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Sonntag, 26.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Verkehr

Mobilitätsdrehscheibe Augsburg: Standardisierte Bewertung wackelt

Aufgrund massiver Verteuerungen beim geplanten Umbau des Hauptbahnhofs, Bestandteil der Mobilitätsdrehscheibe Augsburg, droht die im Jahr 2006 erstellte Standardisierte Bewertung zur Makulatur zu werden.

Die Standardisierte Bewertung ist ein gesetzlich vorgeschriebenes Verfahren zur gesamtwirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Untersuchung von ÖPNV-Projekten. Auch zum Verkehrsprojekt Mobilitätsdrehscheibe wurde eine solche Bewertung erstellt. Nach aktuellen Angaben der Stadtwerke sollen nun die Baukosten für den Umbau des Augsburger Hauptbahnhofes – zentraler Teil des Projekts – von ursprünglich 63 auf 82 Millionen Euro steigen. Die Kostenexplosion basiert teilweise auf allgemeinen Preissteigerungen im Baugewerbe. Der Löwenanteil resultiert jedoch aus Änderungen im Bauentwurf und bisher unberücksichtigten Kosten. Genau das könnte nach Informationen unserer Zeitung in Bezug auf die Standardisierte Bewertung zum Problem werden.

Wie von der Ingenieurgesellschaft SPIEKERMANN AG aus Düsseldorf, der Erstellerin der Standardisierten Bewertung, zu erfahren war, haben reine Baupreissteigerungen keinen Einfluss auf das Ergebnis der Berechnung. Jede Standardisierte Bewertung hat einen einheitlichen Preisstand, im Fall der MDS gilt das Bezugsjahr 2006. Über Indexreihen werden steigende Baupreise an den Preisstand des Bezugsjahrs angeglichen; sie sind für die Richtigkeit des sich ergebenden Nutzen-Kosten-Indikators unschädlich.

Neuberechnung unvermeidbar

Ganz anders verhält es sich mit Kostensteigerungen, die aus Änderungen des Bauentwurfs oder bisher unberücksichtigten Investitionen resultieren. Diese berühren das Rechenverfahren in seinen Grundannahmen, ändern den Kapitaldienst für die Gesamtinvestition und führen im Endeffekt dazu, dass der bisherige Nutzen-Kosten-Indikator, das Ergebnis der Standardisierten Bewertung, falsch ist. Eine Neuberechnung wird unvermeidbar.

Die bisherige Bewertung weist einen Indikator von 1,4 aus. Würde nach der jetzt bekannt gewordenen Kostenexplosion beim Hauptbahnhof der Kapitaldienst noch weiter ansteigen, zum Beispiel durch Kostensteigerungen bei den anderen Bestandteilen der MDS (Straßenbahnlinien 1, 5 und 6, Königsplatz-Umbau), könnte sich die Waagschale sogar von der Nutzen- auf die Kostenseite neigen. Die gesamte Mobilitätsdrehscheibe wäre dann nicht mehr förderfähig.

Grundlegende Methodik der Standardisierten Bewertung



Die Standardisierte Bewertung beruht auf dem Mitfall-Ohnefall-Prinzip. Einer hypothetischen zukünftigen Welt ohne Realisierung des Vorhabens wird die zukünftige Situation mit Realisierung des Vorhabens gegenübergestellt. Bewertet werden beispielsweise die Unterschiede zwischen Mit- und Ohnefall im Hinblick auf



– Gesamtkosten und Reisezeitgewinne im öffentlichen Verkehr

– Betriebskosten, Unfallschäden und Emissionen im Individualverkehr



Den auf der Nutzenseite erfassten Komponenten wird auf der Kostenseite der Kapitaldienst für das realisierte Vorhaben gegenübergestellt.

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Initiative Bahnverkehr Augsburg-Schwaben gegründet

Das Architekturforum Augsburg e.V. hat die „Initiative Bahnverkehr Augsburg-Schwaben“, kurz IBAS, ins Leben gerufen. Die IBAS will über das Netzwerk der schwäbischen Architekturforen die Regionalinteressen Schwabens von Lindau, Kempten über Augsburg bis Nördlingen/Donauwörth bündeln. Die Region Schwaben werde seit Jahrzehnten von Bahn, Bund und Land vom Schienenfernverkehr abgehängt, so Volker Schafitel, erster Vorsitzender des Architekturforums. […]

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Klage gegen Flughafenumbau erfolglos

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hat in einem am 8. Januar verkündeten Urteil die Klagen von zwei Anwohnern gegen den Umbau des Flughafens Augsburg abgewiesen. Die Revision gegen das Urteil wurde nicht zugelassen. Die beiden lärmbetroffenen privaten Flughafenanlieger hatten sich mit einer Klage gegen den Änderungs- Planfeststellungsbeschluss des Luftamtes Südbayern von 2002 gewandt. Mit diesem waren grundsätzliche […]

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Lechbrücke vor dem Abriss

Seit gestern ist der Autoverkehr über die alte Ulrichsbrücke in Lechhausen endgültig Vergangenheit. Nachdem bereits vergangene Woche die Straßenbahn umgelenkt worden war, wurde am Mittwoch auch der letzte Verkehrsstrom, der PKW-Verkehr auf der Lechhauser Straße stadteinwärts, auf die neue Brückenhälfte geführt. Der Abriss der 57 Jahre alten Ulrichsbrücke soll am 8. Januar beginnen.

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Doch bald Radweg in der Grottenau?

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Umweltzone im ersten Quartal 2009?

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Pfersee wieder an die B17 angeschlossen

Pfersee wird am Mittwoch, 17. Dezember, im Lauf des Tages wieder an die B17 angeschlossen. Von Landsberg kommend kann von der B17 nach Pfersee ausgefahren werden. Ebenso kann von Pfersee auf die B17 in Richtung Gersthofen aufgefahren werden (rechts raus – rechts rein). Gleichzeitig geht der neu gebaute Kreisverkehr an der Kreuzung Leitershofer Straße / […]

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Radler demonstrieren gegen fahrradfeindliche Verkehrspolitik

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Vier Gleise zwischen Mering und Augsburg

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Die Grünen kritisieren Verkehrspolitik der CSU

Dieter Ferdinand (Die Grünen) kritisiert in einer Pressemeldung vom 12. Dezember die Verkehrspolitik der Stadtregierung. Ferdinand erinnert die CSU an ihr Wahlversprechen, dass sie den Radverkehr ausbauen wolle. Dennoch habe Finanzreferent Weber (CSU) die Fertigstellung der Ost-West-Achse nicht nur aus dem Haushalt 2009, sondern auch aus der Finanzplanung für die nächsten Jahre gestrichen. „Es ist […]

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