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Freitag, 19.08.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Bahn will ausgedünntes ICE-Angebot wieder aufstocken

Die Bahn hat in einem Brief an Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl zugesagt, ab kommenden Frühsommer das ursprüngliche ICE-Angebot für die Anbindung Augsburgs nach Nürnberg in Richtung Berlin wieder zur Verfügung zu stellen.

„Wir arbeiten intensiv daran, die Auswirkungen der verkürzten Inspektionsintervalle auf unser Angebot zu minimieren. Nach derzeitigem Planungsstand werden wir ab dem 14. Juni 2009 wieder die ursprünglich geplante Angebotsqualität auf der ICE-Linie Berlin – Leipzig – Nürnberg – Augsburg – München herstellen können“, heißt es in dem Schreiben der Bahn.

Die Ausdünnung des ICE-Angebots auf der Strecke München – Berlin war aufgrund der technischen Überprüfung der ICE-T Flotte Ende Oktober notwendig geworden. Den von der Bahn vorgelegten Fernverkehrs-Fahrplan hatte der OB in einem Brief an Bahnchef Hartmut Mehdorn als „massive Fehlkonstruktion“ bezeichnet, die Augsburg schwer belaste. Bei aller Wahrung notwendiger Sicherheitsinteressen werde Augsburg keinesfalls den Ersatzfahrplan als Dauerlösung akzeptieren. Dass für die über Augsburg und Ingolstadt verkehrenden ICE-T Züge ein Ersatzangebot eingerichtet werde, das ausschließlich über Ingolstadt fährt, sei ebenfalls nicht hinnehmbar, hatte Dr. Gribl kritisiert. Auch Politiker anderer Fraktionen hatten sich Gribls Kritik angeschlossen.

vorsichtiger Optimismus beim OB

Wie aus dem aktuellen Schreiben der Bahn hervorgeht, „ist Augsburg der Bahnhof mit der höchsten Anzahl an Fernverkehrshalten in Bayern. Mittel- und langfristig werden wir Augsburg auch weiterhin sehr gut in das Fernverkehrsnetz einbinden.“ Nach Einschätzung von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl bleibt abzuwarten, ob die Bahn-Zusagen auch so eintreffen. „Das Schreiben signalisiert durchaus Problembewusstsein. Aber es ist sicher auch nicht verkehrt, bis zum Frühsommer erst einmal nur vorsichtig optimistisch zu sein“, so der OB.