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Mittwoch, 29.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Soziales

ALJUZA: Verein zwischen Engagement und Kritik

Das „Alternative Jugendzentrum Augsburg“ ALJUZA e.V. hat eine Reso­lution zur Stadt­bild­pflege verab­schiedet. In einem offenen Brief fordert der Verein die Frak­tionen im Stadtrat auf, Graffiti – insbe­sondere politisch extre­mistische Schmiere­reien, kommu­nistische Symbole sowie Parolen wie „ACAB“ – konsequent entfernen zu lassen. Zugleich weist ALJUZA den Vorwurf zurück, ein rechtes Tarnprojekt zu sein. Kritiker wie die Grüne Jugend sehen hingegen Ver­bindungen zur AfD.

Von Bruno Stubenrauch

Nazi-Etikett aufgeklebt: Bildzitat eines Zeitungsartikels auf Instagram (Quelle: Screenshot Instagram)

Der Verein ALJUZA wurde im ver­gangenen Jahr ge­grün­det und ver­steht sich laut Sat­zung als An­bieter für „poli­ti­sche Bil­dung und demo­kra­ti­sches En­gage­ment junger Er­wach­sener“. Auf seiner Jahres­haupt­ver­samm­lung am 25. April ver­ab­schie­deten die Mit­glieder eine Reso­lu­tion, die eine kon­se­quen­tere Be­seiti­gung von Graffiti in der Stadt for­dert – ins­be­son­dere von poli­tisch extre­misti­schen Schmie­re­reien, etwa mit kommu­ni­sti­schen Sym­bolen wie Hammer und Sichel, sowie von Parolen, die Gewalt ver­herr­lichen oder staat­liche Insti­tu­tionen pauschal herab­wür­digen, wie „ACAB“.

Die im Verein organi­sier­ten Berufs­tätigen und Aus­zu­bil­denden er­klär­ten sich zudem bereit, die Stadt­ver­wal­tung bei der Ver­besse­rung des Stadt­bildes ehren­amt­lich zu unter­stützen.

Die Kritik

Bereits im Vorfeld der Jahres­haupt­ver­sammlung war der Verein in die Schlag­zeilen geraten: Die Grüne Jugend Augsburg, die Jusos und die Links­jugend warfen ALJUZA vor, unter dem Deck­mantel der Jugend­arbeit rechts­extreme Posi­tionen zu trans­portieren. Sie verwiesen auf personelle Ver­flech­tungen mit der AfD. Auch die Augsburger Allgemeine bezeich­nete ALJUZA vor wenigen Wochen als „Nach­wuchs­projekt mehrerer AfDler aus dem Raum Augsburg“. Die Jugend­organi­sationen riefen deshalb zu einem Boykott des Vereins auf.

Die Position des Vereins

ALJUZA weist die Vorwürfe zurück. In einer Presse­mit­teilung betont der Verein, sein Mit­glieds­spektrum umfasse unter­schied­liche politi­sche, bio­grafische und ethnische Hinter­gründe – darunter auch ein ehe­maliges Mitglied der Grünen mit famili­ären Wurzeln im Nahen Osten. Man konzen­triere sich auf freizeit­päda­gogische Angebote und die Mit­wirkung an der Stadt­bild­pflege; eine politi­sche Indoktri­nation finde nicht statt.

Zugleich formuliert der Verein eine klare Gegen­position: „Bevor die Jusos oder die Grüne Jugend nur Reden schwingen, lassen wir Taten walten – für Augsburg und die Zukunft unserer Genera­tion.“ Kritiker seien eingeladen, sich an kon­kreten Maß­nahmen zur Ver­besse­rung des Stadt­bildes zu beteiligen.

Zwischen Anspruch und Kontroverse

Ob es sich bei dem gemein­nützigen Verein ALJUZA um ein seriöses Jugend­angebot oder um eine politisch moti­vierte Struktur handelt, lässt sich derzeit nicht ab­schlie­ßend beur­teilen. Solange sich der Verein im Rahmen der geltenden Gesetze bewegt, gibt es keinen Grund für ein behörd­liches Eingreifen.

Mit seiner Resolution versucht ALJUZA, sich als gesell­schaft­licher Akteur zu positio­nieren. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie Politik und Stadt­gesell­schaft auf das Angebot reagieren. Die Debatte über den Verein dürfte weitergehen.


Offener Brief von ALJUZA an den Stadtrat (pdf, 77 kB)

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