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Freitag, 08.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Bergstraße-Umgestaltung: SPD Süd-West fordert Stopp

Erst vor wenigen Wochen – am 16. April, noch mit alten Mehrheiten – hat der Bau­aus­schuss den Projekt­beschluss zur Um­ge­stal­tung der Bergstraße zwischen Gögginger und Gabels­berger Straße gefasst. Nun lehnt die SPD Augsburg Süd-West das Projekt komplett ab.

Von Bruno Stubenrauch

Die Bergstraße
(Quelle: Stadt Augsburg, Beschlussvorlage BSV/23/08755 öffentlich)

Die Maßnahme geht auf einen Grund­satz­beschluss des Bau­aus­schusses vom 20. Juli 2023 zurück, der das Ziel hatte, die Verkehrs­sicher­heit zu erhöhen und zwei Bus­halte­stellen barriere­frei auszubauen – erkauft mit dem Wegfall von 20 Park­plätzen. Im Nachgang bestä­tigte aller­dings eine Parkraum­erhebung Ende 2023 hohen Parkdruck; eine Bürger­beteili­gung Anfang 2025 brachte über­wiegend negative Rück­meldungen zur Planung.

Der Bauausschuss beschloss die Umsetzung am 16. April 2026 deshalb mit der Maßgabe, zeitnah die Ein­führung von Anwohner­parken und Kurzzeit­park­plätzen für die Gastro­nomie zu prüfen. Durch eine Opti­mierung der Planung konnten außerdem fünf zusätz­liche Parkplätze geschaffen werden, sodass netto maximal 15 Stellplätze wegfallen.

„Angespannte Haushaltslage, geringe Akzeptanz vor Ort“

Die SPD Augsburg Süd-West lehnt das Projekt mit Kosten von 1.055.000 Euro nun dennoch voll­ständig ab. Orts­vereins­vor­sitzender Robert Kratzsch erklärte am gest­rigen Frei­tag: „Die Menschen erwarten einen sorgsamen Umgang mit Steuergeld. Bei einem Projekt mit Kosten von über einer Million Euro braucht es einen klaren Mehrwert und breite Akzeptanz vor Ort. Beides sehen wir bei der Bergstraße nicht.“

Die SPD Süd-West kritisiert insbesondere:

  • die hohen Kosten in der angespannten Haushalts­lage,
  • den Wegfall von Stellplätzen trotz massiven Parkdrucks,
  • die geringe Akzeptanz in der Bevölkerung,
  • das Missverhältnis zwischen Aufwand und Nutzen.

Sie fordert, die eingeplanten Mittel auf dringen­dere Aufgaben wie Schulen, Kitas und Nahverkehr zu konzen­trieren. Sinnvolle Einzel­maß­nahmen in der Bergstraße – wie etwa eine Querungs­hilfe – könnten unab­hängig davon geprüft werden.