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Donnerstag, 02.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Aus dem Stadtrat

Haushaltsdebatte: Verwirrspiel um Stadtwerkezahlungen

Die gestrige Haushaltsdebatte um die vorzeitige Rückabwicklung des Verkaufs der Trinkwassergrundstücke an die Stadtwerke nutzte die SPD, um eine im Haushalt 2008 vorgesehene Ausschüttung der Stadtwerke an die Stadt in Frage zu stellen. CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle warf der SPD das Schaffen „politischer Verwirrung“ vor.

Um die Verwendung von 20 Millionen Euro zusätzlicher Steuereinnahmen im Jahr 2008 ging es gestern im Finanzausschuss der Stadt Augsburg. Und um die Beschlussvorlage, damit den Rückkauf der Wassergrundstücke, der ursprünglich in sechs Jahresraten a 3 Mio. Euro geplant war, en bloc zu erledigen. Als Farce bezeichnete es SPD-Fraktionschef Stefan Kiefer in diesem Zusammenhang, dass man den Stadtwerken zunächst 10 Millionen wegnehme, um dann 18 Millionen zurückzugeben. Die 10 Millionen kämen dadurch zu Stande, dass der im Haushalt 2008 vorgesehenen Ausschüttung der Stadtwerke an die Stadt in Höhe von 12 Millionen nur zwei Millionen Stadtwerke-Gewinn gegenüberständen. Damit würde ein Loch gerissen und ein Rubikon überschritten: zum ersten Mal in der Geschichte würde den Stadtwerken Eigenkapital entnommen. Diese „vorgezogene Zeche“ müssten alle Bürger über Gebührenerhöhungen bezahlen.

CSU-Fraktionschef Bernd Kränzle warf Kiefer vor, „politische Verwirrung“ schaffen zu wollen. Die 12 Millionen, die Kiefer der Regierung jetzt vorhalte, seien von der Vorgängerregierung im Titel 2.8 als „Einnahmen aus den Stadtwerken“ in den Haushalt 2008 geschrieben worden. Es werde kein Loch gerissen. Medienberichte der vergangenen Tage, in denen vom „Ausplündern“ der Stadtwerke die Rede gewesen sei, bezeichnete er als „semantische Fehlleistung“ und mahnte systematisches Vorgehen an: „Sie wollen also einen Antrag auf Änderung des Haushalts 2008 stellen“, deutete er Kiefers Vortrag. Das wollte die SPD allerdings nicht.

Finanzreferent Hermann Weber stellte klar, dass die beiden Vorgänge nichts miteinander zu tun hätten, außer dass in beiden Fällen das Haushaltsjahr 2008 betroffen sei. Die 12-Millionen-Zahlung sei außerdem nichts Neues, sondern nur die Einhaltung des von seinem Amtsvorgänger erstellten Haushalts 2008. Diesbezüglich müssten die Stadtwerke ihren Part erfüllen, darauf müsse er drängen. Andernfalls müsste der Haushalt 2008 negativ abgeschlossen werden.

Zum Rückkauf erklärte Weber, dass die Stadtwerke für den Kauf der Wassergrundstücke 18 Mio. auf dem freien Markt aufgenommen hätten, die bedient werden müssten. Bei einem Rückkauf en bloc würden die Stadtwerke entlastet. Die Stadt selbst spare sich insgesamt 2,76 Mio. Zinskosten, die bei einer Ratenzahlung über sechs Jahre anfallen würden. Man habe somit eine klassische Win-Win-Situation. Das Drücken auf die Tränendrüse sei für ihn nicht nachvollziehbar. Einerseits konnten die Stadtwerke einen 18-Millionen-Kredit bedienen, bei zehn Millionen solle das angeblich nicht gehen.

Auch OB Dr. Gribl wies auf die Win-Win-Situation hin. Soweit sich die Frage stelle, ob durch Dritte Lasten zu tragen seien, z. B. durch den Bürger über den Wasserpreis, so seien diese dann geringer. Die Stadt sei außerdem gesetzlich gehalten, eine angemessene Eigenkapitalverzinsung ihrer Stadtwerkebeteiligung zu erzielen. Insofern sei bezüglich einer Herabsetzung der Ausschüttung kein willkürliches Handeln möglich. Mit 7:5 Stimmen beschloss der Finanzausschuss anschließend die Bewilligung der Mittel für den Rückkauf. Dieser soll noch heuer vollzogen werden.

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Haushaltsberatungen beginnen mit Wassergrundstücken

Eine harte Klausurwoche ist für die Augsburger Stadträte angesagt. Am Montag beginnen im Finanzausschuss die alljährlichen Haushaltsberatungen. Bis Ende November muß der endgültige Haushaltsplan 2009 fertig sein. Finanzreferent Hermann Weber hat bereits vorgearbeitet. 1.000 Seiten umfasst sein Haushaltsentwurf, den er am 30. Oktober (wir berichteten) dem Stadtrat vorgestellt hat. Die Zeit drängt. Gemäß Gemeindeordnung müssen […]

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Bauausschuss besichtigt Köpfhaus – Treppenkompromiss in Sicht?

