DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 11.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Der Kommentar

Das „Gratis“-Märchen: Wenn Zehn­tausende für eine noch teurere Rechnung klatschen

Während in den deutschen Metropolen zehn­tausende Aktivisten unter dem Jubel von Greenpeace und Campact für eine noch schnellere Energie­wende trommeln, zeigt sich ein faszi­nierendes Phänomen moderner Massen­psycho­logie: Man demon­striert leiden­schaftlich für die Beschleu­ni­gung eines Projekts, dessen wahre Kosten man offenbar gar nicht kennen möchte.

Kommentar von Bruno Stubenrauch

„Erneuerbare Energien verteidigen“: Demo am 18. April (Symbolbild)

Die bunte Welt der Slogans

In München und Köln werden Plakate hochge­halten, die behaupten, Sonne und Wind bräuchten keine kompli­zierten Handelswege. Was auf den Schildern fehlt, ist der klein­gedruckte Teil der Wahrheit: Sonne und Wind brauchen statt­dessen Milli­arden aus dem Bundes­haushalt, um die Strom­rechnung künstlich unter der 40-Cent-Marke zu halten. Während die Menge gegen „fossile Bedro­hungen“ skandiert, scheint niemand zu merken, dass sie gerade für die Ausweitung einer „10-Cent-Lücke“ demon­strieren, die am Ende vom Steuerzahler – also ihnen selbst – geschlossen werden muss.

Der Spielverderber mit dem Taschenrechner

Kontrastprogramm in Berlin: Fernab der bunten Trommel­gruppen sitzt der AfD-Abge­ordnete Raimond Scheirich und tut etwas, das in der aktuellen Stimmung fast schon als unhöflich gilt – er verlangt Zahlen. Während die Demon­stranten „Signale“ an das Wirt­schafts­mini­sterium senden, liefert die Antwort der Regierung auf Scheirichs Anfrage die nüchterne Quittung: Der Strompreis ist nur deshalb nicht bei fast 50 Cent, weil die Regierung das Geld heimlich aus der anderen Tasche der Bürger zieht.

Moral schlägt Mathematik

Es ist ein bizarres Schauspiel: Auf der Straße fordern gutgläubige Bürger von Ministerin Reiche ein höheres Tempo für ein System, das sich öko­nomisch längst in der Sackgasse befindet. Sie kämpfen für einen Ausbau, der die Netz­entgelte weiter in die Höhe treiben wird, während sie gleich­zeitig glauben, für „günstigen“ Ökostrom zu stehen.

Am Ende bleibt das Bild einer gespal­te­nen Nation: Hier die „Genera­tion Hoffnung“, die glaubt, Energie werde durch bloße Willens­kraft bezahlbar – und dort die nüchterne Oppo­si­tion, die schwarz auf weiß belegt, dass die Energie­wende längst zu einem 50-Milli­arden-Euro-Subven­tions­grab geworden ist, das nur noch durch buch­halte­rische Tricks am Leben erhalten wird.


„Energiewende-Lüge“: AfD-Politiker kritisiert versteckte Stromsubventionen

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Staatstheater: Der Fall Achatz als politisches Schafott?

Kommentar von Bruno Stubenrauch In der Augsburger Stadtpolitik tickt eine Zeitbombe, deren Zünder in München liegt. Wenn im Mai 2026 am dortigen Landgericht der Prozess zwischen dem gekün­digten Theater-Archi­tek­tur­büro Achatz und der Stadt Augsburg beginnt, geht es um weit mehr als um Honorare. Verhandelt wird nichts Geringeres als das politi­sche Schick­sal von Bau­referent Steffen Kercher […]

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Grüner Politik-Spitzen­verdiener wirft AfD-Kandidaten Versorgungs­mentalität vor

Stadtratskandidat Cemal Bozoğlu, Grünes Mitglied des Bayerischen Landtags, will auf der Augsburger AfD-Kandidaten­liste zur Kommunalwahl familien­betriebs­ähnliche Strukturen entdeckt haben. Er fragt besorgt: „Geht es um den Vorteil von ein paar Leuten?“ Das wirkt aufgesetzt. Kommentar von Bruno Stubenrauch Auf der AfD-Liste würden die Nachnamen „Scheirich“ und „Felker“ viermal und der Name „Jurca“ dreimal auftauchen, was […]

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Mag Zuckerberg die DAZ nicht mehr?

