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Dienstag, 20.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Aus dem Stadtrat

Bahnhofsumbau: Eröffnungstermin kann nur teilweise eingehalten werden – Kostenrahmen bleibt dennoch stabil bei 250 Millionen

Die Straßenbahnhaltestelle unter dem Bahnhof, die Attraktion und zentrales Planungssegment der sogenannten „Mobilitätsdrehscheibe“, verzögert sich auf unbestimmte Zeit, wie am gestrigen Mittwoch der swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza dem Augsburger Stadtrat vortrug.

Baustelle Bahnhof – Foto: DAZ-Archiv/ Stadt Augsburg

Die Fertigstellung der Straßenbahnhaltestelle im zweiten Untergeschoss wird sich voraussichtlich verzögern. Der Bau des Tunnels und der Straßenbahnhaltestelle unter dem Augsburger Hauptbahnhof sei trotz des straffen Zeitplans gut vorangekommen und würde exakt im Zeitplan liegen, so Casazza, der dem Stadtrat erklärte, dass „die weltweiten Lieferengpässe für technische Bauteile den Planern der Stadtwerke Augsburg (swa) zu schaffen macht“.

Auch wenn der Bau im Kostenrahmen von bis zu 250 Millionen Euro bleiben werde, ist damit zu rechnen, dass die Wiedereröffnung des Hauptbahnhofs im kommenden Jahr in zwei Stufen erfolgen werde. In der Sitzung des Augsburger Stadtrats am vergangenen Mittwoch  hat swa-Geschäftsführer Dr. Walter Casazza auf diese Möglichkeit hingewiesen. Die Empfangshalle im Bahnhofsgebäude und die neue großzügige Mittelpassage werden voraussichtlich wie geplant im August 2023 eröffnet.

„Dann ist der Hauptbahnhof für die Fahrgäste des Zugverkehrs barrierefrei voll funktionsfähig nutzbar“, so Casazza. Die Empfangshalle im Bahnhofsgebäude und die Verteilerebene im ersten Untergeschoß mit den Zugängen zu den Bahnsteigen mit Rolltreppen und Aufzügen werden dann uneingeschränkt nutzbar sein. Ebenfalls genutzt werden kann der neue Fußgängertunnel von Westen aus dem Thelottviertel in den Hauptbahnhof.

Die technisch komplexere Straßenbahnhaltestelle im zweiten Untergeschoß wird aber voraussichtlich noch nicht fertiggestellt werden können. Wie derzeit bei so vielen Bauprojekten sind Lieferengpässe bei technischen Baumaterialien die Ursache. „Derzeit lässt sich ein Termin für die Eröffnung auch der Straßenbahnhaltestelle noch nicht abschätzen“, so Casazza.

„Der einfache Umstieg auf die Straßenbahn direkt zwei Etagen unter den Gleisen der DB wird noch ein bisschen auf sich warten lassen“, versucht Casazza die Verzögerung smart zu reden. Schließlich sei ein Großteil des Gesamtprojekts „Mobilitätsdrehscheibe“ mit den fünf Einzelprojekten fast fertig: Die Straßenbahnlinie 6 ist seit 2010 in Betrieb, der neue Königsplatz wurde 2013 eröffnet und die Verlängerung der Linie 3 nach Königsbrunn ging Ende 2021 in Betrieb. Wenn auch die Straßenbahnhaltestelle unter dem Hauptbahnhof in Betrieb gehen wird, werden zunächst zwei von später drei Linien in der Haltestelle unter dem Hauptbahnhof verkehren, die Linien 3 und 4, die in der unterirdischen Wendeschleife wenden und Richtung Innenstadt zurückfahren. Die Linie 6 folgt bis voraussichtlich 2026.

Das Planfeststellungsverfahren durch die Regierung von Schwaben für das Anschlussstück vom Hauptbahnhof zum Bestandsgleis an der Luitpoldbrücke läuft derzeit noch. Das letzte Projekt der Mobilitätsdrehscheibe, die Linie 5, ist in Planung.

Insgesamt investieren die swa mehr als eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau des Nahverkehrs. Das größte Einzelprojekt ist der Hauptbahnhof mit rund 230 bis 250 Millionen Euro. Es ist ein Gemeinschaftsprojekt von swa, Deutsche Bahn und Stadt Augsburg. Die Tramhaltestelle im zweiten Untergeschoß ist barrierefrei mit Aufzügen und Fahrtreppen ausgebaut und mit der darüber liegenden ebenfalls barrierefrei ausgebauten Verteilerebene und weiter mit den Bahnsteigen der DB verbunden. Das Projekt wird mit dem Höchstsatz von 83 Prozent der förderfähigen Kosten von Bund und Land bezuschusst. In den zusätzlichen Bahnsteig F für den Regio-Schienen-Takt und die Modernisierung insbesondere bahntechnischer Anlagen investiert die Deutsche Bahn in Augsburg zusätzlich weit über 100 Millionen Euro.

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