DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Donnerstag, 05.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Finanzen

„Das Theater kann auch spielen, wenn die Sanierung einige Nummern bescheidener ausfällt“

Die Akteure des Bürgerbegehrens gegen die teuere Sanierung des Staatstheaters melden sich zu Wort

Weingart, Süßmair, Bevc (v.l.) © DAZ

Es ist ruhig geworden bezüglich des Bürgerbegehrens „teuere Theatersanierung“. So ist zum Beispiel auf der Homepage des Vereins noch nicht erzählt, wie viele Unterschriften denn bisher gesammelt wurden. Umso fulminanter das Statement, das die Hauptinitiatoren am Wochenende via Pressemitteilung abgaben.

Die Stadt München deckele die Kosten für die Sanierung des Kulturzentrums “Gasteig” auf 450 Millionen Euro. Die Stadt Nürnberg, die finanziell auch besser dastehe als Augsburg, sage ihren Neubau einer Konzerthalle ab – trotz einer 75-prozentigen Förderung durch den Freistaat. „Nur die ärmste Stadt Bayerns, Augsburg, hält an der geplanten Sanierung des Augsburger Staatstheaters fest. Trotz bereits eingetretener Kostenexplosion und weiteren absehbaren Kostensteigerungen“, wie es in dem Statement heißt.

„Die Coronakrise hat in München und Nürnberg zu der Einsicht geführt, dass momentan das Geld für kulturelle Großprojekte nicht in unbegrenzter Menge zur Verfügung steht. Das hat es zwar auch schon vorher nicht, allerdings bekommt man häufig diesen Eindruck, wenn man die Befürworter solcher Projekte hört“, wie Alexander Süßmair ausführt. „In Augsburg jedoch hört man die Signale nicht, die dramatischen finanziellen Auswirkungen der Coronakrise. Hier soll unbeirrt an der kostspieligen Theatersanierung festgehalten werden“ so Süßmair weiter.

Anna-Xenia Weingart, ebenfalls Initiatorin des Bürgerbegehrens „Theater-Kostenexplosion stoppen!“, ist der Auffassung, dass die Stadtregierung endlich aufwachen soll aus ihrem Traum mit einem zentralen Kulturtempel Luxus-Kulturstandort zu werden: „Die Stadtregierung  sollte viel lieber die Notbremse ziehen und der freien Kulturszene durch die Coronakrise helfen!“ Die Coronakrise zeige auch, wie wichtig Kinderbetreuung ist. Diese müsse nun ausgebaut, statt auf die lange Bank geschoben werden, unter dem Vorwand, es sei kein Geld da.

Tobias Bevc, ebenfalls Initiator des Bürgerbegehrens, ergänzt: „Augsburg ist mit Abstand die ärmste Stadt Bayerns mit dem niedrigsten Durchschnittseinkommen und den niedrigsten Renten in ganz Bayern. Das Geld, das hier für die Luxussanierung des Theaterstandorts verwendet wird, sollte viel besser so ausgegeben werden, dass die gesamte Augsburger Bevölkerung von diesem Geld profitiert: Bessere Schulen, mehr Kitas, gepflegte Sportanlagen und einen preiswerten und guten ÖPNV sowie bezahlbaren Wohnraum für alle.“

Weiter heißt es in dem Statement: Die Corona-Krise zeige wie unter einem Brennglas, wofür öffentliche Gelder ausgegeben werden müssten und wofür sie ausgegeben werden könnten. Die überproportional teure Sanierung des Augsburger Theaters wäre nur dann eine Option, falls üppig Geld im Stadtsäckel vorhanden sein sollte. Dies sei in Augsburg seit mindestens 40 Jahren nicht der Fall. Die Stadt solle erst ihren Pflichtaufgaben nachkommen. Das Theater könne auch spielen, wenn die Sanierung einige Nummern bescheidener ausfallen würde.

 

gesamten Beitrag lesen »



Bürgerbegehren für günstigere Theatersanierung gestartet

Via Pressemitteilung haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens für eine günstigere und möglicherweise bessere Sanierung des Theaters heute den Start ihrer Unternehmung bekannt gegeben. Wie jede andere Unternehmung stehe auch dieses Projekt unter dem Zeichen von Corona. Infostände seien schwierig zu realisieren, weshalb man zunächst versuche, über Auslegestellen der Unterschriftenlisten und über die Homepage Unterschriften zu […]

gesamten Beitrag lesen »



