver­sprechen, innerhalb seiner ersten Amtszeit umsetzen kann, ist also keineswegs sicher.

Der Stad­trat wird am 30. Juli 2026 fi­nal über den Grund­satz­be­schluss ent­schei­den.


Weiterführende Links:

SPD präsentiert „friedliche“ Vision für die Fuggerstraße

Fuggerstraße: Bäume schön und gut – aber wer schützt uns vor dem Regen?



Fugger und Welser: Stadt­füh­rung be­leuch­tet starke Frauen

Der Auf­stieg der Augs­burger Kauf­manns­fa­mi­lien Fugger und Welser wird meist mit den Män­nern ver­bun­den. Eine be­son­dere Schau­spiel­füh­rung im Juli rückt nun die weib­li­chen Ak­teure hin­ter den Ku­lis­sen in den Fo­kus.

​Von Bruno Stubenrauch

Foto: Regio Augsburg Tourismus GmbH, Daniela Sailer

​Wäh­rend Jakob Fugger durch seine Fi­nan­zen für Kaiser und Päpste Welt­ge­schichte schrieb, blie­ben die Frauen der Fa­mi­lie his­to­risch oft im Schat­ten. Dabei hat­ten be­reits seine Groß­mut­ter und seine Mut­ter einen er­heb­li­chen An­teil am wirt­schaft­li­chen Er­folg. Die Füh­rung be­leuch­tet die ent­schei­den­den Fra­gen zum Ein­fluss die­ser Frauen.

​Im Mit­tel­punkt der Stadt­füh­rung ste­hen Bar­bara Fug­ger-Bä­sin­ger, Sib­ylla Fugger und Mar­ga­re­the Peuting­er. Eine Schau­spie­le­rin er­weckt die drei his­to­ri­schen Per­sön­lich­kei­ten zum Le­ben. Der Rund­gang zeigt auf, wie sie die Ge­schicke der Han­dels­häu­ser lenk­ten, wäh­rend die Män­ner auf Rei­sen waren.

Sek­tem­pfang im Er­leb­nis­mu­seum

​Die Teil­neh­mer er­war­tet eine Zeit­reise durch die Re­nais­sance-Stadt. Nach dem rund ein­ein­halb­stün­di­gen Rund­gang en­det die Ver­an­stal­tung mit einem Sek­tem­pfang. Die­ser fin­det im Fugger und Welser Er­leb­nis­mu­seum (Äußeres Pfaffen­gäss­chen 23) statt, wobei der Ein­tritt in die Dau­er­aus­stel­lung im Preis be­reits in­be­grif­fen ist.


Drei Frauen, zwei Fa­mi­lien, eine Auf­stiegs­ge­schichte!

  • Wann: Sam­stag, 4. Juli, 14:30 Uhr
  • Ort: Treff­punkt an der Tou­rist-In­for­ma­tion am Rat­haus­platz, Augs­burg
  • Re­fe­rent: Schau­spiel­füh­rung
  • Ver­an­stal­ter: Regio Augs­burg Tou­ris­mus GmbH / Er­leb­nis­mu­seum
  • Ti­cket­preise: 18 Euro, er­mä­ßigt 16 Euro, Fa­mi­lie 48 Euro, Mini-Fa­mi­lie 34 Euro (inkl. Mu­se­ums­ein­tritt)
  • Mehr Info: fugger-und-welser-museum.de/veranstaltungen/


Fugger und Welser Erlebnismuseum: Öffentliche Führungen im Februar

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum baut sein Angebot aus: Es findet nun an jedem Wochenende mindestens eine Museums­führung statt – mit wech­selnden Themen, spannend für Ein­heimische wie Touristen.

Jakob Fugger und Bartholomäus V. Welser im Gespräch in der Goldenen Schreibstube (Foto: Regio Augsburg Tourismus GmbH, Norbert Liesz)

Die Termine im Februar:

Sonntag, 01.02. (11 Uhr) & Samstag, 21.02. (14.30 Uhr): „Von Handel, Geld und Macht“ (Überblicks­führung).

Sonntag, 08.02. (11 Uhr): „Geh’ doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ (Kinderführung, 8–11 Jahre).

Samstag, 14.02. (14.30 Uhr): „Der Kaiser und der Kaufmann“ (Über die Allianz von Macht und Geld).

Sonntag, 22.02. (11 Uhr): „Luther und der Kapitalismus“ (Reformationsgeschichte und „Fuckerei“).

Sonntag, 22.02. (14.30 Uhr): „Clara Superstar“ (Kinderführung über ein reisendes Nashorn, 5–8 Jahre).

