DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Freitag, 24.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Vermischtes

Kabinett beschließt Speicher­pflicht für IP-Adressen

Internet-Kriminalität besser bekämpfen: Internet­zugangs­anbieter sollen künftig IP-Adressen für drei Monate speichern. Das hat das Bundes­kabinett am Mittwoch, 22. April 2026, beschlossen. Über den Gesetz­entwurf von Bundes­justiz­ministerin Stefanie Hubig (SPD) und Bundes­innen­minister Alexander Dobrindt (CSU) muss nun der Bundestag entscheiden.

Von Bruno Stubenrauch

Straftaten im digitalen Raum nehmen drastisch zu. Besonders die Ver­breitung von Kinder­porno­graphie ist in den letzten Jahren stark gestiegen, aber auch Online-Betrug und Hass­krimi­nalität im Netz nehmen zu. Derzeit kommen viele Täter ungestraft davon, da ihre Identität sich in zahl­reichen Fällen nicht ermitteln lässt. Die IP-Adresse – eine Art digitale „Anschrift“ eines Geräts im Netz – ist oft die einzige Spur, die ein Täter hinterlässt.

Hintergrund: Warum die Speicherung kommen soll

Da diese Adressen von den Anbietern üblicher­weise dynamisch vergeben werden und sich ständig ändern, ist es ohne eine Speicher­pflicht im Nach­hinein kaum möglich nach­zu­voll­ziehen, wer zu einem bestimmten Zeitpunkt eine bestimmte IP-Adresse verwendet hat.

So argumentiert jedenfalls die Bundes­regierung. Innen­minister Dobrindt sieht in dem Gesetz einen zentralen Hebel gegen „krimi­nelle Netze“. Seine Botschaft: „Krimi­nelle haben die Ano­nymität im Netz syste­matisch miss­braucht – bei Kindes­miss­brauchs­dar­stellungen, perfiden Fake-Shops, Terror und Organi­sierter Krimi­nalität.“ Justiz­mini­sterin Hubig spricht von einem „weiteren wichtigen Schritt zur Bekämpfung von Krimi­nali­tät im Netz und in der analogen Welt“.

Was der Gesetzentwurf konkret vorsieht:

  • IP-Adressen von Inter­net­zugangs­anbietern müssen für drei Monate gespeichert werden – ohne konkreten Anfangs­verdacht.
  • Ergänzend können Straf­ver­folgungs­behörden künftig Sicherungs­anord­nungen treffen: Bei konkretem Anlass kann die Sicherung von Verkehrs­daten für bis zu drei Monate angeordnet werden, selbst wenn die Voraus­setzungen für eine Daten­erhebung noch nicht voll­ständig vorliegen.
  • Funk­zellen­abfragen sollen künftig bereits bei Straftaten von „erheb­licher Bedeutung“ zulässig sein; bisher war dies nur bei besonders schweren Straftaten der Fall.
  • Der Zugriff auf die gespei­cher­ten Daten ist nur bei konkretem Anfangs­verdacht einer Straftat möglich. Gespei­chert werden aus­schließ­lich IP-Adressen und Port-Nummern – keine Inhalte der Kommu­nika­tion, keine Stand­ort­daten, keine Bewegungs­profile.

Unterschied zur alten Vorratsdaten­speicherung

Die neue Regelung ist eine abgespeckte Variante der früheren Vorrats­daten­spei­cherung. Während diese 2008 eingeführt und 2010 vom Bundes­ver­fassungs­gericht gekippt wurde, setzt der jetzige Entwurf auf eine daten­sparsamere Lösung: Es geht nicht um die umfas­sende Spei­cherung aller Ver­bindungs­daten, sondern aus­schließ­lich um die temporäre Spei­cherung der Zuordnung von IP-Adressen zu Internet­anschlüssen – ver­gleichbar mit der Sicherung von „Nummern­schildern“ im Straßen­verkehr.

Die Bundesregierung weist zudem darauf hin, dass eine solche Regelung schon länger über­fällig sei – viele andere euro­päische Staaten hätten sie bereits.

Kritik von Opposition und Daten­schützern

Doch der Entwurf ist nicht unum­stritten. Die Links­partei spricht von einer „Massen­über­wachung durch die Hintertür“. Auch die Grünen kriti­sieren die anlass­lose Speicher­pflicht. Zudem bestehen Zweifel, ob das Gesetz der ver­fassungs­recht­lichen Über­prüfung stand­halten wird – ähnlich wie die Vorrats­daten­speicherung, die 2010 gescheitert ist.

Das Bundesjustizministerium hält die Neu­regelung dagegen für rechts­sicher: Die Spei­che­rung sei kein tiefer Grund­rechts­eingriff, da keine Bewegungs- oder Persönlich­keits­profile erstellt werden könnten.

Wie geht es weiter?

Nach dem Kabinetts­beschluss wird der Gesetz­entwurf nun dem Bundestag zur Beratung und Abstimmung vorgelegt. Wann das Gesetz in Kraft treten könnte, ist noch offen.

gesamten Beitrag lesen »



Kommunale Wärmeplanung: Augsburg stellt Entwurf vor

Die Stadt Augsburg arbeitet an einer kommu­nalen Wärmeplanung. Der aktuelle Entwurf liegt ab sofort bis zum 20. Mai 2026 öffentlich aus. Bürge­rinnen und Bürger können sich infor­mieren und Rück­meldungen geben. Ziel ist eine weitgehend klima­neutrale Wärme­ver­sorgung bis spätestens 2040. Eine Online-Infor­mations­ver­an­staltung findet am Dienstag, 28. April, statt. Von Bruno Stubenrauch Wärmenetz (Quelle: Stadt Augsburg, Screenshot Wärmeplanung) Das […]

gesamten Beitrag lesen »



Welche Rolle spielt die kommu­nale Wärme­planung künftig noch?

