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Donnerstag, 07.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

ÖDP will Hymnenpflicht in Ministerien

Die bayerische ÖDP empfiehlt die Ein­führung einer Hymnen­pflicht – nicht erst zum Schul­jahres­beginn, sondern sofort und täglich in allen Mini­sterien des Freistaats. Bestimmte Text­passagen der Bayernhymne sollten in einzelnen Häusern durch noch häufigere Wieder­holung vertieft werden. Besonders am Herzen liegt der ÖDP die bisher weitgehend unbekannte dritte Strophe, die sie als „Menschen­rechts­strophe“ bezeichnet.

Von Bruno Stubenrauch

Urban Mangold, Sprecher der ÖDP Bayern, legt in einer launischen Prese­mit­teilung Vize-Minister­präsident Hubert Aiwanger nahe, den Halbsatz „Er behüte Deine Fluren“ aus der ersten Strophe zu wieder­holen – „wer Gottes Schutz für Bayerns Fluren erbittet, kann nicht allen Ernstes gegen eine Redu­zierung des Pesti­zid­einsatzes kämpfen“. Minister­präsident Markus Söder empfiehlt die ÖDP einen Auszug aus der zweiten Strophe für den Bade­zimmer­spiegel: „Dass mit Deutsch­lands Bruder­stämmen einig uns ein jeder schau“.

Die dritte Strophe – von Alfons Goppel 1966 empfohlen, von Franz Josef Strauß wieder verworfen – lautet: „Gott mit uns und Gott mit allen, die der Menschen heilig Recht, treu beschützen und bewahren“. Sie sei ein „Kontrast­programm zum dumpfen Slogan ‚Bayern first‘“, so Mangold. Die Bayern­hymne wäre damit ein „Protest­song gegen das Geschrei der in Teilen rechts­extremen AfD“.

Eine Hymnenpflicht in Schulen hätte allerdings nach Mangolds Ansicht genügt: „Die CSU soll nicht mit Aktio­nismus von den eigent­lichen Problemen ablenken.“