Details:

  • Dauer: jeweils 1 Stunde
  • Kosten: 12 € (erm. 10 €, Familien 25 €, Kinder unter 17 J. 5 €) inkl. Museumseintritt
  • Treffpunkt: Museumskasse

Weitere Informationen zu öffentlichen und buchbaren Führungen im Fugger und Welser Erlebnismuseum gibt es unter fugger-und-welser-museum.de/programm.



„Fuggers Erbe“ – Ein Augsburger Thriller zum 500. Fugger-Jubiläum

Am 30. Dezember 2025, genau 500 Jahre nach Jakob Fuggers Tod, öffnet sich in der Augsburger St.-Anna-Kirche ein Jahr­hunderte lang verborgen geblie­benes Geheim­fach. Darin liegt ein ver­schol­lenes Testament, das die globale Macht­balance aus den Angeln hebt.

Von Bruno Stubenrauch

Screenshot fugger.world

Das ist der Ausgangspunkt für „Fuggers Erbe“, den neuen Thriller von Dr. Florian M. Nebel. Was als lokale Nachricht beginnt, wächst sich zu einer globalen Suche nach Identität, Macht und Herkunft aus. Im Zentrum steht der Augsburger Lokal­journa­list Anton Pfaller, der zusammen mit der Histori­kerin Sophia Burda in ein Geflecht aus wirt­schaft­lichen Inter­essen, kirch­lichen Geheim­nissen und persön­lichen Verwick­lungen gerät.

Die Spur führt von Augsburg über Zürich bis in die Tiefen des Vatikans und zu den Glaspalästen moderner Tech-Milliardäre – und zu einem Erbe, das alle Vorstellungen übersteigt. Augsburg ist dabei mehr als Kulisse: Die Stadt bildet den histo­ri­schen und emotio­nalen Mittel­punkt des Romans.

Website als zweite Ebene

Der Roman erzählt in moderner Mehrformat-Form: klassische Prosa, Nach­richten­fetzen, Social-Media-Posts und Interviews verweben sich zu einem filmi­schen Erzählstrom.

Gleichzeitig öffnet die Website fugger.world eine zweite Ebene: komplexe krypto­grafische Rätsel, darunter der Appendix Secretus und der anspruchs­voll gestal­tete Fugger-Code, bei dem Leser im Buch Codewörter finden müssen, um mittels AES-256 ver­schlüs­selte Texte zu ent­schlüsseln. Wer also aufmerksam zwischen den Zeilen liest und ver­borgene Muster erkennt, öffnet die Tür zu tieferen Ebenen der Geschichte, die über die gedruckten Seiten hinausreichen.

Hauptcharakter Anton Pfaller auch auf Instagram

Ein besonderes Highlight: Der fiktive Charakter Anton ist bereits vor Roman­beginn auf Insta­gram aktiv. Ab dem 30. Dezember, dem Tag der Testa­ments­eröffnung, verschmelzen Buch und Wirk­lich­keit: Antons Posts begleiten die Handlung in Echtzeit, was eine völlig neue Art der Immersion schafft – man liest nicht nur über ihn, man kommuni­ziert mit ihm.

Dieser interaktive Thriller verbindet moderne Themen wie enorme Vermögens­kon­zen­tration und digitale Trans­parenz mit der histori­schen Tiefe Augsburgs und stellt am Ende die eine ent­scheidende Frage: Was macht einen Menschen wirklich reich?


Fuggers Erbe
Thriller von Dr. Florian M. Nebel
🔗Amazon

„Fuggers Erbe“ ist am 11.11.2025 erschienen, zusätzlich in Englisch als „Fuggers Legacy“.

Infos, Rätsel & Bonusmaterial:
fugger.world

Instagram:
Anton Pfaller



Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe

Die Kunstsammlungen & Museen Augsburg präsen­tieren vom 12. De­zember 2025 bis 12. April 2026 im Schaezler­palais eine Sonder­aus­stellung zum 500. Todestag Jakob Fuggers.

Von Bruno Stubenrauch

Albrecht Dürer, Bildnis Jakob Fugger der Reiche, um 1520 – Foto: © bpk | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Fugger förder­ten nicht nur Handel, son­dern auch Künst­ler, Archi­tekten und Kunst­hand­werker und trugen so zur Blüte von Male­rei, Kunst­hand­werk und kul­tu­rellem Aus­tausch in Augsburg bei.

