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Dienstag, 27.01.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Politik

„Augsburg kann viel. Positiv denken. Gemeinsam verändern.“ – V-Partei³ präsentiert Wahlprogramm

Die V-Partei³ hat ihr Kommunal­wahl­programm für 2026 bis 2032 vor­gestellt. Es formu­liert eine zukunfts­fähige Neu­aus­richtung der Augsburger Stadt­politik mit öko­logischer Nach­haltig­keit, Tier­schutz und sozialer Gerech­tig­keit. Die DAZ hat das 24-seitige Dokument gelesen und für die Leser zusammen­gefasst.

Von Bruno Stubenrauch

An einem Stand in der Annastraße präsentierten Kandidatinnen und Kandidaten der V-Partei³ am letzten Samstag ihr Wahlprogramm.

Das Programm hat – anders als die Programme der meisten anderen Parteien ein ordentliches Inhaltsverzeichnis:

  • Präambel
  • 1. Umweltschutz als Kern einer verantwortungs­vollen Stadtpolitik
  • 2. Tierschutz – Verantwortung für alle fühlenden Lebewesen
  • 3. Mobilität für alle: Modern, sozial und ökologisch
  • 4. Verkehrssicherheit und Lebens­qualität auf unseren Plätzen und Straßen
  • 5. Kultur für alle – Vielfalt statt Prestige­projekte
  • 6. Sportstadt Augsburg – Infrastruktur erhalten und fördern
  • 7. Transparente Finanzen und echte Bürger­beteiligung
  • 8. Wohnen ist ein Grundrecht – Realistisch, ökologisch, sozial
  • 9. Gesundheit und Prävention – Für ein gesundes Augsburg
  • 10. Wirtschaft und Arbeit – Nachhaltig und lokal
  • 11. Kinder, Jugend und Bildung – Investition in die Zukunft
  • 12. Digitalisierung und moderne Verwaltung – Effizient und bürgernah
  • 13. Sicherheit, Ordnung und gesellschaftlicher Zusammenhalt

Präambel

Die V-Partei³ konstatiert einen Verlust an politi­scher Glaub­würdig­keit und Transparenz unter der aktuellen Stadt­regierung. Ziel ist es, durch prag­matische Lösungen und eine ehrliche Kommu­nikation das Vertrauen der Bürger zurückzu­gewinnen und Augsburg ökologisch verant­wortungs­voll sowie wirt­schaftlich stabil zu gestalten.

1. Umweltschutz als Kern städtischer Politik

Zentrales Anliegen ist der Erhalt des Klinikparks südwestlich der Universi­täts­klinik als unver­zicht­bare „Klimaanlage“ der Stadt. Die Partei fordert einen Baustopp für geplante Rodungen und schlägt stattdessen eine Baufläche östlich des Klinikums vor. Weitere Schwerpunkte sind die Renatu­rierung des Lechs und die massive Ent­siegelung zur Vermeidung von Hitzeinseln.

Als lebendiges Symbol für Klimaschutz soll auf einer zu erwerbenden städtischen Grünfläche ein „Hochzeits­wald“ etabliert werden: Paare können dort ihre Liebe durch das Pflanzen eines Obstbaumes ausdrücken, den sie anlässlich ihrer Ehe­schließung erhalten – als lebendiges Symbol für Verbunden­heit, Wachstum und Zukunft.

2. Tierschutz und Tierethik

Tierschutz wird als Kernaufgabe definiert. Konkrete Forderungen umfassen die Schließung des Augsburger Schlacht­hofes aufgrund wieder­holter Rechts­verstöße, ein Verbot von Tieren in Unter­haltungs­betrieben (Zirkus, Pony­karussells) und das Ende von Tier­versuchen an der Universität. Zudem setzt sich die Partei für die Freiheit der Schimpansen im Augsburger Zoo und eine Neu­ausrichtung der Zoopolitik ein.

3. Neugestaltung der Mobilität

Langfristiges Ziel ist ein kostenloser öffentlicher Personen­nah­verkehr zur Förderung sozialer Teilhabe und Redu­zierung des motori­sierten Individual­verkehrs. Die V-Partei³ fordert den Ausbau von On-Demand-Verkehren (swaxi) und eine engere Verzahnung von Stadt und Umland, um die Verkehrs­wende regional wirksam umzusetzen.

