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Donnerstag, 26.02.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Umwelt

BUND Naturschutz in Bayern e.V. kritisiert Vorfestlegung beim Uniklinik-Neubau

Nur eineinhalb Stunden nach dem Aufstellungs- und Änderungs­beschluss des Stadtrats zur Bauleit­planung für den Klinik-Neubau ging der BUND Naturschutz (BN), Kreisgruppe Augsburg, an die Öffent­lichkeit und verschärfte seine Kritik am Vorgehen der Stadt.

Von Bruno Stubenrauch

Der 40 Jahre alte, als Patientengarten konzipierte Klinikpark

Der Stadtrat hatte am gestrigen Donnerstag bei nur zwei Gegenstimmen den Weg für die planungs­rechtlichen Voraus­setzungen freigemacht. Aus Sicht des BN wird damit nun faktisch das Baufeld „West“ südwestlich der bestehenden Klinik weiter­verfolgt; das vielfach betonte „ergebnis­offene“ Verfahren sei nicht mehr erkennbar. Der aktuelle Plan­entwurf konzen­triere sich aus­schließlich auf das westliche Baufeld – inklusive Klinikpark und angrenzender landwirt­schaftlicher Flächen. Die Alternative „Ost“ werde nicht mehr vertieft geprüft.

BN moniert fehlende Gutachten in der Beschlussvorlage

Kritisch sieht der Verband zudem, dass zentrale Fach­gutachten nicht Bestandteil der Beschluss­vorlage gewesen seien. Genannt werden unter anderem Unter­suchungen zu Artenschutz, Ausgleichs­flächen, Stadtklima, Verkehr, Lärm und Boden. Wer über eines der größten städte­baulichen Projekte der kommenden Jahrzehnte entscheide, müsse auf voll­ständiger fachlicher Grundlage abstimmen, so der BN.

Bereits die Standort­analyse, auf die sich die Weichen­stellung stütze, sei ursprünglich eine interne Studie gewesen und weise nach Auffassung des BN methodische Schwächen auf. Dennoch diene sie nun als Grundlage für die planungs­rechtliche Festlegung.

Prüfstein Stadtklima

Besonders deutlich wird die Kritik des BN beim Thema Stadtklima. Das Baufeld „West“ sei laut Stadt­klima­analyse von 2023 eine Fläche mit hohem Schutzbedarf. Ver­gleichende Simula­tionen für beide Standorte, die konkrete Gebäudehöhen und -anordnungen berück­sichtigen, lägen jedoch nicht vor.

Auch das beauftragte Klimagutachten beziehe sich aus­schließlich auf das Baufeld „West“ und arbeite nicht mit rechne­rischen Modellie­rungen, moniert der BN. Entscheidend sei nicht nur, ob Kaltluft­ströme vollständig unter­brochen würden, sondern auch, ob sie spürbar geschwächt werden.

Zeitargument „nicht belegt“

Als zentrales Argument für den Standort „West“ sei von der Verwaltung eine angebliche Zeit­ersparnis angeführt worden. Ein transpa­renter, ver­gleichender Zeitplan fehle jedoch weiterhin, so der Verband. Nicht die sorgfältige Prüfung von Alternativen verzögere Projekte, sondern eine unzu­reichende Vorbereitung.

Der BUND Naturschutz kündigte nun an, im weiteren Verfahren eine nach­voll­ziehbare, ver­gleichende und fachlich belastbare Bewertung des alternativen Baufeldes „Ost“ einzufordern.

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Baum-Allianz kritisiert Bürgerbegehren

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Rollendes Labor: Straßenbahn misst die Luftqualität in Echtzeit

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Zeichen für Klimagerechtigkeit in der „Karo 10“

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Feinstaub: Lokales Böller­verbot bringt nichts

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