Die Schau zeigt erle­sene Gemälde, seltene Schmuck­stücke und kost­bares Kunst­hand­werk aus dem Besitz der Fugger-Familie sowie Leih­gaben. Ein Highlight ist das Dürer-Porträt von Jakob Fugger, nach Jahren in München erstmals wieder in Augsburg zu sehen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Themenräume:

  • Dürers Porträt und venezi­anische Meister­werke wie Paolo Veroneses „Venus und Adonis“ oder Werke von Paris Bordone, Tiepolo und Canaletto.
  • „Fugger im Bild“: Porträts von Familien­mit­gliedern, darunter Ulrich Fugger von Hans Maler und erstmals aus­ge­stellte Dar­stel­lungen von Octavianus Secundus’ Kindern.
  • Kunsthandwerk der Reichs­stadt Augsburg: Kabi­nett­möbel, Renais­sance-Schmuck und prächtige Samm­lungs­objekte, darunter der Kunst­schrank von Christoph Erhart (um 1602/04).

Die Ausstellung wird unter der Schirm­herr­schaft des Bundes­präsi­denten gezeigt und bietet ein beglei­tendes Programm mit Führungen, Vorträgen und Workshops. Eine kleine Broschüre informiert zusätzlich über die gezeigten Objekte.


Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe

Ort: Schaezlerpalais, 2. OG
Laufzeit: 12.12.2025 – 12.04.2026



​Eine magische Hommage an die Fuggerstadt

Augsburgs Wahrzeichen haben noch nie so bezaubernd ausgesehen. Die Künstlerin Manuela Winbeck hat den berühmten Türmen und histo­rischen Toren unserer über 2000 Jahre alten Stadt ein völlig neues, modernes und doch märchenhaftes Gesicht verliehen.

Winbecks neue Kollektion, eine liebevolle Hommage an die „steinernen Wächter“ zwischen Lech und Wertach, präsentiert Ikonen wie das Rote Tor, den Perlachturm und das Jakober Tor in einem neuen Gestaltungs­stil, der sofort ins Auge sticht:

Klare Linien treffen auf zarte Farben und verspielte Muster im Hinter­grund – moderne Romantik. Der historische Untere St. Jakobs Wasser­turm oder der moderne Hotelturm erstrahlen in lebendigen Tönen und leuchtenden Farben. Die Werke sind mehr als nur Bilder; sie sind kleine Fenster in die Seele Augsburgs und schenken ein stilvolles Stück Heimatgefühl.

Neugierig geworden?

Die Bilder können als Postkarten in der Buch­handlung am Obstmarkt oder im tim-Shop erworben werden. Die gerahmten Kunstwerke in den Formaten 20 x 20 cm und 40 x 40 cm, die jedem Büro, Lokal oder Zuhause einen Hauch faszi­nierender Augsburger Romantik verleihen, sind in der Augsburger Rahmen­handlung Heydel in der Bäckergasse 16 ausgestellt und dort erhältlich. Alle Motive sind im Schaufenster zu sehen.

Mehr zur Künstlerin:

Bernd Heydel von der Rahmenhandlung mit gerahmten Augsburg-Bildern von Manuela Winbeck



Fuggerstraße: Bäume schön und gut – aber wer schützt uns vor dem Regen?

Die SPD will die Fuggerstraße in Augsburg in einen Boulevard verwandeln – verkehrsberuhigt, mit 17 Meter breiten Gehwegen und bis zu 60 Bäumen, die durch Schattenwurf und Verdunstung das Mikroklima verbessern und die Aufenthaltsqualität steigern sollen. Doch sind die Prioritäten wirklich richtig gesetzt?

Kommentar von Bruno Stubenrauch

15 bis 20 Millionen Euro will die SPD in die 330 Meter lange Straße investieren – in etwa so viel, wie ein ganzer Kilometer sechsspurige Autobahn kostet. Bei 60 Bäumen entspricht das zwischen 250.000 und 330.000 Euro pro Baum – genug, um ein kleines Einfamilienhaus zu finanzieren.

Viel Geld, gerade wenn man bedenkt, dass Augsburg im Jahr nur etwa zehn Hitzetage zählt, während es rund 100 Regentage gibt. Wer draußen verweilen möchte, kämpft also nicht primär mit der Sonne, sondern mit Regen. Das eigentliche Problem der Menschen bleibt ungelöst.

Prioritäten neu setzen

Die Frage drängt sich auf: Wäre es nicht sinnvoller, statt der Pflanzung vier teurer Baumreihen die Gehwege zu überdachen? Überdachungen würden sofortigen Schutz an zehnmal mehr Tagen im Jahr bieten, die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen und vermutlich weniger kosten als die millionenschweren Bäume.

