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Samstag, 07.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Fugger und Welser Erlebnismuseum: Öffentliche Führungen im Februar

Das Fugger und Welser Erlebnismuseum baut sein Angebot aus: Es findet nun an jedem Wochenende mindestens eine Museums­führung statt – mit wech­selnden Themen, spannend für Ein­heimische wie Touristen.

Jakob Fugger und Bartholomäus V. Welser im Gespräch in der Goldenen Schreibstube (Foto: Regio Augsburg Tourismus GmbH, Norbert Liesz)

Die Termine im Februar:

Sonntag, 01.02. (11 Uhr) & Samstag, 21.02. (14.30 Uhr): „Von Handel, Geld und Macht“ (Überblicks­führung).

Sonntag, 08.02. (11 Uhr): „Geh’ doch dahin, wo der Pfeffer wächst!“ (Kinderführung, 8–11 Jahre).

Samstag, 14.02. (14.30 Uhr): „Der Kaiser und der Kaufmann“ (Über die Allianz von Macht und Geld).

Sonntag, 22.02. (11 Uhr): „Luther und der Kapitalismus“ (Reformationsgeschichte und „Fuckerei“).

Sonntag, 22.02. (14.30 Uhr): „Clara Superstar“ (Kinderführung über ein reisendes Nashorn, 5–8 Jahre).

Details:

  • Dauer: jeweils 1 Stunde
  • Kosten: 12 € (erm. 10 €, Familien 25 €, Kinder unter 17 J. 5 €) inkl. Museumseintritt
  • Treffpunkt: Museumskasse

Weitere Informationen zu öffentlichen und buchbaren Führungen im Fugger und Welser Erlebnismuseum gibt es unter fugger-und-welser-museum.de/programm.



„Fuggers Erbe“ – Ein Augsburger Thriller zum 500. Fugger-Jubiläum

Am 30. Dezember 2025, genau 500 Jahre nach Jakob Fuggers Tod, öffnet sich in der Augsburger St.-Anna-Kirche ein Jahr­hunderte lang verborgen geblie­benes Geheim­fach. Darin liegt ein ver­schol­lenes Testament, das die globale Macht­balance aus den Angeln hebt.

Von Bruno Stubenrauch

Screenshot fugger.world

Das ist der Ausgangspunkt für „Fuggers Erbe“, den neuen Thriller von Dr. Florian M. Nebel. Was als lokale Nachricht beginnt, wächst sich zu einer globalen Suche nach Identität, Macht und Herkunft aus. Im Zentrum steht der Augsburger Lokal­journa­list Anton Pfaller, der zusammen mit der Histori­kerin Sophia Burda in ein Geflecht aus wirt­schaft­lichen Inter­essen, kirch­lichen Geheim­nissen und persön­lichen Verwick­lungen gerät.

Die Spur führt von Augsburg über Zürich bis in die Tiefen des Vatikans und zu den Glaspalästen moderner Tech-Milliardäre – und zu einem Erbe, das alle Vorstellungen übersteigt. Augsburg ist dabei mehr als Kulisse: Die Stadt bildet den histo­ri­schen und emotio­nalen Mittel­punkt des Romans.

Website als zweite Ebene

Der Roman erzählt in moderner Mehrformat-Form: klassische Prosa, Nach­richten­fetzen, Social-Media-Posts und Interviews verweben sich zu einem filmi­schen Erzählstrom.

Gleichzeitig öffnet die Website fugger.world eine zweite Ebene: komplexe krypto­grafische Rätsel, darunter der Appendix Secretus und der anspruchs­voll gestal­tete Fugger-Code, bei dem Leser im Buch Codewörter finden müssen, um mittels AES-256 ver­schlüs­selte Texte zu ent­schlüsseln. Wer also aufmerksam zwischen den Zeilen liest und ver­borgene Muster erkennt, öffnet die Tür zu tieferen Ebenen der Geschichte, die über die gedruckten Seiten hinausreichen.

