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Freitag, 19.05.2023 - Jahrgang 15 - www.daz-augsburg.de

Ergänzungen zum Wirken der Welser und Fugger

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch haben Aktivisten aus dem Umfeld des Klimacamps mit einer sogenannten „Fuggerkorrektur“ auf die unzureichende Aufarbeitung der Augsburger Kolonialgeschichte aufmerksam gemacht.

Dabei brachten sie ein Schild mit der Aufschrift „Sklavenhändler“ neben der Welsertafel in der Annastrasse an und ergänzten die Aufschrift der Fuggerstatue am Fuggerplatz „Hans Jakob Fugger, Beförderer der Wissenschaft“ um den Zusatz „Beförderer des Sklavenhandels“. „Die Fugger haben das kapitalistische koloniale System mit aufgebaut, das bis heute Menschen und Umwelt ausbeutet, und werden in Augsburg für ihren Reichtum gefeiert. Das schickt die ganz falsche Botschaft in die Welt, dass das Erlangen von Reichtum rühmlicher ist, als es verwerflich ist Menschenrechte mit Füßen zu treten“, so Felix Strobel.

Wie die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt, bereicherten sich die Handelshäuser Fugger und Welser ab dem 16. Jahrhundert durch den Sklavenhandel. Die Welser waren am direkten transatlantischen Sklavenhandel beteiligt, die Fugger Geldgeber für den portugiesischen Sklavenhandel. Dieser Handel wurde im 17. Jahrhundert zu einem kolonialen System aufgebaut, welches bis heute Menschen und Umwelt ausbeutet. In Augsburg wird vor allem die Familie Fugger glorifiziert ohne den Ursprung des Reichtums kritisch zu hinterfragen oder die Motivation zur Errichtung der Fuggerei – dem Wunsch nach eigenem Seelenheil – zu benennen.