„Eine solche Leistung ist dem FCA nicht würdig“
Duisburg vs. FCA 1:0
Der MSV Duisburg besiegte vor 11.000 Zuschauern in der „Schauinsland Reisen Arena“ an der Wedau den FC Augsburg mit 1:0. Die Duisburger Zebras waren den Augsburgern in jeder Hinsicht überlegen und gewannen gegen einen desolaten FCA hochverdient, wenn auch viel zu knapp.
von Siegfried Zagler

Als hätte man nie zusammen trainiert
Auf die verletzten Jentzsch und Verhaegh sowie auf den gesperrten Sankoh musste Luhukay verzichten, die restliche Aufstellung kam den Experten am Lech und der Wedau ausgewürfelt vor. Man kann Luhukay den Vorwurf nicht ersparen, dass er als Disziplinfanatiker zu lange braucht, um aus dem vorhandenen Spielerkader die funktionierenden Strukturen heraus zu arbeiten. Das war letzte Saison nicht anders. Thurk und Rafael passen im Sturm nicht zueinander. Seit Nando Rafael mit seiner bulligen Spielweise den FCA in der Sturmmitte verstärkt, munkelt man in allen Ecken der impuls arena, dass sich die beiden gegenseitig neutralisieren, ohne dass es dazu einen gegnerischen Abwehrspieler brauche. Warum die beiden gegen Osnabrück im Aufbau überzeugenden de Jong und Baier nicht von Beginn spielten, lässt sich mittels Vernunft auch nicht auf Anhieb erschließen. Daniel Baier ist in Bestform zwar auf der Außenbahn ein wenig unter Wert, aber immer noch besser als auf der Bank. Jos Luhukay hat seine Aufstellung während des Spiels sukzessive zurückgenommen – und somit nicht nur die Taktik dem Spielverlauf angemessen modifiziert, sondern auch die ureigenen Irrtümer korrigiert. Eine Fähigkeit, die man dem Niederländer nicht absprechen darf, ist das Hinterfragen der eigenen Pläne. Das ehrt Lukukay, denn Einsichtsvermögen gehört in der Trainerbranche nicht unbedingt zu den Primärtugenden, aber allzu oft darf er die Experimentierfreudigkeit und Risikobereitschaft nicht dergestalt überstrapazieren wie in der gestrigen Partie.
„Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und hatten keine Ballsicherheit“, kommentierte Kapitän Uwe Möhrle den Partieverlauf. „Ich bin nicht in Form und die Mannschaft hat so gespielt, als hätte man nie zusammen trainiert“, das hat Möhrle zwar nicht zwar gesagt, wäre aber zutreffender gewesen als die üblichen Worthülsen der Ratlosigkeit. Mit „unserer“ doppelten Tabellenführung ist es seit Mittwochabend vorbei, und sie wird sich – da kann Augsburgs Sportreferent Peter Grab den „Ausbau der Tabellenführung“ orakeln wie er will – in dieser Saison nicht wiederholen, und das dürfte mehr mit den Fußballern denn mit den Eishockeyspielern zu tun haben.
FCA: M. Amsif, – M. Ndjeng, K. Kwakman, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – S. Bertram, D. Brinkmann, A. Sinkala, I. Traoré, – M. Thurk, N. Rafael, Eingewechselt: T. Oehrl (46.); D. Baier (70.); S. Hain (80.); Ausgewechselt: N. Rafael (46.); D. Brinkmann (70.); A. Sinkala (80.); Auswechselbank: P. Verhaegh; T. Werner; M. De Jong; J. Gelios;