Hauptcharakter Anton Pfaller auch auf Instagram

Ein besonderes Highlight: Der fiktive Charakter Anton ist bereits vor Roman­beginn auf Insta­gram aktiv. Ab dem 30. Dezember, dem Tag der Testa­ments­eröffnung, verschmelzen Buch und Wirk­lich­keit: Antons Posts begleiten die Handlung in Echtzeit, was eine völlig neue Art der Immersion schafft – man liest nicht nur über ihn, man kommuni­ziert mit ihm.

Dieser interaktive Thriller verbindet moderne Themen wie enorme Vermögens­kon­zen­tration und digitale Trans­parenz mit der histori­schen Tiefe Augsburgs und stellt am Ende die eine ent­scheidende Frage: Was macht einen Menschen wirklich reich?


Fuggers Erbe
Thriller von Dr. Florian M. Nebel
🔗Amazon

„Fuggers Erbe“ ist am 11.11.2025 erschienen, zusätzlich in Englisch als „Fuggers Legacy“.

Infos, Rätsel & Bonusmaterial:
fugger.world

Instagram:
Anton Pfaller



Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe

Die Kunstsammlungen & Museen Augsburg präsen­tieren vom 12. De­zember 2025 bis 12. April 2026 im Schaezler­palais eine Sonder­aus­stellung zum 500. Todestag Jakob Fuggers.

Von Bruno Stubenrauch

Albrecht Dürer, Bildnis Jakob Fugger der Reiche, um 1520 – Foto: © bpk | Bayerische Staatsgemäldesammlungen

Die Fugger förder­ten nicht nur Handel, son­dern auch Künst­ler, Archi­tekten und Kunst­hand­werker und trugen so zur Blüte von Male­rei, Kunst­hand­werk und kul­tu­rellem Aus­tausch in Augsburg bei.

Die Schau zeigt erle­sene Gemälde, seltene Schmuck­stücke und kost­bares Kunst­hand­werk aus dem Besitz der Fugger-Familie sowie Leih­gaben. Ein Highlight ist das Dürer-Porträt von Jakob Fugger, nach Jahren in München erstmals wieder in Augsburg zu sehen.

Die Ausstellung gliedert sich in drei Themenräume:

  • Dürers Porträt und venezi­anische Meister­werke wie Paolo Veroneses „Venus und Adonis“ oder Werke von Paris Bordone, Tiepolo und Canaletto.
  • „Fugger im Bild“: Porträts von Familien­mit­gliedern, darunter Ulrich Fugger von Hans Maler und erstmals aus­ge­stellte Dar­stel­lungen von Octavianus Secundus’ Kindern.
  • Kunsthandwerk der Reichs­stadt Augsburg: Kabi­nett­möbel, Renais­sance-Schmuck und prächtige Samm­lungs­objekte, darunter der Kunst­schrank von Christoph Erhart (um 1602/04).

Die Ausstellung wird unter der Schirm­herr­schaft des Bundes­präsi­denten gezeigt und bietet ein beglei­tendes Programm mit Führungen, Vorträgen und Workshops. Eine kleine Broschüre informiert zusätzlich über die gezeigten Objekte.


Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe

Ort: Schaezlerpalais, 2. OG
Laufzeit: 12.12.2025 – 12.04.2026



​Eine magische Hommage an die Fuggerstadt

Augsburgs Wahrzeichen haben noch nie so bezaubernd ausgesehen. Die Künstlerin Manuela Winbeck hat den berühmten Türmen und histo­rischen Toren unserer über 2000 Jahre alten Stadt ein völlig neues, modernes und doch märchenhaftes Gesicht verliehen.

