Augsburg–München: Parteien begrüßen entschärfte Zugkürzungen
Die geplanten Einschnitte im Regionalverkehr zwischen Augsburg und München ab 2028 fallen geringer aus als zunächst befürchtet. Nach den Grünen begrüßen auch CSU, SPD und Volt die Entwicklung und fordern, das Angebot langfristig zu sichern.
Von Bruno Stubenrauch

Ab 2028 sollten auf der stark genutzten Bahnstrecke zwischen Augsburg und München täglich zwölf Regionalzugverbindungen entfallen. In den Hauptverkehrszeiten wären statt drei bis vier Zügen pro Stunde nur noch zwei gefahren. Hintergrund waren Planungen für zusätzliche Fernverkehrsverbindungen auf der Strecke.
Am 12. Oktober teilte die Bayerische Staatsregierung der Presse mit, dass die DB InfraGO ihre bisherigen Kürzungspläne weitgehend zurückgenommen hat. Die Grünen begrüßten die Entwicklung noch am selben Tag. Am 13. Oktober äußerten sich auch CSU, SPD und Volt zu den Änderungen.
CSU verweist auf politischen Einsatz
CSU-Fraktionsvorsitzender Klaus Holetschek und der Bundestagsabgeordnete Ulrich Lange begrüßen die Kurskorrektur. Beide verweisen auf Gespräche und Initiativen, mit denen sie den politischen Druck erhöht hätten. Holetschek hebt insbesondere die Vorbereitungen für einen Runden Tisch mit den Verantwortlichen hervor. Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter habe sich für die Interessen der Pendler eingesetzt.
Ziel bleibe ein leistungsfähiger Schienenverkehr mit einem starken Nahverkehr und guten Fernverkehrsverbindungen. Die weitere Entwicklung müsse aufmerksam begleitet werden.
SPD fordert Umsetzung im Fahrplan 2028
Die Landtagsabgeordnete Anna Rasehorn und die Bundestagsabgeordnete Heike Heubach (beide SPD) begrüßen die Überarbeitung der Planungen. Rasehorn verweist auf den gemeinsamen Einsatz mit Abgeordneten aus Bund und Stadtrat. Heubach betont, zusätzlicher Fernverkehr dürfe nicht zulasten der Pendler gehen.
Beide hatten sich mit einem offenen Brief an Bundesverkehrsminister Steffen Bilger, Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter und den Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO, Philipp Nagl, gewandt. Die SPD fordert, dass die angekündigten Verbesserungen tatsächlich im Fahrplan 2028 ankommen. Langfristig müssten Bund, Freistaat und Bahn ausreichende Kapazitäten für Nah-, Fern- und Güterverkehr sicherstellen.
Volt sieht gemeinsamen Erfolg
Volt Augsburg begrüßt, dass die Kürzungen deutlich reduziert werden. Stadtrat Thorsten Frank betont, der Erfolg sei nicht einzelnen Parteien oder Personen zuzuschreiben. Neben politischen Akteuren hätten sich auch Gewerkschaften, Fahrgastverbände und Bürgerinnen und Bürger, unter anderem mit Petitionen, für den Erhalt der Verbindungen eingesetzt.
Volt hatte als Reaktion auf die ursprünglichen Pläne vorgeschlagen, Fernverkehrszüge auf der Strecke für Inhaber des Deutschlandtickets und anderer Nahverkehrstickets freizugeben. Dieser Vorschlag werde voraussichtlich nicht mehr benötigt, so Frank. Volt wolle sich weiterhin für einen zuverlässigen Nahverkehr in Augsburg und der Region einsetzen.
Grüne fordern verbindliche Zusage
Die Grünen hatten sich bereits seit Wochen gegen die geplanten Kürzungen gewandt. Die Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoğlu verweisen dabei auch auf eine Petition, die zuletzt mehr als 5.000 Menschen unterzeichnet hatten. Neben den Abgeordneten hätten sich Landräte, Kreistage und der Augsburger Oberbürgermeister für den Erhalt der Verbindungen eingesetzt.
Die Grünen fordern von der DB InfraGO eine verbindliche Zusage, dass das heutige Angebot auch nach 2028 gesichert bleibt. Darüber hinaus verlangen sie einen gemeinsamen Ausbauplan von Bund, Bahn, Freistaat und dem Eisenbahnverkehrsunternehmen Arverio. Besonderes Augenmerk müsse dabei auf dem Engpass zwischen München und Olching liegen.
Einig sind sich die Parteien darin, dass die Entschärfung der ursprünglichen Kürzungspläne nur ein erster Schritt sein kann. Entscheidend wird sein, welches Zugangebot die Pendler ab 2028 tatsächlich erwartet.