4. Transformation von Verkehrswegen und Plätzen

Die Stadtplanung soll Sicherheit und Aufent­halts­qualität priorisieren. Vorgeschlagen werden die Begrünung des Rathaus­platzes zur Hitze­reduktion („Bäume statt Poller“) sowie die Ent­schärfung von Gefahren­stellen wie der Blauen Kappe oder dem Klinkerberg durch Tempo 30 und bessere Querungs­möglichkeiten.

5. Vielfältige und zugängliche Kultur

Gefordert wird eine Abkehr von der Fixierung auf Groß­projekte hin zur Förderung der freien Szene und Clubkultur. Dies umfasst kostenlose Werbe­flächen für Kultur­schaffende und die Bereit­stellung dauerhaft bezahl­barer Konzert­räume. Die Partei verlangt zudem eine parla­menta­rische Auf­arbeitung des „Staats­theater-Sanierungs­desasters“.

6. Sport und Breitensportförderung

Die Modernisierung der Sport­infrastruktur, insbe­sondere der Erhalt des Rosenau­stadions steht im Fokus. Eine Mauer, die nach einem „Planungs­pfusch“ die Laufbahn ein­schränkt, soll beseitigt und damit das Stadion für nationale Meister­schaften tauglich gemacht werden.

Zudem wird der Bau eines 50-Meter-Hallenbades sowie die kostenfreie Nutzung städtischer Anlagen für Vereine mit Jugend­arbeit gefordert.

7. Transparente Finanzen

Die V-Partei³ lehnt Doppelhaushalte ab und fordert eine Rückkehr zur jährlichen Finanzplanung. Zur Stärkung der Bürgerbeteiligung soll ein echter Bürgerhaushalt eingeführt und die Grundsteuererhöhung rückgängig gemacht werden.

8. Soziales und inklusives Wohnen

Wohnen wird als Grundrecht definiert, das realistisch, öko­logisch und sozial gestaltet werden muss. Hierbei liegt ein Fokus auf der Unter­stützung von Menschen in Notlagen sowie der Integ­ration und Inklusion in allen Stadtvierteln.

9. Nachhaltiges Gesundheitssystem

Die Partei setzt auf Prävention und die Einführung von Bio-Qualität als Standard in öffent­lichen Kantinen. Gesund­heits­schutz wird explizit mit Stadt­gestaltung verknüpft, etwa durch Lärmschutz und die Reduktion von Schadstoffen.

10. Zukunftsfähige Wirtschaft

Wirtschaftsförderung soll an Nach­haltig­keits­kriterien geknüpft werden. Die Partei fordert eine Stärkung der Innenstadt durch faire Mieten und lebendige Strukturen sowie eine konsequent soziale und öko­logische kommu­nale Beschaffung.

11. Kinder, Jugend und Bildung

Die Bildungspolitik fokussiert auf soziale Gerechtig­keit durch kosten­freie, biologisch-pflanz­liche Ver­pfle­gung in Bildungs­ein­rich­tungen. Neben der notwendigen Sanierung der Schul­infra­struktur stehen die Förderung der Medien­kompe­tenz und die Stärkung der politi­schen Parti­zipation junger Menschen im Zentrum, um Augsburg als chancen­gerechten Bildungs­standort zu profilieren.

12. Digitalisierung und moderne Verwaltung

Angestrebt wird eine effiziente, bürgernahe Verwaltung durch eine konse­quente „Open Govern­ment“-Strategie. Kern­forde­rungen sind der Ausbau digitaler Bürger­dienste (E-Govern­ment), der Abbau büro­kratischer Hürden sowie die Bereit­stellung einer flächen­decken­den digitalen Infra­struktur (Glasfaser/WLAN) zur Stärkung des Wirtschafts- und Wohn­standorts.

13. Sicherheit, Ordnung und gesellschaft­licher Zusammen­halt

Das Programm setzt auf präventive Sicherheits­konzepte und eine deeska­lie­rende Präsenz von Ordnungs­kräften. Zur Förderung der regio­nalen Identität und des gesell­schaftlichen Friedens wird zudem die Aus­weitung des „Hohen Friedensfests“ als gesetz­licher Feiertag auf den Landkreis Augsburg gefordert, um die enge Ver­flech­tung von Stadt und Umland zu würdigen.

———
Das Programm soll in den nächsten Tagen als PDF zum Download bereit­gestellt werden.

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