Winbecks neue Kollektion, eine liebevolle Hommage an die „steinernen Wächter“ zwischen Lech und Wertach, präsentiert Ikonen wie das Rote Tor, den Perlachturm und das Jakober Tor in einem neuen Gestaltungs­stil, der sofort ins Auge sticht:

Klare Linien treffen auf zarte Farben und verspielte Muster im Hinter­grund – moderne Romantik. Der historische Untere St. Jakobs Wasser­turm oder der moderne Hotelturm erstrahlen in lebendigen Tönen und leuchtenden Farben. Die Werke sind mehr als nur Bilder; sie sind kleine Fenster in die Seele Augsburgs und schenken ein stilvolles Stück Heimatgefühl.

Neugierig geworden?

Die Bilder können als Postkarten in der Buch­handlung am Obstmarkt oder im tim-Shop erworben werden. Die gerahmten Kunstwerke in den Formaten 20 x 20 cm und 40 x 40 cm, die jedem Büro, Lokal oder Zuhause einen Hauch faszi­nierender Augsburger Romantik verleihen, sind in der Augsburger Rahmen­handlung Heydel in der Bäckergasse 16 ausgestellt und dort erhältlich. Alle Motive sind im Schaufenster zu sehen.

Mehr zur Künstlerin:

Bernd Heydel von der Rahmenhandlung mit gerahmten Augsburg-Bildern von Manuela Winbeck



Fuggerstraße: Bäume schön und gut – aber wer schützt uns vor dem Regen?

Die SPD will die Fuggerstraße in Augsburg in einen Boulevard verwandeln – verkehrsberuhigt, mit 17 Meter breiten Gehwegen und bis zu 60 Bäumen, die durch Schattenwurf und Verdunstung das Mikroklima verbessern und die Aufenthaltsqualität steigern sollen. Doch sind die Prioritäten wirklich richtig gesetzt?

Kommentar von Bruno Stubenrauch

15 bis 20 Millionen Euro will die SPD in die 330 Meter lange Straße investieren – in etwa so viel, wie ein ganzer Kilometer sechsspurige Autobahn kostet. Bei 60 Bäumen entspricht das zwischen 250.000 und 330.000 Euro pro Baum – genug, um ein kleines Einfamilienhaus zu finanzieren.

Viel Geld, gerade wenn man bedenkt, dass Augsburg im Jahr nur etwa zehn Hitzetage zählt, während es rund 100 Regentage gibt. Wer draußen verweilen möchte, kämpft also nicht primär mit der Sonne, sondern mit Regen. Das eigentliche Problem der Menschen bleibt ungelöst.

Prioritäten neu setzen

Die Frage drängt sich auf: Wäre es nicht sinnvoller, statt der Pflanzung vier teurer Baumreihen die Gehwege zu überdachen? Überdachungen würden sofortigen Schutz an zehnmal mehr Tagen im Jahr bieten, die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen und vermutlich weniger kosten als die millionenschweren Bäume.

Cafés, Eisdielen und Sitzgelegenheiten könnten wettergeschützt betrieben werden, Veranstaltungen wären unabhängig vom Wetter möglich. Bäume verschönern zwar das Stadtbild, spenden Schatten und können den Raum gliedern – wenn sie nicht gerade wertvolle Blickachsen verstellen. Ihr Nutzen im Alltag beschränkt sich jedoch auf die wenigen heißen Tage.

Es geht um nutzbaren Raum

Die SPD läuft Gefahr, ein Prestigeprojekt – grün, teuer, repräsentativ – zu favorisieren, während pragmatische Lösungen gefragt sind. In der Fuggerstraße geht es um nutzbaren Raum. Eine Überdachung der Gehwege wäre eine Investition, die sich direkt auszahlt – unabhängig von den wenigen Hitzetagen.


Weiterführende Links:



SPD präsentiert „friedliche“ Vision für die Fuggerstraße

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch stellten SPD-OB-Kandidat Dr. Florian Freund und die Architekten Eberhard Wunderle, Sebastian Berz und Helmut Winhard ihren Zukunftsplan für die Fuggerstraße vor.

