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Montag, 09.03.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kommunalwahl: Welche Bündnisse möglich sind

Noch liegt erst ein Trendwahl-Ergebnis vor. Stimmzettel, bei denen der Wähler panaschiert hat, also Stimmen querbeet über unter­schiedliche Listen gestreut hat, sind noch nicht ausgewertet. Um dennoch Sitz­verteilungen und Koalitions­möglich­keiten abschätzen zu können, hat die DAZ die Abweichungen zwischen der Trendwahl 2020 und dem amtlichen Endergebnis 2020 analysiert und auf 2026 hochgerechnet.

Von Bruno Stubenrauch

Kommunalwahl 2020: Abweichungen zwischen Trendwahl und amtlichem Endergebnis

2020 fielen die CSU und die AfD deutlich hinter ihr Trendwahl-Ergebnis zurück, alle anderen Parteien profi­tierten vom Panaschieren. Die LINKE, WSA und die V-Partei³ gewannen 0,2 Prozent­punkte hinzu, alle anderen Parteien und Gruppie­rungen etwa 0,5 Prozent­punkte. Überträgt man die damaligen Ver­änderungen auf das 2026er Trendergebnis, ergibt sich folgende DAZ-Hoch­rechnung für das amtliche Ergebnis 2026, sowohl in Prozenten als auch in Sitzen:

Hochgerechnetes „DAZ-Endergebnis“ der Kommunalwahl 2026

Dreierkoalition und „Regenbogen“ mit je 32 Sitzen

Ausgehend von einer Brandmauer gegenüber der AfD sind bei diesem Ergebnis keine Zweier­koali­tionen mit einer Mehrheit der Stadtrats­mandate mehr möglich. Möglich ist sogar nur eine einzige Dreier­koalition: zwischen CSU, SPD und Grünen; diese käme auf 32 Sitze. Dreier­koalitionen, an denen die Freien Wähler beteiligt wären, sind nicht möglich. Eine Regierungs­beteiligung der Freien Wähler, die gerne die Grünen in der bisherigen Stadt­regierung abgelöst hätten, ist daher unwahr­scheinlich.

Die einzig mögliche Dreierkoalition, wenn man von einer Brandmauer gegenüber der AfD ausgeht

Möglich wäre auch eine Art „Regenbogen“ aus SPD, Grünen, DIE LINKE und sieben Klein­gruppierungen bzw. -parteien, die ebenso wie die einzig mögliche Dreier­koalition auf 32 Mandate käme. Würde Florian Freund die OB-Stichwahl gewinnen, könnte er auf diese Weise eine eigene Mehrheit darstellen und ohne die CSU regieren. Bereits im Wahlkampf haben die ÖDP, WSA und Volt die Unter­stützung von Florian Freund als OB signali­siert. In der Opposition wären dann CSU, AfD, Freie Wähler und FDP/Pro Augsburg, die zusammen nur auf 28 Sitze kämen.

Eine Regierungsoption für Florian Freund? „Regenbogen“ aus zehn Gruppierungen.