Florian Freund bereitet Amtsstart vor
Augsburg-Wende nimmt Gestalt an
Nach seinem Wahlsieg in der Stichwahl treibt der designierte Oberbürgermeister Florian Freund die Vorbereitungen für den Start der neuen Stadtregierung am 4. Mai mit hohem Tempo voran. In den Wochen bis zum Amtsantritt stehen organisatorische, strukturelle und politische Weichenstellungen im Mittelpunkt.
Von Bruno Stubenrauch
Freund zeigte sich angesichts der zahlreichen Glückwünsche und Unterstützungsbekundungen der vergangenen Tage tief bewegt. Die breite Resonanz aus der Stadtgesellschaft gebe Kraft und Rückenwind für die bevorstehenden Aufgaben.
Startmehrheit und klare Strukturen
Zentrales Ziel der Übergangsphase ist es, die künftige Stadtregierung von Beginn an handlungsfähig zu machen. Dazu führt Freund intensive Gespräche mit demokratischen Kräften im Stadtrat, um eine tragfähige „Startmehrheit“ zu bilden. Diese soll insbesondere die Wahl der Referentinnen und Referenten sowie grundlegende Haushaltsentscheidungen sichern. Dabei setzt der designierte Oberbürgermeister ausdrücklich auf eine konstruktive Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg.
Parallel dazu werden Verwaltungsstrukturen überprüft und erste inhaltliche Schwerpunkte gesetzt. Die kommenden sechs Jahre sollen nach Freunds Worten „Jahre des Gelingens“ werden – geprägt von funktionierenden Abläufen, einem guten Miteinander und neuem Selbstbewusstsein für die Stadt.
Sparsignale und neue Prioritäten
Ein frühes Signal setzt Freund bei den Finanzen: Ausgaben im Verwaltungshaushalt werden überprüft, insbesondere Repräsentationskosten sollen reduziert werden. In diesem Zusammenhang wird auch der in der vergangenen Ratsperiode eingeführte Sommerempfang der Oberbürgermeisterin gestrichen. Ziel sei ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Mitteln – „weniger Show, mehr Substanz“.
Schulterschluss mit Stadtgesellschaft
Neben politischen Gesprächen sucht Freund frühzeitig den Austausch mit wichtigen Akteuren der Stadt. Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern städtischer Beteiligungen, Verbänden und Institutionen wurden bereits geführt oder sind geplant. Die angestrebte „Augsburg-Wende“ könne nur gemeinsam gelingen, betont Freund.
ÖPNV und Klinikum im Fokus
Inhaltlich setzt der designierte Oberbürgermeister klare Akzente. Ein Schwerpunkt liegt auf dem öffentlichen Nahverkehr: Der Fünf-Minuten-Takt soll wieder eingeführt werden (DAZ berichtete) und gilt als Schlüsselprojekt für Lebensqualität, Klimaschutz und moderne Stadtentwicklung.
Auch der Wissenschafts- und Gesundheitsstandort Augsburg steht im Fokus. In einem ersten Gespräch sicherte Freund dem Vorstandsvorsitzenden des Universitätsklinikums Augsburg, Klaus Markstaller, Unterstützung zu. Besonders wichtig sei es, zügig die baurechtlichen Voraussetzungen für den geplanten Neubau zu schaffen.
Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern
Bis zu seinem Amtsantritt plant Freund, die Öffentlichkeit regelmäßig über den Stand der Vorbereitungen zu informieren. Zudem sind Formate vorgesehen, bei denen Bürgerinnen und Bürger den künftigen Oberbürgermeister persönlich kennenlernen können – in Stadtteilen, auf Märkten und im direkten Gespräch. Der Wahlsieg sei ein klarer Auftrag, betont Freund. Die Umsetzung beginne nicht erst mit dem offiziellen Amtsantritt.