Cafés, Eisdielen und Sitzgelegenheiten könnten wettergeschützt betrieben werden, Veranstaltungen wären unabhängig vom Wetter möglich. Bäume verschönern zwar das Stadtbild, spenden Schatten und können den Raum gliedern – wenn sie nicht gerade wertvolle Blickachsen verstellen. Ihr Nutzen im Alltag beschränkt sich jedoch auf die wenigen heißen Tage.

Es geht um nutzbaren Raum

Die SPD läuft Gefahr, ein Prestigeprojekt – grün, teuer, repräsentativ – zu favorisieren, während pragmatische Lösungen gefragt sind. In der Fuggerstraße geht es um nutzbaren Raum. Eine Überdachung der Gehwege wäre eine Investition, die sich direkt auszahlt – unabhängig von den wenigen Hitzetagen.


Weiterführende Links:



SPD präsentiert „friedliche“ Vision für die Fuggerstraße

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch stellten SPD-OB-Kandidat Dr. Florian Freund und die Architekten Eberhard Wunderle, Sebastian Berz und Helmut Winhard ihren Zukunftsplan für die Fuggerstraße vor.

Von Bruno Stubenrauch

Visualisierung: Büro Helmut Winhard

Eberhard Wunderle beschrieb den Entwurf als „friedliche Planung zur Innenstadt“: Vier Baumreihen und neue Vorgartenzonen sollen ein ruhiges Stadtbild schaffen. Das bestehende Verkehrssystem könne ohne Änderungen weiter genutzt werden, was eine zügige Umsetzung ermögliche.

Sebastian Berz betonte die große klimatische Bedeutung erdverwurzelter Großbäume: Sie kühlten die Umgebung deutlich stärker als Kübelbäume und benötigten weniger Pflege. Die neue Fuggerpromenade könne zum „Grünen Tor“ der Innenstadt werden und zentrale Stadtteile klimatisch miteinander verbinden.

Dr. Florian Freund bezeichnete die Planung als zukunftsfähig und finanzierbar – und kündigte an, im Falle seines Wahlsiegs „sofort mit der Umsetzung“ zu beginnen.


Kommentar



„Fuggerallee jetzt!“

Am Samstag, den 19. Juli 2025 von 12 bis 17 Uhr findet auf dem Königsplatz vor der Deutschen Bank die Veranstaltung „Aufbruch zur Klimastadt – Fuggerallee jetzt!“ statt.

Ziel der Veranstaltung ist es, die Wiederbegrünung der Fuggerstraße als Symbol für eine umfassende Begrünung der Augsburger Innenstadt im Kontext des Klimawandels zu fordern. Acht umwelt- und verkehrspolitische Initiativen haben sich zusammengeschlossen, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und einen Aufbruch zur Klimastadt einzuleiten, da bisherige politische Versprechungen nur zu unzureichenden Maßnahmen geführt haben.

Die Veranstaltung bietet Live-Musik von den Künstlern Manuel Bolling, Martin Dix, Taljesin und Songhill Garten sowie Informations- und Infostände.



Eintritt frei in der Fuggerei

Anlässlich der Jakober Kirchweih 2025 bietet die Fuggerei am kommenden Samstag und Sonntag, den 19. und 20. Juli, ab 9 Uhr freien Eintritt für ihre Besucher. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt.

In der Fuggerei, die Teil der Kirchweih ist, öffnet an beiden Tagen ab 12 Uhr ein Waffelstand und ein Eiswagen. Darüber hinaus gibt es eine Bastelstation, Gartenschach, eine Waldstation und viele weitere Mitmachangebote. Führungen durch die Geschichte und das Leben in der ältesten Sozialsiedlung der Welt stehen ebenfalls auf dem Programm, darunter zwei Kinderführungen jeweils um 15 Uhr.

Auch Bienen wohnen hier

An beiden Tagen um 14.30 Uhr gibt Imker Andreas Stiel Einblicke in die süße Seite der Fuggerei. Er erklärt alles rund um seine Tätigkeit und die hier lebenden Bienen. Das Ergebnis, der Bienenhonig, kann auch gekauft werden: von 9 bis 20 Uhr in der Herrengasse beim gelben F.

Die Museen der Fuggerei sind am Fest-Wochenende länger geöffnet: am Samstag von 9 bis 22 Uhr und am Sonntag von 9 bis 20 Uhr. Der Eintritt sowohl in die Fuggerei selbst als auch zu allen Veranstaltungen an den beiden Festtagen ist kostenlos. Unter dem Jahr beträgt der Eintrittspreis für Erwachsene 8 Euro (ermäßigt 7 Euro) und für Kinder von 8 bis 17 Jahren 4 Euro.

Eingang zur Fuggerei in der Jakoberstraße 26 – Foto: DAZ