Von Bruno Stubenrauch

Visualisierung: Büro Helmut Winhard

Eberhard Wunderle beschrieb den Entwurf als „friedliche Planung zur Innenstadt“: Vier Baumreihen und neue Vorgartenzonen sollen ein ruhiges Stadtbild schaffen. Das bestehende Verkehrssystem könne ohne Änderungen weiter genutzt werden, was eine zügige Umsetzung ermögliche.

Sebastian Berz betonte die große klimatische Bedeutung erdverwurzelter Großbäume: Sie kühlten die Umgebung deutlich stärker als Kübelbäume und benötigten weniger Pflege. Die neue Fuggerpromenade könne zum „Grünen Tor“ der Innenstadt werden und zentrale Stadtteile klimatisch miteinander verbinden.

Dr. Florian Freund bezeichnete die Planung als zukunftsfähig und finanzierbar – und kündigte an, im Falle seines Wahlsiegs „sofort mit der Umsetzung“ zu beginnen.


Kommentar



„Fuggerallee jetzt!“

Am Samstag, den 19. Juli 2025 von 12 bis 17 Uhr findet auf dem Königsplatz vor der Deutschen Bank die Veranstaltung „Aufbruch zur Klimastadt – Fuggerallee jetzt!“ statt.

Ziel der Veranstaltung ist es, die Wiederbegrünung der Fuggerstraße als Symbol für eine umfassende Begrünung der Augsburger Innenstadt im Kontext des Klimawandels zu fordern. Acht umwelt- und verkehrspolitische Initiativen haben sich zusammengeschlossen, um dieser Forderung Nachdruck zu verleihen und einen Aufbruch zur Klimastadt einzuleiten, da bisherige politische Versprechungen nur zu unzureichenden Maßnahmen geführt haben.

Die Veranstaltung bietet Live-Musik von den Künstlern Manuel Bolling, Martin Dix, Taljesin und Songhill Garten sowie Informations- und Infostände.



Eintritt frei in der Fuggerei

Anlässlich der Jakober Kirchweih 2025 bietet die Fuggerei am kommenden Samstag und Sonntag, den 19. und 20. Juli, ab 9 Uhr freien Eintritt für ihre Besucher. Geboten wird ein abwechslungsreiches Programm für Jung und Alt.

In der Fuggerei, die Teil der Kirchweih ist, öffnet an beiden Tagen ab 12 Uhr ein Waffelstand und ein Eiswagen. Darüber hinaus gibt es eine Bastelstation, Gartenschach, eine Waldstation und viele weitere Mitmachangebote. Führungen durch die Geschichte und das Leben in der ältesten Sozialsiedlung der Welt stehen ebenfalls auf dem Programm, darunter zwei Kinderführungen jeweils um 15 Uhr.

Auch Bienen wohnen hier

An beiden Tagen um 14.30 Uhr gibt Imker Andreas Stiel Einblicke in die süße Seite der Fuggerei. Er erklärt alles rund um seine Tätigkeit und die hier lebenden Bienen. Das Ergebnis, der Bienenhonig, kann auch gekauft werden: von 9 bis 20 Uhr in der Herrengasse beim gelben F.

Die Museen der Fuggerei sind am Fest-Wochenende länger geöffnet: am Samstag von 9 bis 22 Uhr und am Sonntag von 9 bis 20 Uhr. Der Eintritt sowohl in die Fuggerei selbst als auch zu allen Veranstaltungen an den beiden Festtagen ist kostenlos. Unter dem Jahr beträgt der Eintrittspreis für Erwachsene 8 Euro (ermäßigt 7 Euro) und für Kinder von 8 bis 17 Jahren 4 Euro.