Mit der von der Bundes­regierung geplanten Ab­schaffung des Habeck’schen Heizungs­gesetzes zum 1. Juli 2026 wird die kommunale Wärme­planung kein gesetz­licher Scharf­schalter für „Heizungs­verbote“ mehr sein. Das wirft die Frage auf: Welche Rolle spielt die kommunale Wärmeplanung künftig noch? Ausgeleuchtet: Die kommunale Wärmeplanung wird ab Juli 2026 ein rein strate­gi­sches Infor­mations­instrument sein, das Bürgern und Unter­nehmen aufzeigt, […]

gesamten Beitrag lesen »



Pyramid 2026: Studierende vernetzen sich mit über 220 Firmen

Die Firmenkontaktmesse Pyramid der Technischen Hochschule Augsburg (THA) öffnet am Mittwoch, 29. April, von 10 bis 15 Uhr ihre Tore. In den Hallen 5, 6 und 7 der Messe Augsburg treffen Studierende aller Fakultäten auf mehr als 220 regionale und überregionale Unternehmen. Der Eintritt ist frei. Von Bruno Stubenrauch Logo (Quelle: pyramid.tha.de) Die Pyramid zählt zu den […]

gesamten Beitrag lesen »



Vortrag über Walter Oehmichen und die Augsburger Puppenkiste

Am Mittwoch, 29. April 2026, um 19 Uhr beleuchtet Historiker Matthias Böttger im Stadtarchiv Augsburg das ereignisreiche Leben von Walter Oehmichen (1901–1977), dem Begründer der Augsburger Puppenkiste. Böttger, Autor einer Biografie über Oehmichen, spricht über die Entstehungsgeschichte des weltbekannten Theaters und dessen Weg zu überregionaler Bekanntheit. Die Veranstaltung ist Teil der Reihe „Stadtgeschichte aktuell“. Ort: […]

gesamten Beitrag lesen »



Tour de Tramlink: Augsburger können neue Straßenbahn hautnah erleben

Am Samstag, 25. April 2026, laden die Stadt­werke Augsburg (swa) zur „Tour de Tramlink“ ein. Interes­sierte können das neue Straßen­bahn­modell an fünf Stationen in der Stadt kennen­lernen, mit Experten sprechen und zwischen den Stationen kostenlos mitfahren. Von Bruno Stubenrauch Auf ihrer Tour durch Augsburg können Interes­sierte das neue Straßen­bahnmodel Tramlink kennenlernen. (Foto: swa /Thomas Hosemann) […]

gesamten Beitrag lesen »



Aktionstag: Fahrzeuge wiegen vor dem Urlaub

Am Samstag, 9. Mai 2026, bietet die Verkehrs­poli­zei­inspek­tion Augsburg auf dem Gelände der Auto­bahn­station Gersthofen einen Aktionstag zum Thema „Verwiegung von Fahr­zeugen des Urlaubs- und Reise­verkehrs“ an. Von 9 bis 12 Uhr können Bürger ihre Wohn­mobile, Wohnwagen oder Autos mit Anhänger kostenlos wiegen lassen – und die Beladung vor Reise­antritt anpassen. Symbolbild Hintergrund: Am 25. Mai […]

gesamten Beitrag lesen »



Augsburger Grabreliefs reisen nach Rom

Einzigartige Zeugnisse antiken Handels in inter­nationaler Ausstellung Drei herausragende Grabreliefs aus dem Bestand des Römischen Museums Augsburg werden im Herbst 2026 Teil einer inter­natio­nalen Sonder­aus­stellung in Rom. Die rund 1800 Jahre alten Stein­denkmäler aus dem antiken Augusta Vindelicum zählen zu den be­deutend­sten Exponaten der Augs­burger Sammlung und geben seltene Einblicke in den Handels­alltag des Römischen […]

gesamten Beitrag lesen »



Kirschblütenfest in Oberhausen

Drei Tage Musik, Kultur und Familie Wenn die Zierkirschen in der Ulmer Straße erblühen, wird der Helmut-Haller-Platz in Augsburg-Oberhausen zur Festzone. Das Kirsch­blüten­fest der ARGE Oberhausen lockt vom 24. bis 26. April 2026 mit drei Tagen Live-Musik, Familien­programm und kuli­nari­schen Angeboten – bei freiem Eintritt. Von Bruno Stubenrauch Bereits zum 13. Mal lädt die Arbeits­gemein­schaft der […]

gesamten Beitrag lesen »



Wanderfalken hautnah: Brut am Afraturm im Livestream

Hoch über den Dächern Augsburgs, an der Spitze des Afraturms der Basilika St. Ulrich und Afra, brütet seit rund einer Woche ein Wander­falken­paar. Eine Live-Kamera ermöglicht es, dieses seltene Natur­schau­spiel unmittelbar zu verfolgen – von der Bebrütung der Eier über das Schlüpfen der Küken bis hin zu deren ersten Flug­versuchen. Der Nachwuchs wird für Mitte Mai […]

gesamten Beitrag lesen »