DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 10.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Vermischtes

Chatkontrolle Part III

Freiwillige Scans – Die Risiken bleiben

Zweimal ist die EU-Verordnung zur Bekämp­fung des sexu­ellen Kindes­miss­brauchs (CSAR-Ver­ord­nung), oft als Chat­kontrolle bezeich­net, bereits geschei­tert. Nun hat die dänische Rats­präsi­dent­schaft am 30. Ok­tober 2025 eine dritte, ent­schärfte Version vorgelegt. Wer jedoch annimmt, damit sei die Ver­trau­lich­keit der ano­nymen Online-Kommu­ni­kation ge­sichert, könnte sich täuschen.

Von Bruno Stubenrauch

Die ursprünglich geplanten verpflich­tenden Massen­über­wachungen privater Nach­richten in Messenger­diensten wie WhatsApp waren an breitem Wider­stand, auch von deutscher Seite, gescheitert (DAZ berichtete).

Kernpunkte des dänischen Kompromisses

Der neue Vorschlag zieht sich auf einen weniger invasiven Rechts­rahmen zurück, dessen zentrale Elemente sind:

  • Freiwilligkeit statt Pflicht: Dienste­anbieter sollen nun selbst ent­scheiden können, ob sie Techno­logien zum Scannen privater Nach­richten auf Material über sexu­ellen Kindes­miss­brauch (CSAM) einsetzen. Diese freiwillige Nutzung soll dauer­haft gesetz­lich erlaubt und auch auf Textinhalte ausgeweitet werden.
  • Streichung der Scan-Pflichten: Die um­stritte­nen obli­ga­tori­schen Pflichten zum Scannen von Nach­richten, bevor diese ver­schlüsselt werden – die in den ursprüng­lichen Artikeln 7 bis 11 detail­liert waren und die Er­kennung von bekanntem CSAM, neuem CSAM und Grooming (An­bahnung von Miss­brauch) vorsahen –, werden gestrichen.
  • Pflicht für Hochrisikodienste: Dienste, die als „hohes Risiko“ eingestuft werden (basierend auf Kriterien wie Nutzer­zahl, direkter Datei­aus­tausch oder Zu­lässig­keit von Ano­nymi­tät), sollen zur Ent­wick­lung von Techno­logien zur Er­kennung und Präven­tion ver­pflichtet werden. Darunter fallen wahr­schein­lich große Instant Messenger (wie WhatsApp, Telegram), Cloud-Dienste (wie Google Drive) sowie Soziale Netz­werke und Gaming-Plattformen.

Anhaltende Bedenken und Datenschutz­risiken

Trotz der positiven Bewertung der „Freiwilligkeit“ durch Akteure wie Bundes­justiz­ministerin Stefanie Hubig (SPD) verbleiben erhebliche Risiken für die Vertrau­lich­keit der Kommu­ni­kation:

  • Fehlalarme und Daten­gefährdung: Auch freiwillige Scans produ­zieren oft eine hohe Zahl nicht-relevanter Inhalte (False Positives), wodurch weiterhin sensible Daten unbe­teilig­ter Nutzer erfasst und gefährdet werden können.
  • Quasi-Verpflichtung: Es wird befürchtet, dass Berichts­pflichten und Haftungs­risiken die Anbieter faktisch zur quasi-verpflich­ten­den Nutzung der Scan-Techno­logien drängen werden.
  • Risiko Altersverifikation: Der Entwurf beinhaltet Bestim­mungen zur Alters­veri­fikation, die die Ano­nymität unter­graben könnten. Da ein ein­heit­licher, sicherer EU-Standard fehlt, könnten Anbieter zur Ver­arbei­tung sensibler offi­zieller Dokumente wie Ausweise gezwungen sein. Dies würde einen riesigen, zentrali­sierten Datensatz an Identitäts­infor­ma­tionen schaffen und die anonyme und sichere Kommu­ni­kation von Personen wie Jour­na­listen und Akti­visten empfind­lich beeinträchtigen.

Salamitaktik und politischer Widerstand

Kritiker sehen in dem Vorschlag außerdem Salami­taktik: Er enthält eine Über­prüfungs­klausel, die die EU-Kommission beauf­tragt, die Not­wendig­keit künftiger, ver­pflich­ten­der Chat­kon­trollen zu prüfen. Dies könnte als „Sprungbrett“ für einen erneuten Gesetzes­vorstoß in der Zukunft dienen.

Das Zustandekommen des Kompro­misses ist indes unsicher. Der dritte Versuch im Rat – ein Termin steht noch nicht fest – könnte diesmal an den Hardlinern scheitern: EU-Staaten, denen der ent­schärfte Entwurf nicht weit genug geht und die weiterhin auf der ver­pflich­ten­den Chat­kontrolle beharren. Für diesen Fall hat das EU-Parlament bereits eine rechts­staatliche Alter­native vor­ge­schlagen: Über­wachungen grund­sätzlich nur auf richter­liche Anord­nung bei kon­kretem Verdacht.

gesamten Beitrag lesen »



Benefizauktion „Kunst für die Kunst“

Wer noch das passende Kunstwerk für sein Zuhause sucht, könnte bei der Benefiz­auktion „Kunst für die Kunst“ fündig werden. Am Freitag, 21. November 2025, ab 15 Uhr werden in der Neuen Galerie im Höhmannhaus mehr als hundert hoch­wertige Kunst­werke, gestiftet aus Privat­besitz, ver­steigert. Der Erlös fließt in die Restau­rierung eines Gemäldes der Kunst­sammlungen & Museen Augsburg. Die […]

gesamten Beitrag lesen »



