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Donnerstag, 12.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Der Kommentar

Grüner Politik-Spitzen­verdiener wirft AfD-Kandidaten Versorgungs­mentalität vor

Stadtratskandidat Cemal Bozoğlu, Grünes Mitglied des Bayerischen Landtags, will auf der Augsburger AfD-Kandidaten­liste zur Kommunalwahl familien­betriebs­ähnliche Strukturen entdeckt haben. Er fragt besorgt: „Geht es um den Vorteil von ein paar Leuten?“ Das wirkt aufgesetzt.

Kommentar von Bruno Stubenrauch

Auf der AfD-Liste würden die Nachnamen „Scheirich“ und „Felker“ viermal und der Name „Jurca“ dreimal auftauchen, was für ihn „große Fragen“ aufwerfe, so Bozoğlu in einer Pressemitteilung vom Mittwoch, 11. Februar.

Bozoğlu, der mit Abgeordnetenbezügen von monatlich 14.500 Euro plus kostenloser DB-Netzkarte zu den Spitzenverdienern der Augsburger Polit-Szene gehört und als Grüner Listenkandidat nach weiteren 1.780 Euro monatlich als Stadtrat strebt, wirft den AfD-Kandidaten „politischen Familien­betrieb“ und die Absicht vor, „den Kuchen förmlich unter sich aufteilen“ zu wollen.

Traditionelles Familienbild (Symbolbild)

AfD-Politiker sind eher der traditionell-mittel­europäische Familientyp

Dabei hat Grünenpolitiker Bozoğlu nichts statistisch Ungewöhn­liches entdeckt: AfD- (und Unions-)Politiker haben im Schnitt die meisten Kinder und pflegen ein traditio­nelles Familienbild mit einheit­lichem Familiennamen, während Grünen- (und Linken-)Politiker bei der Anzahl der Kinder Schluss­licht sind, ein urban-modernes Familienbild leben und das Namensrecht eher kreativ handhaben. So hatten die ehemaligen AfD-Parteichefs Lucke, Petry und Meuthen je mindestens fünf eigene Kinder, Tino Chrupalla hat immerhin noch über­durch­schnitt­liche drei, während Claudia Roth kinderlos ist und die Gefahr der Vorteils­nahme durch ein weiteres „Roth“ auf der Grünen Stadtratsliste gegen Null geht.

Bozoğlus Pressemitteilung ist geeignet, das Vorurteil „Familie = rechts = böse“ zu bedienen. Dann müsste man allerdings die Freien Wähler mit ganz anderen Augen betrachten: Auch auf deren Stadtrats­liste taucht ein Nachname viermal auf, der Name „Wengert“. Der Name „Stütz“ taucht dreimal auf. Darüber hinaus gibt es gleich sechs Namens­dubletten, darunter zwei „Sandner“, zwei Juwelierinnen „Ucaroglu“ und zwei „Dr. Schneider“. Nach Logik des Grünen Land­tags­politikers stehen also gleich 19 Kandidaten der Freien Wähler unter dem General­verdacht der versuchten Vorteilsnahme. Die DAZ ist auf Bozoğlus nächste Pressemitteilung gespannt.

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