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Freitag, 16.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Sensation: Zwei unbekannte Putten aus der Fuggerkapelle bei Sotheby’s aufgetaucht

Im kommenden Mai sollen zwei bisher als verschollen betrachtete Putten aus der Augsburger Annakirche in Paris zur Versteigerung angeboten werden. Beide Putten stammen von Hans Daucher (1486-1538) und werden aktuell mit einem Schätzwert von 2.500.000 Euro aufgerufen.

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Drei von sieben © Irmgard Hoffmann

Von Siegfried Zagler

Die Putten stammen aus einem Ensemble von insgesamt sieben Putten, die die Grablege der Fuggerfamilie zierten. Kürzlich wurden die fünf Orginale der Fuggerkapelle in St. Anna von Repliken ersetzt. Die zum national wertvollen Kulturgut zählenden fünf Puttenfiguren aus der Fuggerkapelle in St. Anna bezogen ihre neue Heimat im Augsburger Maximilianmuseum – aus Sicherheitsgründen. Die Kosten des Umzugs samt der Anfertigung der Repliken betrug damals 60.000 Euro. Die Fuggerkapelle in St. Anna gehört zu den größten historischen Schätzen der Stadt Augsburg. Sie ist ein früher Renaissancebau, der von Jakob Fugger und seinem Bruder Ulrich als Grablege für ihre Familie gestiftet wurde. Durch die Arbeiten großer Künstler wie z.B. Albrecht Dürer, Jörg Breu d.Ä. und Hans Daucher ist das gesamte Werk von unschätzbarem Wert. Die von Hans Daucher um 1530 geschaffenen Putten verzieren die Balustrade, die bis 1821 die Kapelle vom Kirchenraum trennte.

Entdeckung verändert Kunstgeschichte

Die Putten wurden 1821 entfernt. Fünf konnten Anfang des 20. Jahrhundert in der Umgebung von Augsburg wieder ausfindig gemacht werden: Eben die fünf bisher bekannten Putten aus der Fuggerkapelle in St. Anna, die nun im Maximilianmuseum zu bewundern sind. Bisher ging die Forschung davon aus, dass ursprünglich (bis 1821) sechs Putten die Balustrade bekrönten und nur ein Putto verschollen sei. Das überraschende Auftauchen der beiden Putten in Sotheby’s Paris verändert somit die Kunstgeschichte.

Putten unterstreichen kulturgeschichtliche Bedeutung der Stadt Augsburg

Die Herkunft der Putten wird als zweifelsfrei bewertet: Sie wurden von Baron Arthur von Schickler (1828-1919) erworben. Danach gelangten sie in die Sammlung Pourtalès-Schickler und von dort durch Erbfolge in den Besitz der Familie, die nun verkaufen will. Das neu zu bewertende Ensemble der Fuggerputten reflektiert nicht nur einen hohen künstlerischen Wert, sondern unterstreicht auch die kulturgeschichtliche Bedeutung der Stadt Augsburg. Es handelt sich um einen Beleg der Hochzeit der Augsburger Renaissanceskulptur. Sie gelten als Inkunabeln der deutschen Renaissance, die in Augsburg ihren Anfang nahm.

Stadt bemüht sich um Erwerb

Nach Informationen der DAZ bemühen sich die Städtischen Kunstsammlungen derzeit intensiv darum, Drittmittel aufzutreiben, damit das komplette Ensemble der sieben Putten für die Öffentlichkeit im Maximilianmuseum zugänglich gemacht werden kann.

 

 

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