DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 20.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Amtliches

Verwaltungsgerichtshof: Eine schallende Ohrfeige für Kurt Gribl

Warum OB Kurt Gribl und der Augsburger Stadtrat der Bürgerschaft eine Entschuldigung schulden

Kommentar von Siegfried Zagler

Am 12. Juli 2015 untersagte die Augsburger Bürgerschaft eine angestrebte Fusion zwischen der Energiesparte der Stadtwerke Augsburg und Erdgas Schwaben. 72 Prozent der abgegeben Stimmen verhinderten ein energiepolitisches Vorhaben, für das sich Augsburgs Oberbürgermeister dergestalt ins Zeug legte, dass sich in Augsburg die ironische Haltung verfestigte, der studierte Jurist Kurt Gribl könne den Energiemarkt der Zukunft vorhersehen.

Dem Vorwurf, dass Kurt Gribl mehr seinen Beratern vertraue, die fast ausschließlich aus einer Werbeagentur und deren Umfeld kommen, als einem komplexen politischen Abwägungs- und Entscheidungsprozess, war OB Kurt Gribl von Beginn an ausgesetzt. Diese Einschätzung kam in der Vergangenheit nicht nur vom politischen Gegner, sondern auch von der CSU: persönliches Image-Marketing statt politischer Debatte. Zum Image-Marketing gehört es zum Beispiel auch, dass man Gegner eines Projekts zu Feinden einer „absolut notwendigen Sache“ erklärt. Und absolut notwendig ist etwas, das in der Person von Kurt Gribl verinnerlicht wurde und wird. Die Vorgänge im Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren der Theatersanierung bestätigten diese Geisteshaltung.

Das Modell des Leviathan, also der vollkommenen Figur, die das Gemeinwohl verinnerlicht und repräsentiert, ist im Sommer 2015 zu Grabe getragen worden. Und nun hat Kurt Gribl und fast der gesamte Augsburger Stadtrat nachträglich vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof für die Auffassung der eigenen Vollkommenheit, aus der sich die Arroganz der Macht speist, eine schallende Ohrfeige erhalten.

Die geplante Fusion im unsichtbaren Raum der unpolitischen Gestaltung abwickeln zu wollen, sie quasi zu einem ökonomischen Sachzwang zu definieren, um sie dann als zu komplex für einen Bürgerentscheid zu erklären sowie die gesamte Kommunikation mit der Bürgerinitiative waren politische Granatenfehler, die allein auf das Konto des OB gingen. Die persönliche Einschätzung Gribls, die er kurz nach Start des ersten Bürgerbegehrens abgab, nämlich dass dessen Fragestellung juristisch nicht zulässig sei, hat gestern der Bayerische Verwaltungsgerichtshof mit seiner Urteilsbegründung pulverisiert.

Seit gestern darf man also schlussfolgern, dass die Fraktion der Augsburger Grünen mit ihrem Antrag im Novemberstadtrat, eine unabhängige Behörde solle erst die juristische Zulässigkeit der Fragestellung eines Bürgerbegehrens prüfen, bevor eine Initiative Unterschriften sammelt, auf dem richtigen Weg gewesen wäre. Die Grünen wurden von den meisten Stadträten wegen ihres Antrags verlacht.

Dass Kurt Gribl mit seinem Gestaltungseifer und seinem Vollkommenheitsanspruch ein taktisches Verhältnis zu bedeutsamen öffentlichen Entscheidungsprozessen entwickelt hat, ist eine Erkenntnis, die man aus dem Kommentar des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs ableiten kann. Politischen Bewegungen aus der Bürgerschaft muss man die Hürde zur Entscheidungspartizipation so niedrig wie möglich hängen. Zielführender als politisches Image-Marketing und das damit verbundene taktische Verhindern eines Bürgerentscheids sind Respekt und Demut bezüglich dieses Instruments des Bürgerwillens.

Das sind die Botschaften des höchsten Bayerischen Verwaltungsgerichts an Kurt Gribl und den Augsburger Stadtrat. Sie sollten sich vor der heutigen Sitzung des Augsburger Stadtrats Asche aufs Haupt streuen und sich bei den betroffenen Bürgern für ihr undemokratisches Vorgehen entschuldigen.

gesamten Beitrag lesen »



Verdienstmedaille „FÜR AUGSBURG“ wird verliehen

Seit 1993 verleiht die Stadt Augsburg jedes Jahr die Verdienstmedaille „FÜR AUGSBURG“, um Bürgerinnen und Bürgern für ihr uneigennütziges ehrenamtliches  Wirken für die Stadtgesellschaft zu danken. Laut Satzung geht die Ehrung an Personen, die sich  „um das Wohl der örtlichen Gemeinschaft des Augsburger Kommunalwesens verdient gemacht haben“. Die versilberte Medaille wurde vom Augsburger Künstler Hans […]

gesamten Beitrag lesen »



