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Samstag, 04.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kulturpolitik

Kann das Grundstück der Berufs­schule III am Prediger­berg zusätz­lich das Römische Museum aufnehmen?

Im Dezember 2025 sollen Kulturausschuss und Stadtrat über den Standort für ein neues Römisches Museum ent­scheiden. Basis ist eine Machbar­keits­studie, die die Stadt aber noch nicht frei­gegeben hat. Die DAZ hinter­fragt im Rahmen der Kolumne „Ausgeleuchtet“ alle drei möglichen Stand­orte: die ehemalige JVA in der Karmeliten­gasse, das Areal bei der Dominikaner­kirche und das Ballenhaus am tim.

Heute stellt sich die Frage: Kann das Grundstück der Berufs­schule III am Prediger­berg zusätzlich das Römische Museum aufnehmen?

Ausgeleuchtet:

Ja, das Grundstück der Berufs­schule III am Prediger­berg kann das Römische Museum aufnehmen.



En détail:

Im Jahr 2014 untersuchte eine Planer­werk­statt, zu der vier Architektur­büros einge­laden waren, ob sich auf dem Grundstück folgendes Raum­programm für ein Römisches Museum unter­bringen lässt:

  • 3.300 m² Ausstellungsfläche,
  • 1.450 m² Funktions- und Technikfläche,
  • 600 m² musealer Außenbereich.

Weitere Randbedingungen: Die Berufs­schule III muss voll erhalten bleiben. Die Turnhalle an der Straße muss abgebrochen und an anderer Stelle auf dem Grundstück neu errichtet werden.

„Römisches Museum und Berufsschule: das geht“

Die Planerwerkstatt lieferte vier Entwürfe, die alle Vorgaben erfüllen konnten (DAZ berichtete). Auch eine Tiefgarage wäre möglich.

Aus den Ergebnissen:

Entwurf Adrianowytsch (Modell)

Entwurf Löhle – Neubauer u.a. (Modell, Schnitte)


Fotos: DAZ

Keine einfache Baustelle

Mit Bauen „auf der grünen Wiese“ hat das Vorhaben am Prediger­berg aller­dings nichts zu tun. Die Bau­ver­hältnisse sind eng. Das Grundstück weist ein Gefälle von 9 Metern auf. Am Vorderen Lech, wo die Turnhalle versenkt werden müsste, fließt ein Lechkanal. Die unmittelbar nördlich angren­zende Domini­kaner­kirche müsste möglicher­weise unter­fangen und abgestützt werden.

Lageplan Ist (Quelle: Stadt Augsburg, Bebauungsplan Nr. 470)

Architektonisch umstrittene Bauaufgabe

Die Aufgabenstellung, sich mit dem Museum und dem Turnhallen-Ersatzbau quasi um die Berufs­schule „herum­zu­schlängeln“, war 2014 im Stadtrat umstritten: „Für mich wäre es die größte Qual, um einen Kasten aus den 60er Jahren ohne Bauqualiät herum­zubauen“, so Architekt Volker Schafitel, damals Stadtrat der Freien Wähler.

Die reinen Baukosten für das Museum dürften wegen des kompli­zier­teren Baukörpers mit vielen Ebenen spürbar höher ausfallen als beim Bauen auf einer recht­winkligen ebenen Fläche wie in der Karmeliten­gasse. Zusätzlich entstehen Kosten für die Wasser­haltung am Vorderen Lech und ggf. für die Unter­fangung der Domini­kaner­kirche. Mit mindestens vier Millionen Euro dürften Abbruch und Neubau der Turnhalle zu Buche schlagen. Vorteil­haft auf die Gesamt­kosten wirkt sich aus, dass kein Grund­erwerb erforderlich ist.


💡Folge 1: Kann das Gefängnisareal in der Karmeliten­­gasse das Römische Museum aufnehmen?

💡Folge 3: Kann das Ballenhaus am tim das Römische Museum aufnehmen? Das Ballenhaus ist raus

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