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Sonntag, 28.11.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

„Eine solche Leistung ist dem FCA nicht würdig“

Duisburg vs. FCA 1:0

Der MSV Duisburg besiegte vor 11.000 Zuschauern in der „Schauinsland Reisen Arena“ an der Wedau den FC Augsburg mit 1:0. Die Duisburger Zebras waren den Augsburgern in jeder Hinsicht überlegen und gewannen gegen einen desolaten FCA hochverdient, wenn auch viel zu knapp.

von Siegfried Zagler 

„Ich bin tief enttäuscht. Eine solche Leistung ist dem FCA nicht würdig“, so FCA-Trainer Jos Luhukay direkt nach dem Spiel. „Mir hat die Art und Weise überhaupt nicht gefallen und das werden die Spieler in den nächsten Tagen spüren.“ Man habe nicht gearbeitet, den Gegner in keiner Phase gefordert und viel zu passiv gespielt“, analysierte der Niederländer das indiskutable Auftreten der Augsburger Truppe im Ruhrpott. Der FCA hat am Mittwochabend in der Tat alles vermissen lassen, was man von einem Aufstiegsfavoriten auswärts und auch zu Hause erwartet. Keine Kreativität nach vorne, keine Laufbereitschaft im Defensivverhalten und viel zu viel Statik im Spielaufbau und der Ballkontrolle. Kurz: Der FCA spielte in Duisburg ohne Herz und Hirn. Wobei man den Mangel an Hirn als Vorwurf in Richtung Trainer zu verstehen ist. Nur vier Spieler aus der Anfangsformation aus der Partie gegen Osnabrück liefen in der Wedau ein. Gegen Osnabrück hatte der FCA – wenn auch das Ergebnis nicht zufriedenstellend war – ganz passabel gespielt und sogar in einigen Szenen die ersten systemischen Ansätze für die kommende Saison aufblitzen lassen.  

Als hätte man nie zusammen trainiert  

Auf die verletzten Jentzsch und Verhaegh sowie auf den gesperrten Sankoh musste Luhukay verzichten, die restliche Aufstellung kam den Experten am Lech und der Wedau ausgewürfelt vor. Man kann Luhukay  den Vorwurf nicht ersparen, dass er als Disziplinfanatiker zu lange braucht, um aus dem vorhandenen Spielerkader die funktionierenden Strukturen heraus zu arbeiten. Das war letzte Saison nicht anders. Thurk und Rafael passen im Sturm nicht zueinander. Seit Nando Rafael mit seiner bulligen Spielweise den FCA in der Sturmmitte verstärkt, munkelt man in allen Ecken der impuls arena, dass sich die beiden gegenseitig neutralisieren, ohne dass es dazu einen gegnerischen Abwehrspieler brauche. Warum die beiden gegen Osnabrück im Aufbau überzeugenden de Jong und Baier nicht von Beginn spielten, lässt sich mittels Vernunft auch nicht auf Anhieb erschließen. Daniel Baier ist in Bestform zwar auf der Außenbahn ein wenig unter Wert, aber immer noch besser als auf der Bank. Jos Luhukay hat seine Aufstellung während des Spiels sukzessive zurückgenommen – und somit nicht nur die Taktik dem Spielverlauf angemessen modifiziert, sondern auch die ureigenen Irrtümer korrigiert. Eine Fähigkeit, die man dem Niederländer nicht absprechen darf, ist das Hinterfragen der eigenen Pläne. Das ehrt Lukukay, denn Einsichtsvermögen gehört in der Trainerbranche nicht unbedingt zu den Primärtugenden, aber allzu oft darf er die Experimentierfreudigkeit und Risikobereitschaft nicht dergestalt überstrapazieren wie in der gestrigen Partie.

„Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und hatten keine Ballsicherheit“, kommentierte Kapitän Uwe Möhrle den Partieverlauf. „Ich bin nicht in Form und die Mannschaft hat so gespielt, als hätte man nie zusammen trainiert“, das hat Möhrle zwar nicht zwar gesagt, wäre aber zutreffender gewesen als die üblichen Worthülsen der Ratlosigkeit. Mit „unserer“ doppelten Tabellenführung ist es seit Mittwochabend vorbei, und sie wird sich – da kann Augsburgs Sportreferent Peter Grab den „Ausbau der Tabellenführung“ orakeln wie er will –  in dieser Saison nicht wiederholen, und das dürfte mehr mit den Fußballern denn mit den Eishockeyspielern zu tun haben.    

FCA: M. Amsif, – M. Ndjeng, K. Kwakman, U. Möhrle, A. Bellinghausen, – S. Bertram, D. Brinkmann, A. Sinkala, I. Traoré, – M. Thurk, N. Rafael, Eingewechselt: T. Oehrl (46.); D. Baier (70.); S. Hain (80.); Ausgewechselt: N. Rafael (46.); D. Brinkmann (70.); A. Sinkala (80.); Auswechselbank: P. Verhaegh; T. Werner; M. De Jong; J. Gelios;