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Donnerstag, 01.10.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Theater

Werther am Staatstheater: Scherenschnitte im Puppenhaus

Die Oper „Werther“ von Jules Massenet hatte am Samstag Premiere im Martinipark. Die Inszenierung von André Bücker begeisterte Premierenpublikum wie Kritiker: „Ein großes Opernvergnügen“, so DAZ-Autorin Halrun Reinholz.

Werther © Jan-Pieter Fuhr

„Die Leiden des jungen Werthers“ – dieser Briefroman des jungen Goethe über die unerwiderte Liebe eines jungen Mannes zu einer verheirateten Frau, die schließlich zum Selbstmord des Liebenden führt, hat zum Zeitpunkt seines Erscheinens das sogenannte „Wertherfieber“ ausgelöst und zu Nachahmer-Selbstmorden geführt. Aus heutiger Sicht ist das kaum nachvollziehbar, doch im 19. Jahrhundert hatten französische Opernkomponisten ein Faible für Goethe-Werke, in dieser Reihe steht auch die Komposition Jules Massenets. Was für ein Stoff für Franzosen! Liebesleid, das sich musikalisch hoch emotional umsetzen lässt! Massenets Musik aus dem Jahr 1892 greift bereits viel Modernes auf, der Plot wird jedoch, entgegen der Vorlage von Goethe, emotional aufgeladen, indem die Angebetete Charlotte dem sterbenden Werther (zu spät) ihre Liebe gesteht. Auch wird der Selbstmord zu einem (zumindest phantasierten) Duell hochstilisiert.

Wie lässt sich ein solches Liebesdrama in der heutigen Zeit der Freizügigkeit und der Patchwork-Beziehungen überzeugend auf die Bühne bringen?

André Bücker verzichtet in seiner Inszenierung wohl ganz bewusst auf den Gegenwartsbezug und konzentriert sich gemeinsam mit seinem bewährten Ausstattungsteam (Jan Steigert und Suse Tobisch) auf das Eintauchen in den Zeitgeist des 18. Jahrhunderts: Die Bühne erinnert an ein Puppenhaus, als Anklang an die IKEA-Welt von heute aus Karton.  

Plakat zur französischen Erstaufführung 1893 – Quelle: Wikipedia

Ungewöhnlich auch die Kostüme im Scherenschnitt-Format und damit konsequenterweise schwarz. Verstärkt wird der Eindruck durch Video-Produktionen von schwarzen Vögeln und Pflanzen-Ranken um einen filigran geschnittenen Baum. Das Schattentheater ist stimmig und lässt die dramatische Handlung überzeugend erscheinen. Überzeugend auch der Gesamteindruck: Domonkos Héja und die Augsburger Philharmoniker zeigen die Vielschichtigkeit der Musik von Massenet. 

Bei den Darstellern brilliert als Werther ein Gast, Xavier Moreno, kongenial mit Natalya Boeva als Charlotte, Wiard Witholt als Albert  und der spritzigen Olena Sloia als Charlottes Schwester Sophie. Auch die Nebenrollen (Tobias Pfülb, Oliver Scherer und Irakli Gorgoshidze) überzeugen. Die Augsburger Domsingknaben stellen in dieser Produktion wieder stimmlich hochwertige Knabensolisten, die als Geschwisterschar Charlottes Weihnachtslieder einstudieren. Keine eingängige Oper mit Belcanto-Hits, dennoch ein großes Opernvergnügen im Martinipark. —- Halrun Reinholz

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Berliner Luft in der Augsburger Puppenkiste

Karin Kurzendörfer entführt das Publikum im Foyer der Puppenkiste ins Berlin der Zwanziger Jahre Von Halrun Reinholz Die Konzertreihe „Live in der Kiste“ im Foyer der Puppenkiste hat sich vom reinen Jazz-Programm verabschiedet und ist nun auch für andere musikalische Genres offen. Sehr zur Freude des Publikums, wie gleich die erste Veranstaltung im neuen Jahr gezeigt […]

