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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Was dem FC Augsburg fehlt

Anmerkungen zum FCA

Kommentar von Siegfried Zagler

Für den FCA muss man zum gegenwärtigen Zeitpunkt festhalten, dass die „Analyse“ der Augsburger Allgemeinen zwar nichtssagend, aber zutreffend ist: Dem FCA fehlen verletzte Spieler wie Gouweleeuew, Finnbogason, Danso, Moravek und Framberger. Verletzte Spieler, die vor ihren Verletzungen Stammspieler waren, fehlen immer. Das ist ein Allgemeinplatz und somit eine Nullaussage, zumal in der Bundesliga alle Klubs verletzte Stammspieler zu beklagen haben.

Unabhängig davon lässt sich festhalten, dass in den vergangenen sieben Spielen ohne Finnbogason der FCA nicht viel schlechter abschnitt (7Pkt./ 8:10 Tore), als in den letzten sieben Partien mit Finnbogason (9Pkt./ 12:12 Tore), obwohl Finnbogason in dieser Serie fünf Tore erzielte. Vielleicht sollte man noch hinzufügen, dass der FCA in der Serie mit Finnbogason sechs Punkte gegen Mainz und Wolfsburg einfuhr, als sich diese beiden Mannschaften auf dem Höhepunkt ihrer Krise befanden und die Gegner in den vergangenen sieben Spielen im Schnitt deutlich stärker waren: Alfred Finnbogason fehlt also nicht wirklich.

Ein guter Passgeber fehlt allerdings schmerzlich, wenn Michael Gregoritsch für Finnbogason von der Zehn auf die Neun ins Zentrum muss. Lässt sich Gregoritsch im Lauf des Spiels auf die Zehn zurückfallen, fehlt in der Mitte eine Anspielstation. So gesehen fehlt tatsächlich ein Zentrumsstürmer, doch Finnbogason-Ersatz Dong-won Ji wurde an die Darmstädter Lilien verliehen.

Wer schmerzlich fehlt? Framberger und Danso! Zu Framberger ist zu sagen, dass er als gesunder Spieler nicht besonders fehlte, als Daniel Opare noch spielte. Opare wurde aber ohne nähere Angaben von Gründen suspendiert. Jonathan Schmid, der nun nach dem Doppelausfall der beiden Rechtsverteidiger diese Position einnehmen soll, ist damit überfordert und sorgt im Zusammenwirken mit Kacar und Martin Hinteregger für eine viel zu hohe Fehlerquote in der FCA-Abwehr.

Jeffrey Gouweleeuew fehlt demnach in doppelter Hinsicht, weil das umsichtige Stellungsspiel des Niederländers und seine Fähigkeiten bei der Spieleröffnung einem Martin Hinteregger zu mehr Sicherheit verhalfen und Hinteregger ohne Abwehrchef Gouweleeuew als potentieller Abwehrchef überfordert ist. Die handlungsschnellen Bremer kombinierten sich am vergangenen Samstag flüssig vor den Augen des Bremer Edelfan Meinhard Motzko durch das FCA-Mittelfeld, als hätten Gregoritsch, Koo, Baier, Caiuby und Richter keine Defensivaufgaben. „Noch nie“, so Motzko, „hat man es meinen Bremern in der Bundesliga so leicht gemacht, wie in den ersten 20 Minuten in diesem Spiel“. Der FCA hatte nicht den geringsten Zugriff auf das Geschehen und hätte sich nicht beschweren dürfen, wäre das Spiel bereits nach 20 Minuten entschieden gewesen.

Gegen Hoffenheim erlaubte sich FCA-Trainer Manuel Baum einen schweren Aufstellungsfehler, der im Verlauf der Partie kaum noch zu reparieren war. Das Hui und Pfui, das der FCA in den vergangenen Wochen an den Tag legte, hat also nicht nur mit Verletzungspech zu tun, sondern auch mit Fehlern der sportlichen Leitung.

Die hausgemachten Fehler sind aus Augsburger Sicht deshalb besonders zu bedauern, weil es in dieser Saison aufgrund der Liga-Gesamtsituation durchaus möglich gewesen wäre, im Kampf um die Europa League-Plätze mitzumischen.





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