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Freitag, 23.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Straßenbahnverkehr durch die Maxstraße: Ein politischer Schachzug?

Kommentar von Siegfried Zagler

In der ersten Juniwoche werden die Linie 2 und die Linie 3 in beide Richtungen durch die Maxstraße geführt, wie von der Stadtwerke GmbH zu erfahren ist. „Die Trams werden über den Moritzplatz, die Maximilianstraße, den Milchberg und die Remboldstraße zur Haltestelle Rotes Tor umgeleitet und fahren dann weiter auf der gewohnten Trasse zur Endhaltestelle Inninger Straße. Von der Inninger Straße kommende Straßenbahnen werden ebenfalls über Remboldstraße, Milchberg und Maximilianstraße zum Königsplatz umgeleitet“, informiert die Stadtwerke GmbH ziemlich lapidar und versteckt unter „Fahrgastinformation“ auf ihrer Homepage ihre Kundschaft.

Mit 10 km/h bummeln nun also ab 2. Juni eine Woche lang alle 10 Minuten in beide Richtungen Straßenbahnen durch die Maximilianstraße. Eine provisorische Haltestelle auf der Maxstraße wird es zwar nicht geben. Dennoch können Flaneure sowie Straßencafebesucher über Tage hinweg in Augenschein nehmen, was es atmosphärisch für den historischen Kontext der Maximilianstraße bedeutet, wenn regelmäßig verkehrende Straßenbahnen zum Alltag der Augsburger Prachtstraße gehören. Die Brechung der Linien durch Gleiserneuerungen am Theodor-Heuss-Platz hätte man verkehrstechnisch natürlich auch anders lösen können.

OB Kurt Gribl, Baureferent Gerd Merkle und nicht zuletzt Stadtwerkechef Norbert Walter sind nicht unbedingt Freunde der zur Zeit diskutierten Forderung der „Initiative Innenstadt“, dass die „Kaisermeile“ durch die Linienführung durch die Maxstraße im beschleunigten Verfahren erschlossen werden soll. Falls dieser einwöchige „Feldversuch“ einen politischen Hintergrund haben sollte, muss man den beteiligten Entscheidern dieser Maßnahme ein Kompliment machen. Nun lässt sich die Befindlichkeit der Augsburger Bürgerschaft in „Sachen Straßenbahn durch die Maxstraße“ genauer ausloten. Es ist nämlich durchaus denkbar, dass nach dieser Woche die Stadtgesellschaft Rückmeldung leistet und dabei den Daumen senkt. Die Diskussion um dieses Projekt könnte somit eine überraschende Wendung erfahren.