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Sonntag, 28.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Sportausschuss beschließt Pilotprojekt „Kultur und Sport“

Kaum eine Disziplin vereint Sport und Kultur besser als Schach. Während in Bonn zurzeit um den Schach- Weltmeistertitel gerungen wird, befasste sich der Sportausschuss heute mit einem ganz profanen Aspekt der Symbiose aus Kultur und Sport: mit dem Geld.

Kultur und Sport sind seit dem Stadtratseinzug von PRO AUGSBURG in einem Referat zusammengefasst worden. Seit Mai 2008 heißt der neue Kultur- und Sportreferent Peter Grab. Für ihn ist der Zusammenschluss der beiden „weichen Standortfaktoren“ in Augsburg eine programmatische Notwendigkeit. Als Antwort auf gewisse „mediale Verzerrungen“, so Grab, soll nun eine öffentlichkeitswirksame mehrgliedrige Veranstaltungsreihe „Kultur und Sport“ ins Leben gerufen werden. Als Auftakt ist vorgesehen, die Eröffnung der impuls arena im Sommer 2009 zu begleiten. 2010 bzw. 2011 sollen sich dann Rahmenprogramme zur Landesausstellung „Bayern – Italien“ und zur Frauen-Fußball-WM anschließen. Der Sportausschuss folgte dem Kulturausschuss, der vergangene Woche bereits zugestimmt hatte, und gab mit 7 : 5 Stimmen ebenfalls Grünes Licht fürs „Grobkonzept“, dessen Umsetzung aber erst noch vom Finanzausschuss bewilligt werden muss. Bis 2011 sollen jeweils 100.000 Euro jährlich für das Grab´sche „Pilotprojekt mit Vorbildfunktion“ bereitgestellt werden.

Für Willi Leichtle (SPD) muss der Beweis, dass Sport und Kultur zusammen gehören, nicht so teuer sein. Die Zusammenlegung sei eine politische Entscheidung gewesen. Das gehe in Ordnung und müsse deshalb nicht mit einer Kette von Events legitimiert werden. Die Gelder hierfür seien bei den Sportvereinen besser aufgehoben, so Leichtle. Außerdem führte Leichtle an, dass es einen Stadtratsbeschluss zur Sportförderung gebe, weshalb die SPD dem Antrag nicht zustimmen könne. Denn „irgendwo muss das Geld ja abgezogen werden.“ Grabs Replik auf „erfolgversprechende Sponsorengespräche“ und auf die Begeisterung, die er bei Sportvereinen für dieses Projekt erlebt habe, wollte Martina Wild (Die Grünen) nicht kommentarlos stehen lassen. Sie unterstütze Leichtles Stellungnahme und sehe darüber hinaus die Gelder besser bei Gesundheits- und Ernährungsprojekten aufgehoben.