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DAZ-Archiv vom 2. August 2017 • www.daz-augsburg.de

Stadttheater: Abschiedsgala mit Pomp und Donnergrollen

„Servus und Baba – schön war’s“ hieß die Abschiedsgala für Juliane Votteler und ihr Team auf der Freilichtbühne. Neben vielen lobenden Worten zeigte sich der Rückblick auf ihre 10jährige Intendanz vor allem als bunter Reigen aus Produktionen dieser Zeit.

Freilichtbühne Rocky Horror Show: Ein sinnbildlicher Abschied

Freilichtbühne Rocky Horror Show: Ein sinnbildlicher Abschied (Foto: privat)

Den Abschiedsabend auf der Freilichtbühne anzusetzen war schon gewagt, er hätte ohne Weiteres (und ersatzlos) ins Wasser fallen können. Ein leises Grummeln und Wetterleuchten erinnerte im Laufe der auf zweieinhalb Stunden anberaumten (und deutlich länger dauernden) Aufführung immer wieder daran, dass die Schleusen jederzeit aufbrechen können. Aber Juliane Votteler bewies Stehvermögen und gute Nerven  - das hatte sie wohl im Laufe ihrer zehn Jahre währenden Intendanz zur Genüge an den Tag legen müssen. Und sie bewies auch, dass sie einen guten Draht zu Petrus hat, denn das Gewitter kam auf die Sekunde genau nach dem Ende der Vorstellung. Die Instrumente waren schon eingepackt und das Feuerwerk abgebrannt. Nochmal Glück gehabt. Irgendwie kennzeichnend für diese Ära Votteler, die nun zu Ende ging. Auch im Intendantenalltag zog sie unbeirrt und stoisch ihre Pläne und Vorhaben durch. Auch dann, wenn ihr der Wind scharf ins Gesicht wehte oder gar ein Bürgerbegehren die schon geplante Theatersanierung vereiteln wollte. Sie kämpfte für die Umsetzung der Sanierung, mit Worten und Taten. Mit Erfolg, wie sich zeigte. Von dem Ergebnis wird wohl ihr Nachfolger profitieren – nicht sofort, aber dann, wenn das Theater tatsächlich saniert sein wird.



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