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Montag, 19.02.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

Neue Realschule für Augsburg: Die ersten Kommentierungen aus der lokalen Politik

Seit der Freistaat am heutigen Dienstag grünes Licht für die Gründung einer dritten staatlichen Realschule in Augsburg gegeben hat, folgen Kommentierungen von politischen Akteuren, allen voran von der lokalen SPD. „Unser politischer Druck ist auf fruchtbarem Boden gelandet“, so Florian Freund, der für die SPD im Augsburger Stadtrat sitzt.

 

Martina Wild © DAZ

Naturgemäß anders sieht das die Grüne Landtagsabgeordnete Stephanie Schuhknecht: „Ohne eine dritte staatliche Realschule hätten wir wegen steigenden Schülerzahlen in wenigen Jahren ein erhebliches Problem mit der Beschulung im Augsburger Osten bekommen. Die Entscheidung des Kultus- und des Finanzministeriums ist daher konsequent und richtig. Mein und unser Dank muss daher neben dem Freistaat vor allem unserer 2. Bürgermeisterin und Bildungsreferentin Martina Wild gelten. Sie hat zusammen mit ihrer Verwaltung diesen zukunftsweisenden Schritt hervorragend vorbereitet. Augsburgs Bildungsreferentin Martina Wild (Grüne) sieht einem „Meilenstein“. Nun habe man sich um Genehmigung, Grundstück, Raumplanung und die Finanzierung im Haushalt zu kümmern.

Andere Töne schlug Dr. Florian Freund an, der der sozialen Fraktion vorsitzt: „Die Entscheidung war längst überfällig und die Antwort der Stadt Augsburg auf unsere Anfrage vom Juli zum Sachstandsbericht verhieß nichts Gutes. Dass sich das Blatt nun so schnell wendet, ist doch sehr erfreulich aber auch dringend notwendig und unser Druck ist auf fruchtbarem Boden gelandet.“

Dass in Augsburg eine dritte staatliche Realschule gegründet werden kann, haben Kultus- und Finanzministerium am Dienstag bekannt gegeben, nachdem sie den Antrag der Stadt Augsburg bewilligt haben. „Eine neue Schule ist immer ein Gewinn, allen voran für die jungen Menschen vor Ort. Ich freue mich sehr, dass wir mit einer neuen staatlichen Realschule in Augsburg ein weiteres attraktives Bildungsangebot schaffen“, so Bayerns Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler). Damit komme man der großen Nachfrage in Augsburg nach.

Tatjana Dörfler, bildungspolitische Sprecherin der SPD, verwies nochmal auf die Rolle der SPD, als sie noch den Bildungsreferenten im Stadtrat stellte: „Ich begrüße die Entscheidung des Kultusministeriums, das jetzt endlich grünes Licht für den Neubau einer Realschule in Augsburg gibt. Bereits im Jahr 2014 und nochmals in 2018 hat die damalige SPD-Stadtratsfraktion eine Realschule im Augsburger Osten gefordert. Damals wurde noch federführend vom Bildungsreferat eine weitere Realschule abgelehnt mit der Begründung, die Schulen seien zwar mehr als ausgelastet, aber ein Anstieg der Schülerzahlen wäre nicht zu erwarten. Das hat uns damals schon nicht überzeugt. Spätestens seit 2015 ist klar, dass es in Augsburg aufgrund einer gestiegenen Geburtenrate und stetigen Zuzugs immer mehr Schulkinder geben wird. Das Schulgutachten 2022 hat dies eindrucksvoll bestätigt. Zudem ist die Realschule eine attraktive Schulart, für die sich immer mehr Eltern entscheiden.“

Auch der Kreisvorsitzende der FDP Augsburg und Landtagsdirektkandidat für den Stimmkreis Augsburg-West, Ralf  Neugschwender gab ein Statement ab: „Die Neugründung einer dritten staatlichen Realschule im Stadtgebiet von  Augsburg ist überfällig und wird es vielen Schülerinnen und Schülern  ermöglichen wohnortnah zur Schule zu gehen. Als FDP Augsburg begrüßen  wir diese Entscheidung aus München. Der zusätzliche Realschulstandort  ist ein wichtiges Signal, dass Augsburg den Anschluss zu den  angrenzenden Landkreisen nicht verliert. Die Investition in eine neue  Schule ist somit richtig und wichtig. Egal, ob jemand in der Stadt oder  auf dem Land lebt: Jede Schülerin und jeder Schüler hat das Recht auf  eine Schule, die digital am Puls der Zeit ist und sanitäre Einrichtungen hat, für die man sich nicht schämen muss. Hierbei hat Augsburg aber noch  einige Hausaufgaben zu erledigen.“