Die Augsburger Zeitung

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DAZ-Archiv vom 6. September 2017 • www.daz-augsburg.de

Wohin soll sich das Augsburger Friedensfest entwickeln?

Warum das Augsburger Hohe Friedensfest als Austragungsort eines harten Kulturkampfes zu verstehen ist

Von Bernhard Schiller

Der Sommer geht zur Neige, es fällt wieder Wasser vom Himmel und das Licht wird knapper. Das Augsburger Friedensfest sollte längst zurückgekehrt sein in den Orkus der Belanglosigkeit, dem es kurzfristig entstiegen war. Doch beim Vogeltor trotzt noch immer ein Plakat der Vergänglichkeit und flüstert dem Vorüberziehenden zu, dass ein vornehmes Ignorieren von Schwämmen und OB-Verfügungen für ein gleichgültiges “Schwamm-drüber” gehalten werden könnte. Höchste Zeit für einen Rückblick.

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Passender Konsensartikel zum schwelenden Kulturkampf: Der Schwamm

Wind und Wetter haben dem vergessenen Plakat bereits etwas zugesetzt und ein Schmierfink hat darauf seine Hassmitteilung hinterlassen. Kein Schwamm der Welt kann gegen diesen Lack ankommen, ohne den Untergrund zu zerstören. Die Anwälte der Schwammspechte würden sagen, das Plakat hätte den Tagger zur Destruktion geradezu eingeladen. Zur Erinnerung: Kinder hatten ein Kunstwerk (einen übergroßen Schwamm) bis zur Unkenntlichkeit zerrupft. Ein Vorgang, der von diversen Medien und der Facebookabteilung des Augsburger Friedensbüros moralisierend skandalisiert wurde. Ihr Unverständnis traf die Eltern der “Täter”. Es handelte sich dabei um ein kleinbürgerliches Wehklagen bezüglich des allgemeinen Verfalls der Sitten. Allen voran natürlich der Künstler, der den Weltuntergang beschwor.



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