Hubschrauber südlich Augsburg: BfS und Bundespolizei trainieren Strahlenmessung
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die Bundespolizei trainieren vom 7. bis 9. Juli 2026 gemeinsam die Messung von Radioaktivität aus der Luft. Südwestlich von Augsburg sowie am Forggensee werden Hubschrauber mit Messtechnik ausgestattet und fliegen systematische Messungen – eine wichtige Übung für den radiologischen Notfallschutz.
Von Bruno Stubenrauch
Zwei Hubschrauber der Bundespolizei (Foto: Anja Lutz)
Das Training dient der Vorsorge: Gelangen bei einem Unfall radioaktive Stoffe in die Umwelt, ist es entscheidend, schnell einen Überblick über die betroffenen Gebiete zu erhalten. Die Hubschrauber können innerhalb kurzer Zeit feststellen, ob und in welcher Menge radioaktive Stoffe abgelagert wurden. Diese Informationen ermöglichen es den Behörden, gezielte Schutzmaßnahmen einzuleiten.
Messflüge bei Mindelheim, Schwabmünchen und am Forggensee
Die Übung findet in zwei Gebieten statt, die bis Großaitingen reichen – jeweils rund 14 mal 21 Kilometer groß, etwa doppelt so groß wie die Stadt Augsburg. Die Messflüge werden in einer Höhe von etwa 90 Metern durchgeführt. Alle Flüge starten und enden auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren.
Radioaktives Cäsium aus Tschernobyl nachweisbar
Die Region südwestlich von Augsburg gehört zu den Gegenden in Deutschland, die am stärksten vom Reaktorunfall von Tschernobyl vor 40 Jahren betroffen waren. Die Fachleute des BfS gehen davon aus, dass sie neben natürlich vorkommenden radioaktiven Stoffen auch Cäsium-137 nachweisen werden, das aus dem Unglücksreaktor stammt.
Kooperation von BfS und Bundespolizei
Die Bundespolizei stellt die Hubschrauber und deren Besatzung, das BfS die Messtechnik und die Fachleute für die Messungen. In einem Notfall kann so eine Fläche von rund 100 Quadratkilometern innerhalb von etwa drei Stunden überflogen und kartiert werden.