Eingang zur Fuggerei in der Jakoberstraße 26 – Foto: DAZ



Kommentar

Augsburg und die Legende vom heiligen Fugger 

Die Stadt Augsburg und die Fuggerschen Stiftungen feiern wieder einmal gemeinsam ein 500-Jahre-Jubiläum. Die historische Problemfigur Jakob Fugger soll erneut als Lichtgestalt auf die Stadt abstrahlen und dabei auch noch als angeblich innovativer Denker und Sozialreformer in die Zukunft wirken. Peter Bommas nennt das Geschichtsklitterung und empfiehlt zur Revision einen Museumsbesuch.

Kommentar von Peter Bommas

In Zeiten von Trump und Musk, wo Geld, Macht und Gier die Politik bestimmen, den alten Fugger und sein über Jahrhunderte waberndes Nachbeben hochzuhalten, ja abzufeiern und Augsburg als Medaille umzuhängen, ist mehr als grotesk, passt aber zum Verkauf politischer Souveränität und Wahrhaftigkeit an Marketingspezln. Es scheint in Augsburg in Vergessenheit geraten zu sein, wofür der „Fugger“ in den 70er, 80er und 90er Jahren stand – ein Symbol als Eintrittskarte in die Abhängigkeit, die Währung für ein Gramm H – nicht nur am Königsplatz. Wenn heute mit der Marketingidee „Fuggerei der Zukunft“ für ein soziales Vorzeige-Modell in Afrika geworben wird, das in Drittweltstaaten Armut und Wohnungsnot lindern soll, gefeiert als soziale, postmoderne Wohltat, so erinnert das doch sehr an die aktuellen, trumpschen Allmachtsphantasien, des Gottvaters des Geldes und der Macht, quasi eine evangelikale Reinkarnation des Jakob Fugger.

Der Godfather von Ausbeutung und Krieg
Der war im ausgehenden Mittelalter und heraufziehenden Frühkapitalismus der mächtigste Mann in Europa und damit der damaligen eurozentristisch definierten „Welt“, hat Kaiser und Könige finanziert und abserviert, war der Godfather von Ausbeutung und Krieg. Hat sich lustig gemacht über das „Volk“, die Niederlage der Bauern im Bauernkrieg 1525 gefeiert und mitfinanziert – der ersten noch vordemokratischen Erhebung gegen das Feudalsystem.

Heiligenbild (Grafik: DAZ)

Heiligenbild (Grafik: DAZ)

Ebenso skrupellos die Zurichtung des „niederen Volks“ im heiligen römischen Reich deutscher Nation, das sich totschuften durfte in Bergwerken und frühkapitalistischer Heimarbeit. Zur ideologischen Rechtfertigung seines „Lebenswerks“ hat er sich gemein gemacht mit der mächtigen römischen Kirche und ihrem Unterdrückungs- und Verblendungsapparat. Dieses – realistische, historisch legitimierte – Fuggerbild ist in der wissenschaftlichen Forschung und im Lehrbetrieb schon lange bekannt und gründlich dargestellt. Das von zahlreichen Schulklassen besuchte, kleine, aber feine Fugger- und Welser-Museum in Augsburg legt dafür dankenswerterweise Zeugnis ab und zeigt uns das wahre Fuggerbild.

Jeder von diesem vor fünfhundert Jahren wütenden Machtmenschen beeindruckte Fugger-Fan, alle Lobhudler auf das als cleveres Geschäftsmodell initiierte Wohn-Projekt der Fuggerei – kleinhäuslerische Vereinzelung von prekärer Heimarbeit, nun bettelarmen „failed states“ mit dubiosen Versprechungen dargeboten als Projekt eines „Zusammenlebens der Zukunft für Entwicklungsländer“ (siehe die gründliche Recherche von Bernhard Schiller in der DAZ zu dem Projekt in Sierra Leone), möchte doch bitte einen Museumsbesuch machen. Und sich dort die Wirkungen Fuggerschen Wirtschaftens, Geldanhäufens und menschenverachtenden Handelns vor Augen führen.