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Staatstheater: Stummfilmnacht mit Livemusik

„Auf den Trümmern das Morgen“, so das Motto der zweiten Stummfilmnacht des Augsburger Staatstheaters Nachdem im Oktober die neue Serie des Staatstheaters bereits in die wilden 20er Jahre entführt hat, gibt es nun am 27. Januar die zweite Stummfilmnacht. Passend zur großen Eröffnungspremiere in der neuen brechtbühne im Gaswerk »Europe Central«, bei der unter anderem die […]

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Staatstheater: Werkstatt zu Werther

Mit Jules Massenets Oper »Werther« bringt Intendant André Bücker ab dem 2. Februar seine zweite Operninszenierung nach Goethes bekanntem Briefroman auf die Bühne im Martini-Park. Verkörpert werden die Liebenden Charlotte und Werther durch die Mezzosopranistin Natalya Boeva, Gewinnerin des ARD-Musikwettbewerbs 2018 im Fach Gesang, und den europaweit gefeierten Tenor Xavier Moreno. In der Werkstatt zum Stück am […]

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Staatstheaterwürdig

Mit Europe Central bringt das Schauspielensemble des Theaters eine bemerkenswerte Uraufführung und weiht gleichzeitig die neue Brechtbühne im Ofenhaus auf dem Gaswerkgelände ein Ausgerechnet ein Amerikaner hat aus transatlantischer Distanz den Versuch gemacht, den Totalitarismus des 20. Jahrhunderts in Europa in einem Roman zu erfassen. Europe Central von William T. Vollmann versammelt historische Fakten und exemplarische Biographien auf […]

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Internationale Ballettgala im Martinipark: Ein Fest der Sinne zum neuen Jahr

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Eröffnung der neuen Brechtbühne im Gaswerk

Am morgigen Samstag, den 12. Januar ist es soweit: Das Staatstheater Augsburg feiert die Eröffnung seiner zweiten Interimsspielstätte, der neuen Brechtbühne im Gaswerk, mit der Uraufführung von William T. Vollmanns preisgekröntem Roman »Europe Central« in der Regie von Nicole Schneiderbauer. Die neue Gastronomie Ofenhaus Augsburg begrüßt das Publikum ab 18 Uhr in den neuen Räumen. Zudem […]

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Brechtfestival: Gesellschaftsdebatte mit Sternchen

Am gestrigen Montag hat der künstlerische Leiter Patrick Wengenroth im Rahmen einer Pressekonferenz das Programm des Brechtfestivals 2019 vorgestellt. Das Programm ist nun online und die Programmzeitung veröffentlicht. Ausgehend von Bertolt Brechts Gedichtzyklus „Aus dem Lesebuch für Städtebewohner“ (1926/27) ist die Beschäftigung mit dem Menschen in der Stadt das thematische Zentrum des Brechtfestivals 2019. Das […]

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Theaterbrunch 2.0

Noch keine Pläne für Sonntag? Der Staatsintendant André Bücker lädt am 9. Dezember zum zweiten Mal zum Theaterbrunch in den Martinipark ein! Neben einem reichhaltigen Buffet darf sich das Publikum auf eine lockere Talkrunde mit Moderator André Bücker und Künstlern des Staatstheaters freuen. Mit Persönlichem und Anekdoten überraschen diesmal folgende Ensemble-Gäste: Carl Philipp Fromherz gibt Einblicke […]

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Staatstheater: Zauberflöte – nicht nur bezaubernd schön

Eine Zauberflöte zu inszenieren, stellt angesichts der Bekanntheit dieser Oper jeden Regisseur vor eine Herausforderung. Und erst recht eine Regisseurin, wie aktuell im Staatstheater Augsburg. Andrea Schwalbach lässt die Puppen tanzen und holt die Oper mit Augenzwinkern zurück ins Volkstheater. Die Frauen kommen im Libretto der Zauberflöte aus unserem heutigen Verständnis nicht gut weg: Eine hysterische […]

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