DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 06.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Ausstellungen

Wohnen im Wandel der Zeit

Mit einem kleinen Festakt wurde gestern die Ausstellung „Mehr als ein Dach über dem Kopf – Wohnen im Wandel der Zeit“ in der Neuen Stadtbücherei eröffnet. Anlass der Ausstellung ist das hundertjährige Jubiläum des Verbands bayerischer Wohnungsunternehmen e.V. (VdW).




Bürgermeister Hermann Weber wies in seinem Grußwort darauf hin, dass das Wohnen, wie wir es heute kennen, keine Selbstverständlichkeit sei und gab einen historischen Abriss der Geschichte des sozialen Wohnungsbaues. Im 19. Jahrhundert herrschten in den Arbeitervierteln der wachsenden Industriestädte noch unbeschreibliche hygienische und soziale Zustände. Die allmählich entstehenden Baugenossenschaften machten es sich zur Aufgabe, die Wohnungssituation zu verbessern. In Augsburg wurde am 16. November 1900 die Wohnungsgenossenschaft Augsburg Nord-Ost gegründet. Es dauerte dann noch bis 1909, ehe sich die immer zahlreicher werdenden Genossenschaften zu einem Dachverband zusammenschlossen.

Gewaltige Wohnungsnotstände gab es jeweils nach den beiden Weltkriegen. Erst ab Mitte der 70er Jahre normalisierte sich der Wohnungsmarkt weitgehend. Mit dem Fall der Mauer verschärfte sich die Lage nochmals. Entspannung trat nach dem Ende des Kalten Krieges mit dem Abzug ausländischer Streitkräfte ein. Augsburg sei seit 1997 kein Gebiet mit erhöhtem Wohnraumbedarf mehr, so Weber abschließend.

Hohe Nachfrage bei der staatlichen Wohnraumförderung

Regierungspräsident Karl Michael Scheufele wartete mit Zahlen zur Förderung des Mietwohnungsbaues in Bayern auf. Im Jahr 2008 konnte mit staatlicher Hilfe für 12.500 Haushalte Wohnraum geschaffen oder modernisiert werden. Nach Schwaben flossen dabei 24 Mio. Euro. Trotz eines historischen Tiefs im Wohnungsbau insgesamt habe die Wohnraumförderung in 2008 um 17 Prozent zugelegt. Handlungsfelder der Zukunft seien das Wohnen im Alter und die Steigerung der Energieeffizienz, so Scheufele.

VdW-Verbandsdirektor Xaver Kroner

VdW-Verbandsdirektor Xaver Kroner


Zur Geschichte des VdW Bayern sprach anschließend Verbandsdirektor Xaver Kroner. Einhundert Jahre VdW seien auch einhundert Jahre Ringen um bessere Wohnverhältnisse in Bayern, gerade für einkommensschwächere Menschen. Zielsetzung bei der Verbandsgründung am 16. Mai 1909 in München war „die Verbesserung der Wohnungsverhältnisse im Allgemeinen und insbesondere der minderbemittelten Bevölkerung als eine der wichtigsten sozialen Aufgaben der Gegenwart“. Zu den 14 Gründungsmitgliedern gehörten auch drei Augsburger Baugenossenschaften.

Bis heute sei die Kernaufgabe des VdW die gleiche geblieben: Allen Menschen eine angemessene Teilhabe am Leben in unserer Gesellschaft zu ermöglichen. Dies drücke auch der Slogan „gut und sicher wohnen“ des VdW Bayern aus, so Kroner.

Kritik am schnellen Geldverdienen mit der „Ware“ Wohnen

Der Verbandsdirektor bedauerte die Entwicklung auf dem freien Wohnungsmarkt, bei der das Thema Daseinsvorsorge über Bord geworfen werde, um mit der „Ware“ Wohnen schnelles Geld zu verdienen. Dieses kurzfriste Denken habe „in eine der größten Krisen der Weltwirtschaft“ geführt. Das 100-jährige Jubiläum des VdW Bayern inmitten dieser Krise symbolisiere, dass es noch Unternehmen und Organisationen gebe, die durch alle Wirtschaftszyklen hindurch Kontinuität und Stabilität gewährleisten.

Zeigen die Größe einer Wohnküche des Jahres 1930: Karl Michael Scheufele, Hermann Weber, Xaver Kroner und WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe (v.l.)

Zeigen die Größe einer Wohnküche des Jahres 1930: Karl Michael Scheufele, Hermann Weber, Xaver Kroner, WBG-Geschäftsführer Edgar Mathe (v.l.)


Die hohe Qualität des sozialen Wohnungsbaues sieht Kroner darin bestätigt, dass diesem nie der Makel von Armenquartieren anhing. Er verwies auf ein Gutachten des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, das den Hauptgrund für die niedrige Eigentumsquote in Deutschland im stark ausgeprägten sozialen Wohnungsbau mit hohem baulichen Standard sieht. Mieter seien dadurch nie stigmatisiert worden.