Vor der gestrigen Sitzung des Bauauschusses nutzten die Mitglieder die Gelegenheit, sich das Köpfhaus in der Philippine-Welser-Straße von Dr. Markus Weis vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erklären zu lassen. Eine Debatte im Ausschuss wurde dagegen vertagt. Das Baugerüst steht schon: Das 1578 von Johannes Holl erbaute Köpfhaus soll umfassend restauriert und einer neuen Nutzung zugeführt […]

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Haushaltsentwurf 2009 vorgelegt

Einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf präsentierte Finanzreferent Hermann Weber gestern dem Stadtrat. Der Entwurf ist Grundlage für die am 17. November beginnenden Haushaltsberatungen. Das Gesamtvolumen des Haushaltsentwurfs beträgt 734 Mio. Euro, zusammengesetzt aus 623 Mio. Verwaltungshaushalt und 111 Mio. Vermögenshaushalt. Auf der Einnahmenseite stehen unter anderem 140 Mio. Gewerbesteuer und 100 Mio. anteilige Einkommensteuer. Das Rekordaufkommen von […]

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Kultur auf dem Lechfeld

In ungewöhnlicher Atmosphäre traf sich heute der Kulturausschuss der Stadt. Tagungsort war das ehemalige Offizierscasino auf dem Sheridangelände an der Leitershofer Straße. Kulturreferent Peter Grab und die zwölf Stadträte des Ausschusses wollten sich ein Bild von dem Baudenkmal aus den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts machen, das sowohl Wehrmachtsgeschichte als auch die amerikanische Vergangenheit auf […]

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Sozialausschuss beschließt Anhebung der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Haushalte

Ohne weitere Aussprache hat der Jugend-, Sozial- und Wohnungsausschuss heute die Erhöhung der Unterkunftskosten für Hartz-IV-Haushalte und Sozialhilfeempfänger beschlossen. Dabei hätte die umfangreiche Beschlussvorlage viel Stoff für Diskussionen hergegeben. Immerhin ging es um Mehrkosten für die Stadt in Höhe von drei Millionen Euro jährlich ab 2009, eine Größenordnung, die man sonst nur von Leuchtturmprojekten aus […]

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Sportausschuss beschließt Pilotprojekt „Kultur und Sport“

Kaum eine Disziplin vereint Sport und Kultur besser als Schach. Während in Bonn zurzeit um den Schach- Weltmeistertitel gerungen wird, befasste sich der Sportausschuss heute mit einem ganz profanen Aspekt der Symbiose aus Kultur und Sport: mit dem Geld. Kultur und Sport sind seit dem Stadtratseinzug von PRO AUGSBURG in einem Referat zusammengefasst worden. Seit […]

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Sportausschuss: Stadt richtet Büro für Frauen-Fußball-WM ein

Seit 23 Tagen ist Augsburg Austragungsort für die Frauen-Fußball-WM. Inzwischen steht die Konzeption für ein Augsburger WM-Büro. Voraussichtlich sechs Mitarbeiter wird es haben. Der Haushaltsplan hierzu wird am heutigen Mittwoch dem Finanzreferenten vorgestellt, so Berichterstatter Bernhard Rotter heute im Sportausschuss. In den nächsten Wochen wird eine Delegation des DFB in Augsburg erwartet. Der am 9. […]

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Aktion „Bürgerwald“ wird konkret

Als Punkt 64 stand die Aktion „Bürgerwald“ in Kurt Gribls Wahlprogramm. Am 20. Oktober beschäftigte sich jetzt der Umweltausschuss mit der Umsetzung. Umweltreferent Rainer Schaal erstattete Bericht. Bevor Schaal loslegen konnte, kam formale Kritik von Stefan Quarg (SPD): Die Bezeichnung „Punkt 64 des 100-Punkte-Programms von Herrn Oberbürgermeister Dr. Gribl“ gehöre nicht auf die Tagesordnung eines […]

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Gesamtkonzept für Augsburger Wallanlagen

Der Bauausschuss hat am 16. Oktober die Verwaltung beauftragt, ein Gesamtkonzept zur Erhaltung und Nutzung der historischen Augsburger Wallanlagen mit ihren Mauern, Türmen, Bastionen und Gräben zu erarbeiten. In einem ersten Schritt soll eine umfassende baufachliche Bestandsaufnahme durchgeführt und die zahlreichen Schäden kartiert werden. Auf Basis dieser Untersuchung sollen dann Nutzungskonzepte entwickelt und die Anlagen […]

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