Augsburg feiert am 8. August das Hohe Friedensfest
Mit der Friedenstafel auf dem Rathausplatz, ökumenischen Gottesdiensten und einem multireligiösen Friedensgebet begeht Augsburg am 8. August wieder sein Hohes Friedensfest. Der bundesweit einzigartige Feiertag erinnert an die Wiederherstellung der konfessionellen Gleichstellung nach dem Dreißigjährigen Krieg.
Von Bruno Stubenrauch

Der Ursprung des Hohen Friedensfestes liegt im Jahr 1650. Die evangelischen Christen Augsburgs feierten damals die Wiedererlangung ihrer religiösen Rechte nach jahrzehntelangen Konflikten. Seit 1950 ist der 8. August ein gesetzlicher Feiertag in Augsburg.
Vom evangelischen Dankfest zum Feiertag der Stadtgesellschaft
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Charakter des Festes verändert. Während es ursprünglich ein evangelisches Erinnerungs- und Dankfest war, versteht die Stadt Augsburg den Feiertag heute als Fest des Friedens, des Dialogs und des Zusammenlebens verschiedener Religionen und Kulturen.
2018 wurde das Hohe Friedensfest als immaterielle kulturelle Ausdrucksform in das bayerische und bundesweite UNESCO-Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen.
Multireligiöses Friedensgebet und Friedenstafel
Bereits am Vorabend des Feiertags, am 7. August, lädt der Runde Tisch der Religionen zum multireligiösen Friedensgebet „punkt7“ auf den Rathausplatz ein. Vertreter jüdischer, christlicher, muslimischer, alevitischer, buddhistischer und ezidischer Traditionen beteiligen sich daran.
Am 8. August beginnt das Programm mit zwei ökumenischen Gottesdiensten: Um 10 Uhr findet in St. Ulrich und Afra der ökumenische Festgottesdienst mit einer Dialogpredigt des evangelischen Dekans Frank Kreiselmeier und des katholischen Dekans Helmut Haug statt. Zeitgleich wird in der Evangelischen Heilig-Kreuz-Kirche ein ökumenischer Familiengottesdienst gefeiert.
Um 11.15 Uhr beginnt die Augsburger Friedenstafel auf dem Rathausplatz. Am Nachmittag stehen Stadtspaziergänge auf dem Programm, die um 13 Uhr am Annahof und um 13.30 Uhr an der Moritzkirche starten. Den Abschluss bildet um 19 Uhr ein A-cappella-Chorkonzert des Madrigalchors bei St. Anna in der St.-Anna-Kirche.