Kommunalwahl: Welche Bündnisse möglich sind
Noch liegt erst ein Trendwahl-Ergebnis vor. Stimmzettel, bei denen der Wähler panaschiert hat, also Stimmen querbeet über unterschiedliche Listen gestreut hat, sind noch nicht ausgewertet. Um dennoch Sitzverteilungen und Koalitionsmöglichkeiten abschätzen zu können, hat die DAZ die Abweichungen zwischen der Trendwahl 2020 und dem amtlichen Endergebnis 2020 analysiert und auf 2026 hochgerechnet.
Von Bruno Stubenrauch
Kommunalwahl 2020: Abweichungen zwischen Trendwahl und amtlichem Endergebnis
2020 fielen die CSU und die AfD deutlich hinter ihr Trendwahl-Ergebnis zurück, alle anderen Parteien profitierten vom Panaschieren. Die LINKE, WSA und die V-Partei³ gewannen 0,2 Prozentpunkte hinzu, alle anderen Parteien und Gruppierungen etwa 0,5 Prozentpunkte. Überträgt man die damaligen Veränderungen auf das 2026er Trendergebnis, ergibt sich folgende DAZ-Hochrechnung für das amtliche Ergebnis 2026, sowohl in Prozenten als auch in Sitzen:
Hochgerechnetes „DAZ-Endergebnis“ der Kommunalwahl 2026
Dreierkoalition und „Regenbogen“ mit je 32 Sitzen
Ausgehend von einer Brandmauer gegenüber der AfD sind bei diesem Ergebnis keine Zweierkoalitionen mit einer Mehrheit der Stadtratsmandate mehr möglich. Möglich ist sogar nur eine einzige Dreierkoalition: zwischen CSU, SPD und Grünen; diese käme auf 32 Sitze. Dreierkoalitionen, an denen die Freien Wähler beteiligt wären, sind nicht möglich. Eine Regierungsbeteiligung der Freien Wähler, die gerne die Grünen in der bisherigen Stadtregierung abgelöst hätten, ist daher unwahrscheinlich.
Die einzig mögliche Dreierkoalition, wenn man von einer Brandmauer gegenüber der AfD ausgeht
Möglich wäre auch eine Art „Regenbogen“ aus SPD, Grünen, DIE LINKE und sieben Kleingruppierungen bzw. -parteien, die ebenso wie die einzig mögliche Dreierkoalition auf 32 Mandate käme. Würde Florian Freund die OB-Stichwahl gewinnen, könnte er auf diese Weise eine eigene Mehrheit darstellen und ohne die CSU regieren. Bereits im Wahlkampf haben die ÖDP, WSA und Volt die Unterstützung von Florian Freund als OB signalisiert. In der Opposition wären dann CSU, AfD, Freie Wähler und FDP/Pro Augsburg, die zusammen nur auf 28 Sitze kämen.
Eine Regierungsoption für Florian Freund? „Regenbogen“ aus zehn Gruppierungen.



