ALJUZA: Verein zwischen Engagement und Kritik
Das „Alternative Jugendzentrum Augsburg“ ALJUZA e.V. hat eine Resolution zur Stadtbildpflege verabschiedet. In einem offenen Brief fordert der Verein die Fraktionen im Stadtrat auf, Graffiti – insbesondere politisch extremistische Schmierereien, kommunistische Symbole sowie Parolen wie „ACAB“ – konsequent entfernen zu lassen. Zugleich weist ALJUZA den Vorwurf zurück, ein rechtes Tarnprojekt zu sein. Kritiker wie die Grüne Jugend sehen hingegen Verbindungen zur AfD.
Von Bruno Stubenrauch

Nazi-Etikett aufgeklebt: Bildzitat eines Zeitungsartikels auf Instagram (Quelle: Screenshot Instagram)
Der Verein ALJUZA wurde im vergangenen Jahr gegründet und versteht sich laut Satzung als Anbieter für „politische Bildung und demokratisches Engagement junger Erwachsener“. Auf seiner Jahreshauptversammlung am 25. April verabschiedeten die Mitglieder eine Resolution, die eine konsequentere Beseitigung von Graffiti in der Stadt fordert – insbesondere von politisch extremistischen Schmierereien, etwa mit kommunistischen Symbolen wie Hammer und Sichel, sowie von Parolen, die Gewalt verherrlichen oder staatliche Institutionen pauschal herabwürdigen, wie „ACAB“.
Die im Verein organisierten Berufstätigen und Auszubildenden erklärten sich zudem bereit, die Stadtverwaltung bei der Verbesserung des Stadtbildes ehrenamtlich zu unterstützen.
Die Kritik
Bereits im Vorfeld der Jahreshauptversammlung war der Verein in die Schlagzeilen geraten: Die Grüne Jugend Augsburg, die Jusos und die Linksjugend warfen ALJUZA vor, unter dem Deckmantel der Jugendarbeit rechtsextreme Positionen zu transportieren. Sie verwiesen auf personelle Verflechtungen mit der AfD. Auch die Augsburger Allgemeine bezeichnete ALJUZA vor wenigen Wochen als „Nachwuchsprojekt mehrerer AfDler aus dem Raum Augsburg“. Die Jugendorganisationen riefen deshalb zu einem Boykott des Vereins auf.
Die Position des Vereins
ALJUZA weist die Vorwürfe zurück. In einer Pressemitteilung betont der Verein, sein Mitgliedsspektrum umfasse unterschiedliche politische, biografische und ethnische Hintergründe – darunter auch ein ehemaliges Mitglied der Grünen mit familiären Wurzeln im Nahen Osten. Man konzentriere sich auf freizeitpädagogische Angebote und die Mitwirkung an der Stadtbildpflege; eine politische Indoktrination finde nicht statt.
Zugleich formuliert der Verein eine klare Gegenposition: „Bevor die Jusos oder die Grüne Jugend nur Reden schwingen, lassen wir Taten walten – für Augsburg und die Zukunft unserer Generation.“ Kritiker seien eingeladen, sich an konkreten Maßnahmen zur Verbesserung des Stadtbildes zu beteiligen.
Zwischen Anspruch und Kontroverse
Ob es sich bei dem gemeinnützigen Verein ALJUZA um ein seriöses Jugendangebot oder um eine politisch motivierte Struktur handelt, lässt sich derzeit nicht abschließend beurteilen. Solange sich der Verein im Rahmen der geltenden Gesetze bewegt, gibt es keinen Grund für ein behördliches Eingreifen.
Mit seiner Resolution versucht ALJUZA, sich als gesellschaftlicher Akteur zu positionieren. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie Politik und Stadtgesellschaft auf das Angebot reagieren. Die Debatte über den Verein dürfte weitergehen.
Offener Brief von ALJUZA an den Stadtrat (pdf, 77 kB)