Eine eher glanzlose Gegenwart, in der es nichts zu feiern gibt
Wer dort war und aufmerksam die Stationen betrachtet hat, der kann nicht mehr goutieren, was wichtige Teile der Augsburger Stadtgesellschaft partout festhalten wollen: Jakob Fugger als Lichtgestalt, als Identifikationsfigur für eine an der Armutsgrenze dahinsiechende Stadt mit maroden Schulen, Kitas, Sportplätzen, Schwimmbädern und ihre – zu fast fünfzig Prozent migrantischen – Bewohnerinnen und Bewohner, die nach über fünfhundert Jahren noch immer abstrahlen soll auf eine eher glanzlose Gegenwart. Es gibt nichts zu feiern! Diese kritiklose Lobhudelei auf einen frühneuzeitlichen Potentaten ist pure Geschichtsklitterung.



Bauernkrieg 1525 / Veranstaltungshinweis

Gedenkjahr 1525: Das Fugger- und Welser-Erlebnismuseum widmet sich dem „Bauernkrieg“

Halb Deutschland gedenkt der Revolution von 1525. Landesausstellungen in Thüringen, Sachsen-Anhalt, Reinland-Pfalz und Baden-Württemberg verleihen dem bedeutenden Ereignis prominenten Raum und auch das Land Bayern hat ihm eine eigene Ausstellung in Memmingen gewidmet. Nur in Augsburg scheint man sich schwer zu tun mit dem gemeinen Volk und dem Krieg.

Obwohl Augsburgs Jakob Fugger durch seine Finanzhilfen maßgeblichen Einfluß auf die Niederschlagung der Bauern und gemeinen Leute und somit wesentlichen Anteil an dem großflächigen historischen Ereignis hatte. Die Fuggerschen Stiftungen feiern indes schon wieder, diesmal den 500. Todestag ihres Gottvaters Jakob und die Stadt feiert mit, zum Beispiel mit einer Sonderausstellung zu den reichen Kunstschätzen aus der Zeit der Fugger. Außerdem konzentriert sich die Stadt auf das 375. Jubiläum des sogenannten Friedensfestes, verpasst dabei aber das Thema Bauernkrieg komplett, obwohl es zur Geschichte des Friedensfestes gehört wie die Reformation und der Dreißigjährige Krieg.

Lutherstiege mit Jakob Fugger (Foto: Regio Augsburg Tourismus GmbH_Katharina Dehner)

Lutherstiege mit Jakob Fugger (Foto: Regio Augsburg Tourismus GmbH, Katharina Dehner)

 

Fast bliebe der Bauernkrieg nur eine Randerscheinung jenseits der Stadtmauern – doch immerhin: Das Fugger- und Welser-Erlebnismuseum widmet dem Thema an jedem ersten Samstag im Monat eine Führung und will damit die Gegensätze zwischen Martin Luther und Jakob Fugger beleuchten. Die kombinierte Führung beginnt in der St.-Anna-Kirche, wo die Lutherstiege und die das Mausoleum der Fugger besichtigt werden, anschließend folgt ein Rundgang durch die Dauerausstellung des Fugger- und Welser-Erlebnismuseums anhand der Fragestellung, weshalb es aus Sicht Luthers notwendig geworden war, den Fuggern „einen Zaum ins Maul zu legen“.


Führung im Gedenkjahr:
»Von der Freihaitt aines Christenmenschen«: Luther –
Fugger – 1525

Weitere Termine:       03.05. | 07.06. | 05.07. | 02.08. | 06.09. | 04.10. | 06.12.2025
Beginn:                     14:30 Uhr
Treffpunkt:                St. Anna im Kreuzgang (Eingang Lutherstiege)
Kosten:                     16 € | 14 € erm. inkl. Eintritt ins Fugger und Welser Erlebnismuseum
Dauer:                       2 Stunden