Wendejahre
Maximilian I.
DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 17.06.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Panther leisten in München lange Widerstand

Die Augsburger Panther haben Spiel eins der Halbfinal-Serie beim EHC Red Bull München nach einem unglaublichen Marathon-Match mit 1:2 verloren. Die Entscheidung fiel erst in der 102. Spielminute – die Partie wurde damit zum bisher siebtlängsten DEL-Spiel der Geschichte. Das Tor der Panther erzielte Brady Lamb (55.). Für München war Mark Voakes (54., 102.) erfolgreich.

Mike Stewart musste weiter auf T.J. Trevelyan und Christoph Ullmann verzichten. Zudem fehlte auch Scott Valentine wegen einer Unterkörperverletzung. Dafür rückte Jamie Arniel in den vierten Angriff an die Seite von Marco Sternheimer und Hans Detsch. Trotz der Umstellung waren die Panther sofort im Spiel und checkten immer wieder gut vor und ließen die Gastgeber kaum zur Entfaltung kommen. Aber auch der Meister stand gut, so dass im ersten Drittel trotz Powerplays auf beiden Seiten die Abwehrreihen dominierten.

Vorzeitige Pause wegen Loch im Eis

Allerdings dauerte der Abschnitt auch nur knappe 14 Minuten, denn 6:03 Minuten vor der ersten Sirene musste das Spiel aufgrund eines großen Lochs hinter dem Tor von Olivier Roy unterbrochen werden. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich als so schwierig, dass die Drittelpause vorgezogen wurde. Doch auch in der verbleibenden sechs Minuten nach Wiederbeginn fiel kein Treffer, auch wenn die Hausherren in ihrem zweiten Überzahlspiel durchaus Gefahr ausstrahlten.

Nach dem Seitenwechsel ging es sofort mit dem zweiten Durchgang los und nun wurde München stärker. Während einer 62-Sekündigen doppelten Überzahl hatte der EHC einige gute Möglichkeiten, aber Olivier Roy konnte sich mehrfach mit herausragenden Paraden auszeichnen. Auch danach war Augsburgs Goalie im Blickpunkt und trieb die Münchner mit einigen Saves an den Rande der Verzweiflung.

Panther halten dagegen – Roy stark

Doch nach dieser Druckphase zeigte sich auch der AEV wieder in der Offensive. Arniel hatte bei einem guten Wechsel der vierten Formation eine gute Möglichkeit (30.), scheiterte aber an Aus den Birken, der wenig später auch eine Großchance von Matt Fraser vereiteln konnte (31.).
Und auch in Überzahl wurde es bei Versuchen von Daniel Schmölz (33.) und Simon Sezemsky (34.) äußerst gefährlich. So blieb es auch nach 40 Minuten bei einem leistungsgerechten torlosen Remis.

Im dritten Drittel hatten die Hausherren dann nach einer kurzen Abtastphase die größte Chance des Spiels. Ex-Panther Trevor Parkes legte quer auf Ex-Panther Justin Shugg, doch Roy verhinderte den Einschlag mit dem nächsten Weltklassereflex (45.). Und auch Kastner zog etwas später im direkten Duell mit Roy den Kürzeren (49.).

Voakes trifft für München – Lamb kontert

Doch im ersten Überzahlspiel des Abschnitts war dann auch Augsburgs Schlussmann geschlagen. Die Scheibe lief gut und am Ende schoss Voakes zur Führung ein (54.). Doch die Freude der Hausherren hielt nicht einmal eine Minute. Ebenfalls in Überzahl gelang dem AEV der Ausgleich. Aus den Birken konnte noch zweimal retten, aber beim Schuss von Lamb war er machtlos und das Spiel begann von vorne (55.).
Es blieb letztlich auch nach 60 Minuten beim 1:1 und auch in der Overtime schenkten sich beide Teams nichts. Der AEV stellte sogar einen Vereinsrekord auf.

Längstes Spiel der Panthergeschichte

In den bisherigen Overtimes im Finale gegen Hannover 2010 und im zweimal Viertelfinale dieser Saison gegen die DEG waren die Verlängerungen jeweils schnell beendet. So bestritten die Panther in Spiel eins des Halbfinals sein längstes DEL-Spiel der Vereinsgeschichte, denn ein Tor wollte nicht fallen. München wirkte in der ersten Overtime zwar etwas gefährlicher, aber die Panther versteckten sich nicht und hielten voll dagegen und so fiel in diesem Durchgang keine Entscheidung.

Voakes entscheidet Marathon

In der zweiten Overtime hatte White in Überzahl den Siegtreffer auf dem Schläger, scheiterte aber zweimal an Aus den Birken (84., 85.). Anschließend hatten beide Mannschaften Möglichkeiten auf die Entscheidung, aber auch nach 100 (!) gespielten Minuten blieb es beim 1:1. In der dritten Overtime ging es dann aber recht schnell. Schmölz wurde im Münchner Drittel zu Fall gebracht, die Schiedsrichter ließen weiterlaufen und den folgenden Konter schloss erneut Voakes zum 2:1 ab (102.). Es war das siebtlängste Spiel der DEL-Geschichte.

Spiel zwei steht bereits am Freitag auf dem Programm. Los geht’s im Curt-Frenzel-Stadion ab 19:30 Uhr.



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