Bürgerbegehren gegen teure Theatersanierung erhält Unterstützung von den Linken

Der Kreisverband der Linken Augsburg unterstützt das Bürgerbegehren für ein Moratorium und eine kostengünstigere Umplanung der Staatstheatersanierung Die Initiative die ein Bürgerbegehren plant, um die vorhersehbar aus dem Ruder laufenden Kosten der Sanierung des Staatstheaters wieder auf ein vertretbares Maß zurückzuführen, kann auf die Unterstützung der Augsburger Linken zählen. Susann Dettmann, Mitglied des Kreissprecher*innenrats von […]

gesamten Beitrag lesen »



Rolf von Hohenhau zur Augsburger Theatersanierung: „Eine totale Verarschung des Stadtrats und der Bürger“

Rolf Baron von Hohenhau ist sekundenschnell „auf der Palme“ – in seiner Eigenschaft als Präsident des Bundes der Steuerzahler in Bayern – wenn er zur Planung der Augsburger Theatersanierung befragt wird. Im Telefongespräch mit der DAZ verliert er bereits nach Sekunden die Fassung und sagt, dass sich das gesamte Theatersanierungsprojekt zur „totalen Verarschung des Stadtrats […]

gesamten Beitrag lesen »



Coronakrise: Stadt vor Einstellungsstop

Mit dem Ausbruch der Corona-Krise in Deutschland Mitte März 2020 haben sich die finanziellen Grundlagen der Kommunen in dramatisch verschlechtert. Aus diesem Grund liegt dem kommenden Stadtrat eine Beschlussvorlage vor, die empfiehlt, die Besetzung von neu geschaffenen Planstellen zum Stellenplan 2020 zurückzustellen. Davon betroffen sind diejenigen Stellen, für die bis zum 04.05.2020 noch keine Ausschreibungsaktivitäten gestartet […]

gesamten Beitrag lesen »



109 Millionen staatliche Corona-Kredithilfen für Unternehmen in Augsburg

In der Corona-Krise hat die Bundesregierung die Wirtschaft mit einem milliardenschweren Maßnahmenpaket unterstützt. Eine Maßnahme davon sind Kredithilfen für Unternehmen bis zu einem Umsatz von zwei Milliarden Umsatz. Finanzminister Olaf Scholz hatte angekündigt, bei benötigten Krediten gebe es nach oben keine Grenze. „Bis Ende Mai haben in Augsburg 322 Unternehmen Kredite abgerufen – im Wert […]

gesamten Beitrag lesen »



Schlüsselzuweisungen: Augsburg erhält knapp 172 Millionen Euro

Am 26. November 2019 hat die Staatsregierung den Entwurf des Nachtragshaushalts 2019/2020 und des Finanzausgleichsänderungsgesetzes 2020 beschlossen. Vorbehaltlich der Beschlussfassung durch den Bayerischen Landtag steigt der kommunale Finanzausgleich 2020 gegenüber dem Stammhaushalt 2019 um insgesamt 3,2 Prozent auf 10,29 Milliarden Euro und damit erstmals über 10 Milliarden Euro. „Im Jahr 2020 überschreiten die Schlüsselzuweisungen des […]

gesamten Beitrag lesen »



Ledvance-Gelände steht zum Verkauf an: Stadt im Zugzwang

Die Stadt Augsburg hat sich für das Areal des Ledvance-Geländes ein Vorkaufsrecht gesichert. Nun könnte sie das Gelände kaufen, darf dafür aber keinen Kredit aufnehmen. Aktuell liegt Ledvance ein Angebot eines Immobilienentwicklers vor. Eine Kaufsumme von wohl zirka 40 Millionen Euro ist aufgerufen, wie aus einem Dringlichkeitsantrag der Ausschussgemeinschaft hervorgeht. Die Stadt muss sich nun […]

gesamten Beitrag lesen »



Gefahr im Verzug: Stadtregierung zerlegt sich selbst

Besser als es die Opposition je könnte, entwickelt die „Augsburger Stadtregierung“ einen hochfunktionalen Dekonstruktionsmodus in eigener Sache und belegt somit die alte DAZ-These, dass man bei der Bezeichnung „Stadtregierung“ – wie einst die BILD bei der „DDR“ – stets die Gänsefüßchen zu gebrauchen habe. Von Siegfried Zagler Die Augsburger Schulsanierung sollte als Gesamtprojekt gestoppt werden, […]

gesamten Beitrag lesen »



Schulsanierung sorgt für schwere Verwerfungen im Regierungsbündnis

Hohe Wellen schlägt das Vorhaben der Verwaltung, die vom Stadtrat beschlossene Generalsanierung der Augsburger Schulen auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Grund dafür seien die gestiegenen Kosten für den Brandschutz, der den größten Anteil des 300-Millionen-Paketes beanspruche. Von Siegfried Zagler Brandschutz sei nicht verhandelbar, deshalb stimmte heute der Bildungsausschuss allen außerplanmäßigen Kosten zu. 11 Millionen Euro […]

gesamten Beitrag lesen »