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Sonntag, 26.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Umwelt

Aktion „Bürgerwald“ wird konkret

Als Punkt 64 stand die Aktion „Bürgerwald“ in Kurt Gribls Wahlprogramm. Am 20. Oktober beschäftigte sich jetzt der Umweltausschuss mit der Umsetzung. Umweltreferent Rainer Schaal erstattete Bericht.

Bevor Schaal loslegen konnte, kam formale Kritik von Stefan Quarg (SPD): Die Bezeichnung „Punkt 64 des 100-Punkte-Programms von Herrn Oberbürgermeister Dr. Gribl“ gehöre nicht auf die Tagesordnung eines städtischen Ausschusses. Schaal stellte klar, dass alle Anweisungen des OB an die Verwaltung umzusetzen seien, unabhängig davon, ob sie Wahlkampfthema waren oder nicht.

Zur Sache erläuterte Schaal, dass die Aktion „Bürgerwald“ ins Leben gerufen wurde, um das Umweltbewusstsein und die Naturverbundenheit der Augsburger Bürger zu fördern – so Gribls Vision. Es solle Bürgern ermöglicht werden, unter anderem zu bestimmten festlichen Anlässen, im Stadtgebiet einen Baum zu pflanzen. Es gehe jedoch nicht darum, neue Grünflächen auszuweisen. Die Aktion Bürgerwald bzw. Bürgerhain sei vielmehr ein neues Herstellungs-, Entwicklungs- und Unterhaltungskonzept für Flächen, die im Landschaftsplan schon als Grün festgelegt sind. Da es sich bei diesem Projekt um keine einmalige Aktion handele, sei eine längerfristige Strategie notwendig. Es müsse ein Konzept für die Pflanzung, die Organisations- und Marketingstrategie erarbeitet werden. In der derzeitigen Vorbereitungsphase gehe es in erster Linie darum, für dieses Projekt die erforderlichen Flächen bereitzustellen. Das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen habe deshalb erste Vorschläge für geeignete Standorte erarbeitet. Die Vorschlagsliste sei keinesfalls abschließend, es werden zusätzlich neue Vorschläge erwartet.

Stefan Quarg vermisste das ganzheitliche Denken im Konzept. Es gehe nicht nur um Heimeliges, sondern auch um die Funktion der neuen Großgrünflächen. Neues Grün könnte auch straßenflankierend entstehen. Stadträtin Liselotte Grose (SPD) wünschte sich, dass man sich zunächst um die Verbesserung schon vorhandener Grünflächen bemüht. Claudia Haselmeier (CSU) begrüßte das Konzept Bürgerwald grundsätzlich, könnte sich aber vorstellen, auch kleinere Flächen einzubeziehen. Rose-Marie Kranzfelder-Poth (FDP) fand die Idee der Aktion „Bürgerwald“ charmant. Die Bürger hätten damit die Möglichkeit der Identifizierung mit der Stadt und ihrer Gestaltung. Rainer Schaal stellte abschließend fest, dass die von Stefan Quarg vermisste Ganzheitlichkeit gegeben sei. Man mache nichts anderes als den vom Stadtrat beschlossenen gesamtstädtischen Landschaftsplan umzusetzen. Mit den vorgeschlagenen Standorten könne die Stadt Augsburg ihren Bürgern ein Angebot machen, sich aktiv in Sachen Umweltbewusstsein und Naturverbundenheit zu engagieren und dies zugleich mit einem festlichen Anlass positiv zu verbinden.

Die Standortvorschläge der Verwaltung:




1. Am Pfannenstiel

Im Landschaftsplan ist dieser Standort als Siedlungsbereich dargestellt. Das Gelände ist in städtischem Besitz. Durch die zu erwartenden archäologischen Funde in seiner weiteren Entwicklung eingeschränkt, ist für diesen Bereich eine sehr enge Abstimmung mit der Stadtarchäologie notwendig.

2. Hochzoll Nord

Im Landschaftsplan ist dieser Standort als Friedhofserweiterungsgelände dargestellt. Bis auf zwei Grundstücke, die zu erwerben sind, ist das Gelände in städtischem Besitz. Das Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen erarbeitet derzeit als Grundlage für ein Bauleitplanverfahren ein Strukturkonzept.

3. Oberhausen Nord

Das Freiraumkonzept ‚Oberhausen Nord‘ und der in Aufstellung befindliche Bebauungsplan Nr. 227 A II sehen hier die Möglichkeit, für den mit Grün stark unterversorgten Stadtteil Oberhausen, Defizite zu verringern und gewerbliche Areale auszuweisen. Für diesen Stadtteil kann die Aktion Bürgerhain insbesondere soziale Effekte entfalten.

4. Firnhaberau

Die in Frage kommenden Grundstücke sind im Landschaftsplan im nördlichen Bereich als Landwirtschaft mit erosionsstabiler Bodennutzung dargestellt, der südliche Bereich als Grünfläche. Die vorgesehenen Grundstücke sind in städtischem Besitz und derzeit an Landwirte verpachtet.

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