Die Ausstellung zeigt auf einer Reihe von Schautafeln die kontinuierliche Verbesserung des Wohnstandards im sozialen Wohnungsbau vom Kleinwohnungsbau – eine Kleinstwohnung für 3-4 Personen aus dem Jahr 1930 mit einer Wohnfläche von 28 m2 ist in Originalgröße aufgebaut – bis zu heutigen Sozialwohnungen, die sich mit Wohnflächen von 90 m2 für vier Personen kaum noch von freifinanzierten Mietwohnungen unterscheiden. Die Ausstellung ist bei freiem Eintritt noch bis 6. Januar 2010 im Foyer der Neuen Stadtbücherei zu sehen.

gesamten Beitrag lesen »



Ausstellung „Risskant“ wird verlängert

Die Ausstellung „Risskant“ im Hollbau beim Annahof wird aufgrund des großen Anklangs verlängert. Die Ausstellung zeigt Fotografien und Comics zur Obdachlosigkeit in Augsburg. „Risskant“ sollte am Montag, 30. November, enden und ist nun voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten zu sehen. Besucher notierten im Gästebuch, sie hätten einen neuen Blick auf Obdachlosigkeit in Augsburg gewonnen. Auch […]

gesamten Beitrag lesen »



„Shopping Night“: „Weltenglanz“ und „Irdische Paradiese“ ziehen mit

Das Schaezlerpalais bietet in der langen Shoppingnacht am 27. November Führungen und Lesungen in der „Paradise Lounge“ an. Das Maximilianmuseum baut auf die Strahlkraft von „Weltenglanz“ und bietet ebenfalls Freitagnacht verlängerten „Kunstgenuss“ an. Beide Museen haben während der langen Einkaufsnacht von 17 Uhr bis 22 Uhr geöffnet. Schaezlerpalais, Maximilianstraße 46, Eintrittspreise: 9 Euro / 7 […]

gesamten Beitrag lesen »



„Irdische Paradiese“ bis Jahresende verlängert

Die Sonderausstellung „Irdische Paradiese – Meisterwerke aus der Kasser Art Foundation“ im Schaezlerpalais wird bis zum Ende dieses Jahres verlängert. Wer die Ausstellung „Irdische Paradiese“ mit Künstlern wie Paul Cézanne, Edgar Degas, Henri Matisse, Amedeo Modigliani, Claude Monet, Pablo Picasso, Pierre-Auguste Renoir, Auguste Rodin, Paul Signac, Jackson Pollock und vielen mehr noch nicht gesehen hat, […]

gesamten Beitrag lesen »



Noch Geräusch – oder schon Musik?

Grenzgebiet zwischen Elektronik und Mensch: im „abraxas“ hat lab.30 begonnen Von Frank Heindl Ist schon merkwürdig, wie manche Themen lange Zeit ganz out und dann plötzlich wieder total en vogue sind. Wie auf einmal viele Künstler zur gleichen Zeit sich um dasselbe Thema kümmern. Zum Beispiel lab.30, das „Augsburger Kunstlabor“, zum 8. Mal in diesem […]

gesamten Beitrag lesen »



Ausstellung: „Konrad Adenauer und die Europäische Integration“

Ab 10. November ist im Unteren Fletz des Rathauses eine zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge am 25. März 1957 von der Konrad-Adenauer-Stiftung konzipierte Ausstellung zu sehen. Konrad Adenauer, der erste Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, galt als einer der Gründungsväter Europas. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg, als er Oberbürgermeister von Köln war, rief […]

gesamten Beitrag lesen »



„Nur die Veränderung hat Bestand“

Irina Müller stellt im Barfüßercafé aus „Zarensilber“, „Ferner Kontinent“ oder „Höhlenfund“ heißen die Bilder von Irina Müller, die noch bis Ende November im Barfüßercafé zu sehen sind. Die Künstlerin arbeitet zu verschiedenen Themen und mit verschiedenen Techniken. „Nur die Veränderung hat Bestand“ ist das Motto der gebürtigen Russin, die seit 1995 in Augsburg lebt. Im […]

gesamten Beitrag lesen »



Afrika in Augsburg

Die Afrikanischen Wochen 2009 bieten vom 13. bis 29. November Informationen rund um unseren Nachbarkontinent – diesmal zum Schwerpunkt Südafrika. Afrika hat viele Facetten: Das zeigen die Afrikanischen Wochen seit mittlerweile zwanzig Jahren. Zum Jubiläumstermin haben Werkstatt Solidarische Welt und Weltladen Augsburg Südafrika in den Mittelpunkt gestellt. Dort findet im nächsten Jahr die Fußballweltmeisterschaft statt […]

gesamten Beitrag lesen »



Weltenglanz

Der Mathematisch-Physikalische Salon Dresden zu Gast im Maximilianmuseum Augsburg Das Maximilianmuseum präsentiert vom 20. November 2009 – 14. Februar 2010 mit „Weltenglanz“ eine hochkarätige Auswahl an historischen Instrumenten, mit denen die sächsischen Herrscher in Renaissance und Barock Wissenslust und Repräsentationswillen glanzvoll unter Beweis stellten. Kostbarkeiten wie Himmelsgloben, Fernrohre, Messquadrate, Uhren und Automaten – darunter auch […]

gesamten Beitrag lesen »



„Richie der Gerissene“ im Augustanasaal

Am Montag, 2. November beginnt im Augustanasaal die Ausstellung „Risskant. Comics und Fotografien zu Obdachlosigkeit in Augsburg“. Zur Eröffnung wird Armutsexperte Prof. Gerhard Trabert ab 19.30 Uhr im Augustanasaal, Annahof 4 referieren. Die Comics der Obdachlosenzeitschrift „Riss“ (Herausgeber: Tür an Tür e.V.) und Fotografien sind dabei Gegenstand der Betrachtung. In der Pressemitteilung des Veranstalters wird […]

gesamten Beitrag lesen »