Post vom Statistikamt: Wenn das „Zufallslos“ an der Haustür klingelt
Haben Sie in diesen Tagen Post aus Fürth erhalten? Dann gehören Sie vielleicht zu dem einen Prozent der bayerischen Bevölkerung, das in diesem Jahr für den Mikrozensus 2026 ausgewählt wurde. Auch in Augsburg und Umgebung starten jetzt die Befragungen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Menschen.
Von Bruno Stubenrauch
Musterfragebogen 2026 – zum Mikrozensus geht es hier
Es ist die größte jährliche Haushaltsbefragung Deutschlands: Der Mikrozensus. Jahr für Jahr liefert er die Datenbasis für weitreichende politische Entscheidungen – etwa zur Armutsbekämpfung, zur Planung von Kinderbetreuung oder zur Anpassung von Renten. Seit dem 13. Januar läuft die Erhebung für das Jahr 2026, bei der bayernweit rund 130.000 Personen in etwa 65.000 Haushalten befragt werden. In Augsburg trifft es rund 3.000 Bürger.
Wer wird befragt?
Das Auswahlverfahren ist rein mathematisch-statistisch. Zunächst werden Gebäude oder Gebäudeteile per Zufall bestimmt. Wer dort wohnt, ist „dabei“ – unabhängig von Alter, Nationalität oder Beruf. Um die Stichprobe vor Ort zu präzisieren, sind bereits ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte unterwegs, die über die Klingelschilder die genauen Haushalte ermitteln. Diese Mitarbeiter können sich jederzeit durch einen offiziellen Dienstausweis des Bayerischen Landesamts für Statistik legitimieren.
Online oder Telefon? Sie haben die Wahl
Nach der Identifikation des Haushalts folgt ein offizielles Schreiben per Post. Darin wird detailliert über den Ablauf informiert. Die Befragung selbst findet nicht mehr durch Hausbesuche statt, sondern auf modernen Wegen:
- Online-Befragung: Bequem über ein gesichertes Web-Portal;
- Telefoninterview: Ein geschulter Interviewer meldet sich nach vorheriger Terminabsprache. Bayernweit sind hierfür rund 130 Experten im Einsatz.
Auskunftspflicht, aber Datenschutz
Anders als bei vielen freiwilligen Umfragen ist die Teilnahme am Mikrozensus gesetzlich verpflichtend. Da nur eine kleine Gruppe stellvertretend für alle Bürger antwortet, müssen die Ergebnisse repräsentativ sein. Wer sich beharrlich weigert, dem drohen Mahnungen und im Ernstfall sogar Zwangsgelder.
Sorgen um die Privatsphäre müssen sich die Augsburger laut Statistikamt nicht machen. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und ausschließlich für statistische Zwecke genutzt. Die Veröffentlichung erfolgt in so stark zusammengefasster Form, dass keinerlei Rückschlüsse auf Einzelpersonen oder einzelne Haushalte möglich sind.
Der Mikrozensus läuft das gesamte Jahr über von Januar bis Dezember. Es kann also auch im Sommer oder Herbst noch passieren, dass Sie Post vom Landesamt für Statistik im Briefkasten finden.
Weitere Informationen und ein Erklärvideo finden interessierte Bürger unter statistik.bayern.de.