Regensburger Oberbürgermeister verhaftet

In der Regensburger Spendenaffäre gibt es eine dramatische Entwicklung zu vermelden: Seit heute sitzt der Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs (SPD) in Untersuchungshaft – zusammen mit dem Immobilienunternehmer Volker Tretzel und einem ehemaligen Mitarbeiter Tretzels. Die Vorwürfe: Bestechlichkeit, Bestechung und Beihilfe zur Bestechung. „In dem Ermittlungsverfahren wegen auffälliger Spenden hat die Staatsanwaltschaft Regensburg beim Amtsgericht Regensburg […]

gesamten Beitrag lesen »



Stadt erinnert an Befragung zwecks Mietspiegel

Derzeit findet bei 10.000 Haushalten in Augsburg die Haushaltsbefragung für den ersten Augsburger Mietspiegel statt. Die Haushalte wurden im Vorfeld bei einer Stichprobe nach dem Zufallsprinzip ausgewählt. Bis Mitte März suchen die vom EMA-Institut beauftragten Interviewer die Haushalte – Wohnungseigentümer, Vermieter und Mieter – auf und befragen sie schriftlich. Dazu wurden die Haushalte angeschrieben und […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Fliegerbombe erfolgreich entschärft

Die Augsburger Fliegerbombe ist seit 18.30 Uhr entschärft. Die Evakuierung von zirka 50.000 Menschen seit 19 Uhr beendet. Die Menschen kehren wieder in ihre Häuser zurück. Das Leben in der Augsburger Innenstadt nimmt wieder Fahrt auf. Die am vergangenen Dienstag bei Bauarbeiten in der Jakoberwallstraße gefundene Fliegerbombe ist erfolgreich entschärft. Die Polizei konnte die gesamte […]

gesamten Beitrag lesen »



Bombenalarm: Sicherheitsvorkehrungen, aktueller Stand

Die städischen Planungen der Evakuierung nach dem Fliegerbombenfund setzen auf die Vernunft und die Solidarität der Augsburger Bürger. Stadt, Polizei, Feuerwehr und Hilfskräfte arbeiten seit dem Fund der Fliegerbombe am vergangenen Mittwoch unter Hochdruck an den Planungen der Evakuierung für den für die Entschärfung festgelegten Termin am 1. Weihnachtsfeiertag, 25. Dezember. Insgesamt werden rund 4000 […]

gesamten Beitrag lesen »



Bombenalarm: Stadt Augsburg gibt Standorte der Notunterkünfte bekannt

In Augsburg sind rund 54.000 Menschen aufgrund des Fundes einer Fliegerbombe von einer Zwangsevakuierung am 1. Weihnachtsfeiertag betroffen. Insgesamt sind an diesem Tag in der Innenstadt von Augsburg rund 2000 bis 2500 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Hilfsdiensten zum Teil aus ganz Bayern im Einsatz. Für zirka 3000 Menschen werden von der Stadt Notunterkünfte bereitgestellt. […]

gesamten Beitrag lesen »



Bombenalarm: Augsburg steht vor einer Massenevakuierung

Ein Bombenfund in der Innenstadt Augsburgs macht die größte Evakuierungsaktion der Nachkriegsgeschichte notwendig. Nach dem Fund einer Fliegerbombe müssen am ersten Weihnachtsfeiertag zirka 54.000 Menschen evakuiert werden. Bei Bauarbeiten zu einer Tiefgarage in der Jakoberwallstraße wurde eine Fliegerbombe britischer Bauart aus dem zweiten Weltkrieg aufgefunden. Mit einem Gesamtgewicht von 3,8 Tonnen handelt es sich um […]

gesamten Beitrag lesen »



Begabtenförderung: Augsburg erhält Kompetenzzentrum

Das Gymnasium bei St. Stephan wird Kompetenzzentrum für Begabtenförderung Kompetenzzentren für Begabtenförderung gibt es an acht bayerischen Gymnasien: Bayreuth, Deggendorf, Gauting, München, Nürnberg, Weiden, Würzburg und seit dieser Woche auch in Augsburg  (Gymnasium bei St. Stephan). Mit dem Kompetenzzentrum bei St. Stephan will sich der Freistaat in Zukunft intensiver um die Förderung hochbegabter Schüler kümmern. […]

gesamten Beitrag lesen »



Verwaltungsgericht: „AfD-Veranstaltung steht im Einklang mit der kulturellen und kulturhistorischen Bedeutung des Rathauses“

Das Augsburger Verwaltungsgericht hat heute den geplanten Neujahrsempfang der AfD als rechtmäßig erklärt. Das Verwaltungsgericht Augsburg hat im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes dem Eilantrag der Augsburger AfD-Stadträte gegen die von der Stadt Augsburg widerrufene Nutzungsgenehmigung stattgegeben. Übersetzt heißt das, dass das von der Stadt gegenüber der AfD verhängte „Nutzungsverbot des Rathauses“ vom Verwaltungsgericht aufgehoben wurde. […]

gesamten Beitrag lesen »