ÖDP will Hymnenpflicht in Ministerien
Die bayerische ÖDP empfiehlt die Einführung einer Hymnenpflicht – nicht erst zum Schuljahresbeginn, sondern sofort und täglich in allen Ministerien des Freistaats. Bestimmte Textpassagen der Bayernhymne sollten in einzelnen Häusern durch noch häufigere Wiederholung vertieft werden. Besonders am Herzen liegt der ÖDP die bisher weitgehend unbekannte dritte Strophe, die sie als „Menschenrechtsstrophe“ bezeichnet.
Von Bruno Stubenrauch
Urban Mangold, Sprecher der ÖDP Bayern, legt in einer launischen Presemitteilung Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger nahe, den Halbsatz „Er behüte Deine Fluren“ aus der ersten Strophe zu wiederholen – „wer Gottes Schutz für Bayerns Fluren erbittet, kann nicht allen Ernstes gegen eine Reduzierung des Pestizideinsatzes kämpfen“. Ministerpräsident Markus Söder empfiehlt die ÖDP einen Auszug aus der zweiten Strophe für den Badezimmerspiegel: „Dass mit Deutschlands Bruderstämmen einig uns ein jeder schau“.
Die dritte Strophe – von Alfons Goppel 1966 empfohlen, von Franz Josef Strauß wieder verworfen – lautet: „Gott mit uns und Gott mit allen, die der Menschen heilig Recht, treu beschützen und bewahren“. Sie sei ein „Kontrastprogramm zum dumpfen Slogan ‚Bayern first‘“, so Mangold. Die Bayernhymne wäre damit ein „Protestsong gegen das Geschrei der in Teilen rechtsextremen AfD“.
Eine Hymnenpflicht in Schulen hätte allerdings nach Mangolds Ansicht genügt: „Die CSU soll nicht mit Aktionismus von den eigentlichen Problemen ablenken.“
