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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

„Staatstheater Augsburg“: Eine politische Willenserklärung mit Folgen

Das Augsburger Theater soll ein Staatstheater werden, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am heutigen Mittwoch in seiner Regierungserklärung im Landtag verkündete.

Die Nachricht schlug in Augsburg wie eine Bombe ein. Andre Bücker, Intendant des Augsburger Stadttheaters, zeigte sich von dem politischen Versprechen überrascht, während OB Kurt Gribl auf einer eilig einberufenen Pressekonferenz davon sprach, dass es sich um eine große Aussage handle, aber um keine überraschende. Schließlich sei es kein Geschenk des Freistaates, sondern eine kulturpolitische Nachjustierung bei der Metropolregion Augsburg, die sich nun auf Augenhöhe mit Nürnberg befinde. Auf Fragen der Journalisten gab sich Kurt Gribl kurz angebunden, da man momentan nicht viel mehr anzubieten habe als eben den Satz, dass es sich um eine große Aufwertung der Stadt und der Region handeln würde.

Für den Augsburger Kulturpolitiker und Landtagsabgeordneten Bernd Kränzle (CSU) ist der heutige Tag ein „historischer Tag für die Stadt Augsburg“, aber man müsse nun dafür sorgen, dass man seitens der Stadt so schnell wie möglich Verhandlungen bezüglich der Umwandlungsmöglichkeiten einleite. Nun steht die Botschaft „Grünes Licht für Verhandlungen“, so Kränzle.

Der Augsburger SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller sieht die Ankündigung von Ministerpräsident Söder, das Augsburger Theater in ein Staatstheater umzuwandeln ebenfalls positiv: „Die Entscheidung ist richtig, obwohl sie nur dem nahenden Wahlkampf und der Angst vor dem Verlust der Macht geschuldet ist.“ Güller schlägt vor, das Augsburger Theater in ein reines, vom Freistaat getragenes Staatstheater wie in München, oder eine Stiftung Staatstheater wie in Nürnberg umzuwandeln. Bei der Stiftungsvariante würde der Freistaat mindestens 50 Prozent der laufenden Betriebskosten übernehmen. Mit dem Nürnberger Modell würde die Stadt Augsburg pro Jahr um mindestens vier Millionen Euro einsparen. Die Münchner Staatstheaterlösung würde die Stadt sogar um bis zu 16 Millionen Euro pro Jahr entlasten, so Güller, der stellvertretender Vorsitzender des Haushaltsausschusses im Landtag ist. Güller bestand darauf, im Nachtragshaushalt die Gelder vor der Landtagswahl verbindlich zu verankern.

Aktuell sieht es so aus, dass der Freistaat ein Drittel der Bezuschussung übernimmt. Zirka 27 Millionen Euro benötigt das Augsburger Stadttheater pro Jahr für den laufenden Betrieb. 16 Millionen davon übernimmt die Stadt, acht Millionen der Freistaat, den Rest generiert das Theater über Kartenverkäufe.

„Wir werden den Freistaat beim Wort nehmen“, sagte Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl, aber „wie bei der Uni-Klinik ein Stück weit liefern müssen“.

Foto: Theater Augsburg (c) DAZ



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