Seit 15 Jahren leben wir in friedlicher Koexistenz mit Mark Zuckerbergs Facebook. Am letzten Samstag dann der Schock: In unseren Benach­richti­gungen stand: „Wir haben deinen Beitrag entfernt.“ Was war passiert? Von Bruno Stubenrauch Zuckerbergs Meta AI (Symbolbild) Die Begründung ließ uns rätseln: Der Beitrag verwendet möglicherweise irreführende Links oder Inhalte, um andere dazu zu bringen, […]

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Wenn die Oberbürgermeisterin zur Influencerin wird

Instagram-Accounts inszeniert wie Hochglanz-PR, ein Podcast mit Wohlfühl­themen aus dem Rathaus, ein WhatsApp-Kanal für städtische „Good News“ – alles professionell produziert, bezahlt aus Steuergeldern: Was als Bürgernähe verkauft wird, ist in Wahrheit oft nichts anderes als geschickte Selbst­darstellung. Kommentar von Bruno Stubenrauch Aktuelles Beispiel: der per Presse­mit­teilung beworbene Podcast #19 „Sommer­ferien“, in dem OB Eva […]

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Erinnerungskultur in Augsburg – Nur auf Sand gebaut?

Gerade erst eröffnet, schon wieder zu. Die plötzliche Schließung der Halle 116 durch die Stadt Augsburg kam sogar für die Mitarbeiter des Erinnerungsorts überraschend. In einer sehr knappen Begründung auf der städtischen Homepage heißt es, dass das Gebäude „im Sinne aktueller Sicherheitsanforderungen nicht mehr standsicher“ sei. Droht damit auch der Erinnerungskultur in Augsburg der Einsturz? […]

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Augsburg und die Legende vom heiligen Fugger 

Die Stadt Augsburg und die Fuggerschen Stiftungen feiern wieder einmal gemeinsam ein 500-Jahre-Jubiläum. Die historische Problemfigur Jakob Fugger soll erneut als Lichtgestalt auf die Stadt abstrahlen und dabei auch noch als angeblich innovativer Denker und Sozialreformer in die Zukunft wirken. Peter Bommas nennt das Geschichtsklitterung und empfiehlt zur Revision einen Museumsbesuch. Kommentar von Peter Bommas […]

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Ein Haufen Steine ist noch keine Brandmauer

Ich bin Mitglied der SPD. Muss man das voranstellen? Vielleicht ja – wo wir uns doch schon geraume Zeit in einer Atmosphäre wiederfinden, in der die Zuordnung zur jeweiligen Glaubensrichtung schwerer zu wiegen scheint als jedes Sachargument. Beispielhaft zu erleben an der unseligen Diskussion um eine so genannte Brandmauer. Um die soll es hier gehen. […]

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Mehr Brandmauer wagen?

Am 1. Februar 2025 fand in Augsburg die „Demo gegen Rechts“ statt. Der Rathausplatz war voll. Über 1.000 Menschen waren zur Kundgebung gekommen, weil sie das gemeinsame Abstimmen bürgerlicher Parteien mit der AfD aufgebracht hatte. Sie trieb die Sorge um, die Brandmauer könnte eingerissen werden. Aber mit wem und mit was für Forderungen wurde wirklich […]

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Werte statt Rechtsordnung: Weshalb die Stadt Augsburg mit dem „Selbstverständnis Friedensstadt“ einen heiklen Pfad betritt

Am Samstag startete das Kulturprogramm zum Augsburger Hohen Friedensfest unter dem Motto „Demokratie“. Vorab wurde im Augsburger Stadtrat ein neuartiges „Selbstverständnis Friedensstadt“ verabschiedet (die DAZ berichtete). Die vier Schwerpunkte des Selbstverständnisses lauten: „Bekenntnis zum friedlichen Miteinander, Bekenntnis zur gesellschaftlichen Vielfalt, Bekenntnis gegen Gewalt und Extremismus, Bekenntnis zu einer wertegeleiteten Sicherheitspolitik.“ Mit dieser vierfachen Confessio Augustana […]

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