„Platz nehmen für Demokratie“: Initiative will Dialogräume in Augsburg schaffen
In Augsburg hat sich mit „Platz nehmen für Demokratie Augsburg“ eine neue Initiative gegründet, die politische Gespräche und demokratischen Austausch im öffentlichen Raum fördern möchte.
Von Bruno Stubenrauch

Foto: VHS Augsburg
Hinter dem Projekt stehen das Maria-Theresia-Gymnasium, die Stadtbücherei Augsburg, das Stetten-Gymnasium und die Realschule, die Augsburger Volkshochschule sowie Europe Direct Augsburg.
Die Initiative setzt auf niedrigschwellige Gesprächsformate: Mit sogenannten „Demokratiestühlen“ sollen Menschen auf öffentlichen Plätzen oder sogar in Straßenbahnen miteinander ins Gespräch kommen. Ziel sei es, Diskursräume zu öffnen und demokratische Werte zu stärken, erklärte Katja Bergmann, Schulleiterin des Maria-Theresia-Gymnasiums.
Gegen Polarisierung und Filterblasen
Die Organisatoren sehen ihr Projekt auch als Antwort auf gesellschaftliche Polarisierung, Echokammern und Filterblasen. Demokratie brauche Orte, an denen unterschiedliche demokratische Positionen und Erfahrungen ausgetauscht werden könnten, betonte Tanja Fottner, Leiterin der Stadtbücherei Augsburg.
Die Initiative bekennt sich ausdrücklich zu Werten wie Respekt, Offenheit, Solidarität und Vielfalt. Besonders auch junge Menschen sollen für demokratischen Austausch gewonnen werden.
Ausbildung für Diskursbegleitende
Die Gespräche werden von speziell geschulten Diskursbegleitenden moderiert. Dafür bietet die Augsburger Volkshochschule Ausbildungsrunden an; die nächste startet im Juli 2026 und richtet sich an Interessierte ab 14 Jahren.
Erstmals öffentlich vorgestellt wurde das Projekt beim Europafest am 9. Mai auf dem Rathausplatz.
Weitere Termine bereits geplant
Weitere Aktionen sind bereits geplant: Die Demokratiestühle sollen beim Theaterviertelfest am 13. Juni sowie am „Tag der offenen Gesellschaft“ am 20. Juni zum Einsatz kommen. Künftig wolle man regelmäßig im öffentlichen Raum zu Gesprächen über Politik und gesellschaftliche Themen einladen.