... AUSGELEUCHTET
Was ist ein Klimabaum?
Angesichts des Klimawandels und einer wachsenden Zahl von Hitzetagen mit Temperaturen über 30 °C gewinnen Bäume für das Stadtklima – gerade in Großstädten wie Augsburg – zunehmend an Bedeutung. In diesem Zusammenhang fällt immer häufiger der Begriff „Klimabaum“. Dies führt zur Frage:
Was ist ein Klimabaum?
Ausgeleuchtet:
„Klimabaum“ ist ein Sammelbegriff für besonders klimaresiliente Baumarten, die zugleich einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.
En détail:
Ein Klimabaum ist keine eigene botanische Gattung, sondern ein Sammelbegriff für Baumarten, die mit den Herausforderungen des Klimawandels besonders gut zurechtkommen und zugleich zentrale ökologische Funktionen erfüllen.
Er ist gewissermaßen ein „Zukunftskünstler“ unter den Bäumen: eine Art, die nicht nur extremen Stress durch Hitze und Trockenheit übersteht, sondern darüber hinaus einen überdurchschnittlichen Beitrag zum Klimaschutz leistet.
1. Klimaresilienz
Damit ein Baum als klimaresilient gilt, muss er über bestimmte Eigenschaften verfügen:
- Hitzetoleranz: Er verträgt dauerhaft Temperaturen von über 30 °C, ohne dass Blätter Schaden nehmen oder der Stoffwechsel beeinträchtigt wird.
- Trockenresistenz: Längere Dürreperioden übersteht er dank tiefreichender Wurzeln oder einer besonders effizienten Wasserverwertung.
- Frosthärte: Trotz steigender Durchschnittstemperaturen muss er mit mitteleuropäischen Wintern und Spätfrösten zurechtkommen.
- Resistenz gegen Schädlinge: Er zeigt sich widerstandsfähig gegenüber Krankheiten und Schädlingen, die sich infolge milder Winter stärker ausbreiten.
2. Ökologische Funktionen
Klimabäume wirken wie natürliche Klimaanlagen und sind daher ein zentrales Element moderner Hitzeaktionspläne.
- CO₂-Speicherung: Sie binden besonders effizient Kohlendioxid aus der Atmosphäre und tragen so zur Minderung des Treibhauseffekts bei. Als Klimabäume gelten in diesem Zusammenhang vor allem Arten, die im ausgewachsenen Zustand jährlich mindestens 15 bis 30 Kilogramm CO₂ aufnehmen können.
- Kühlung & Mikroklima: Durch Schattenwurf und Verdunstungskälte regulieren sie die Umgebungstemperatur – ein entscheidender Faktor insbesondere in dicht bebauten Städten.
- Luftreinigung: Sie filtern Feinstaub aus der Luft und produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff.
Japanische Zelkove mit typisch breiter Krone (Symbolbild)
3. Beispiele für Klimabäume
Fachleute – etwa an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau – untersuchen in Langzeitstudien, welche Arten sich unter veränderten klimatischen Bedingungen bewähren. Dazu zählen unter anderem:
- Japanische Zelkove (Zelkova serrata): Ein Ulmengewächs, das sich als ausgesprochen robust gegenüber dem Stadtklima erweist und mit seiner breiten Krone ein idealer sommerlicher Schattenspender ist.
- Silber-Linde (Tilia tomentosa): Ihre hellen Blattunterseiten reflektieren das Sonnenlicht; zugleich verdunstet sie effizient Wasser und trägt so zur Kühlung bei.
- Ginkgo (Ginkgo biloba): Ein äußerst widerstandsfähiges „lebendes Fossil“, das nur selten von Schädlingen befallen wird.
- Blumen-Esche (Fraxinus ornus): Ursprünglich im Mittelmeerraum beheimatet, ist sie wärmeliebend und gut an heiße Sommer angepasst.

