Diese Komödie hat einen Riesenvorteil: sie hat wirklich stattgefunden. Im September 1994 nimmt an einem Handballturnier im schwäbischen Wittislingen eine skurrile Nationalmannschaft aus Sri Lanka teil. Die 23 Männer zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie nicht Handball spielen können. Und bevor jemand bemerkt, dass diese Sportart in Sri Lanka nahezu unbekannt ist, verschwinden die „Sportler“ und sind bis heute nicht wieder aufgetaucht – ein krasser, aber doch irgendwie sympathischer Fall von illegaler Einwanderung. Ein Online-Redakteur der „FAZ“ fragte sich übrigens schon damals, ob die Männer „schon vor ihrer Abreise aus Sri Lanka die Filmrechte an ihrer Geschichte verkauft haben.“
Haben sie wohl nicht, aber es wäre ihnen zu wünschen, dass sie wenigstens von der wunderbaren Komödie erfahren, die Umberto Pasolini über ihren genialen Coup gedreht hat. Wie sich diese bettelarmen Drittwelt-Habenichtse zu einer Mannschaft zusammenraufen und sogar echten Ehrgeiz entwickeln, ist die eine Facette dieser Story. Die andere ist die Verzweiflung dieser Männer, die keine andere Möglichkeit als die Flucht sehen, um ihre zu Hause gebliebenen Familien zu unterstützen. Pasolini schafft den Spagat zwischen harter Realität und komödiantischer Übertreibung ohne jeden Anflug von Rührseligkeit – seinen Teil dazu denken kann und muss sich der Zuschauer trotzdem. Politisch korrekt mag der westliche Zuschauer die Szene erniedrigend finden, in der ein srilankischer Bediensteter dem deutschen Hoteltouristen nach dem Händewaschen das Handtuch reicht. Schlimmer für den Srilanker ist es, dass er diesen Job nach 30 Jahren an ein europäisches Elektrogebläse verliert. Und es hilft leider gar nicht, dass einer der „Handballer“ kurz vor dem Abflug diesen „Jobkiller“ kurz und klein schlägt. DAZ-Tipp: Hingehen! (frei)
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