Kunst und Klang für den guten Zweck

„Play Me, Augsburg“-Klaviere unter’m Hammer Ein Stück Augsburger Stadtkultur zieht in Kürze in private Hände: Fünf kunst­voll gestaltete Klaviere aus dem Projekt „Play Me, Augsburg 2025“ werden ab dem 17. No­vember auf eBay für Charity versteigert. Von Bruno Stubenrauch Klavier „We are the World“ am Hochablaß (Foto: DAZ) Der gesamte Erlös der sieben­tägigen Auktion kommt dem […]

gesamten Beitrag lesen »



Kann das Ballenhaus am tim das Römische Museum aufnehmen?

Im Dezember 2025 sollen Kultur­ausschuss und Stadtrat über den Standort für ein neues Römisches Museum ent­scheiden. Basis ist eine Mach­bar­keits­studie, die die Stadt aber noch nicht frei­gegeben hat. Die DAZ hinter­fragt im Rahmen der Kolumne „Ausgeleuchtet“ alle drei möglichen Stand­orte: die ehemalige JVA in der Karmeliten­gasse, das Areal bei der Dominikaner­kirche und das Ballenhaus am […]

gesamten Beitrag lesen »



swa senken Strom- und Gaspreise

Die Stadtwerke Augsburg (swa) entlasten ihre Kundinnen und Kunden: Zum 1. Januar 2026 sinkt der Strompreis in der Grundversorgung um rund sieben Prozent, der Gaspreis ab 1. Februar 2026 um etwa 2,4 Prozent. Auch die Produkttarife werden entsprechend günstiger. Die Stadtwerke Augsburg geben den Bundeszuschuss zur Senkung der Stromnetzentgelte an ihre Kundinnen und Kunden weiter […]

gesamten Beitrag lesen »



Kann das Grundstück der Berufs­schule III am Prediger­berg zusätz­lich das Römische Museum aufnehmen?

Im Dezember 2025 sollen Kulturausschuss und Stadtrat über den Standort für ein neues Römisches Museum ent­scheiden. Basis ist eine Machbar­keits­studie, die die Stadt aber noch nicht frei­gegeben hat. Die DAZ hinter­fragt im Rahmen der Kolumne „Ausgeleuchtet“ alle drei möglichen Stand­orte: die ehemalige JVA in der Karmeliten­gasse, das Areal bei der Dominikaner­kirche und das Ballenhaus am […]

gesamten Beitrag lesen »



Was ist Open Library?

Ausgeleuchtet: Open Library ist ein Bücherei-Konzept, das durch den Einsatz von Techno­logie die Nutzung ohne Personal und die Erweite­rung der Öffnungs­zeiten ermöglicht. En détail: Das Bücherei-Konzept Open Library (auch Offene Biblio­thek genannt) ermöglicht es den Nutzern, eine Biblio­thek auch außerhalb der regulären, personal­besetzten Service­zeiten zu besuchen und zu nutzen. Zugang: Nutzer mit einem gültigen Biblio­theks­ausweis […]

gesamten Beitrag lesen »



Bürgerumfrage 2025: Augsburger lieben ihre Geschichte – Wohnkosten belasten

Mit 7.087 Teilnehmenden erreichte die zwölfte Bürger­umfrage der Stadt Augsburg die bislang höchste Beteili­gung seit Beginn der Erhebungs­reihe. Die Ergeb­nisse offen­baren sowohl die Stärken der Stadt als auch klare Hand­lungs­felder, etwa bei Miet­preisen, Schulen und Radwegen. Von Bruno Stubenrauch Der Fokus der Umfrage, die bis 31. August lief, lag diesmal auf dem zen­tralen Thema „Stadt­ent­wicklung“. Die […]

gesamten Beitrag lesen »



Digitale Premiere: Fahrzeugschein jetzt als App

Die Bundesregierung hat den Fahrzeug­schein digitali­siert. Mit der neuen i-Kfz-App können Auto­fahrer ihr Fahr­zeug­dokument ab sofort rechts­gültig auf dem Smart­phone mit­führen. Von Bruno Stubenrauch Der digitale Fahrzeugschein kann bei Polizei­kontrollen und Werk­statt­besuchen vorgezeigt werden. Fährt eine andere Person das Fahrzeug, lässt sich der Fahr­zeug­schein befristet oder auch unbefristet digital auf deren Smartphone teilen. Die DAZ […]

gesamten Beitrag lesen »



KARO [10]: Temporäres Kreativzentrum startet

Ab Montag, 10. November, öffnet mit KARO [10] in der Karolinen­straße 10 ein neuer temporärer Begeg­nungs­raum im ehe­maligen Kaufhaus Rübsamen. Bis März 2026 wird das Gebäude zum krea­tiven Zentrum für Kultur, Bildung, Soziales, Sport und Kreativ­wirtschaft – bei freiem Eintritt. Geplant sind Aus­stellungen, Work­shops, Kon­zerte und Kunst­märkte – ein offener Raum für Austausch und gemein­schaft­liches Engagement. […]

gesamten Beitrag lesen »